horus aktuell Nr. 37/08 vom 11. September 2008
Von fraglich bis nützlich

Liebe Leserinnen und Leser!



"Barmer" stellt Formulare zur Kündigung Schwerbehinderter ins Internet


Ja, was war es denn nun? Eine unglückliche Formulierung? Ein bedauerliches Missverständnis? Oder tatsächlich nur ein Versuch, Arbeitgebern nützliche Informationen zu bieten? Einen Reim darauf, warum die "Barmer", Deutschlands größte Krankenkasse, Arbeitgebern Musterformulare zur Kündigung von Schwerbehinderten und Schwangeren bereitstellte, muss sich wohl jeder selbst machen.


Ein Sprecher der Krankenkasse bestätigte gestern in Wuppertal entsprechende Informationen von "Spiegel Online". Die Formulare seien "unglücklich und missverständlich" und inzwischen wieder aus dem Internet-Angebot entfernt worden. Dahinter hätten "keine bösen Absichten" gesteckt, versicherte der Sprecher. Die Idee sei gewesen, besonders Kleinbetrieben "mit nützlichen Informationen" bei einer reibungslosen Zusammenarbeit zu helfen.


Die Barmer bot den Unternehmen eine ganze Palette Formulare für arbeitsrechtliche Maßnahmen - von der Abmahnung bis zur außerordentlichen Kündigung. Personelle Konsequenzen wegen des Angebots seien momentan kein Thema. Kündigungen verärgerter Mitglieder seien bislang nicht bekanntgeworden.


Ein anderes Bild zeichnet sich bei den Kommentaren des heutigen WAZ-Artikels zum Thema ab: http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2008/9/11/news-75769269/detail.html



Bedienzuschläge: Bahn bessert nach


Die Protestwelle auf die Ankündigung der Deutschen Bahn AG, zukünftig Zuschläge beim Ticketkauf am Schalter zu erheben ("Bedienzuschläge"), zeigt erste Wirkung: Bahnchef Hartmut Mehdorn kündigte an, Menschen mit Behinderungen ab einem Grad der Behinderung von 50 vom geplanten Bedienzuschlag bei einem Kauf von Fernverkehrs-, Sparpreis- oder Auslandsfahrkarten am Schalter freizustellen.


Erste Äußerungen des Unternehmens gingen dahin, alle Menschen mit Behinderungen vom Zuschlag zu befreien, die besonders auf den personalbedienten Verkauf angewiesen sind. Hierunter fasste die Deutsche Bahn AG zunächst Menschen mit Behinderungen ab einem Grad der Behinderung von 70.


Näheres ist nachzulesen unter: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bahn592.html



Stern-ZEIT-Blindenzeitschrift ist wieder da!


Noch eine erfreuliche Nachricht zum Schluss: Ein Jahr ist her, dass Stern-Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe die Einstellung der Blindenzeitschrift bekannt gab und eine akustische Nachfolge als DAISY-Version in Aussicht stellte.


Jetzt gab Saffe bekannt, dass Gruner + Jahr die Braille-Ausgabe in Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) weiterführen wird. Zusätzlich zur gedruckten Punktschriftausgabe soll eine elektronisch versendbare Variante der Braille-Daten zur Auswahl stehen (Jahres-Abo: jeweils 41,60 Euro).


Zukünftig bietet die DZB jede Woche einen Artikel des Stern als Podcast-Episode bzw. Audio-Download auf ihrer Internet-Plattform kostenlos an. Unter www.dzb.de/stern-podcast kann dieser heruntergeladen, als RSS abonniert oder mittels Software-Player angehört werden.


In diesem Sinne bis zum nächsten Mal,


Ihre

Susanne Schmidt
DVBS Öffentlichkeitsarbeit

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