horus aktuell Nr. 13/17 vom 08. August 2017
Arbeit und Beruf

Liebe Leserinnen und Leser,

heute geht es um die Kernkompetenzen der Herausgeber. Da die Meldungen uns eher etwas traurig stimmen, kommen ganz unten noch zwei heitere Beiträge.

Blindenschule in Tibet droht die Schließung

Bei manchen Meldungen bleibt einem wirklich die Spucke weg: Der Blindenschule in Tibet, die von Sabriye Tenberken gegründet wurde, droht die Schließung. Hier folgt der Link zum Meldung im "Spiegel": http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/tibet-von-deutscher-gegruendeter-blindenschule-droht-schliessung-a-1160924.html.

Barrieren bei Bewerbungen

An Regentagen fällt es uns schwer, sich auf den Weg zur Arbeit zu machen: Die Brille beschlägt, so dass ich als Sehbehinderter quasi im Dunkeln stehe und als Blinder fällt die akustische Orientierung weg, weil der Regen so laut rauscht und ich eine Kapuze aufsetzen muss. Trotzdem machen wir uns auf den Weg und stehen unsere Frau respektive unseren Mann. Wir können uns glücklich schätzen, haben wir doch einen Arbeitsplatz, an dem wir unsere Leistung bringen können. Die Online-Ausgabe der ZEIT beleuchtet die Probleme, auf die schwerbehinderte Menschen stoßen, wenn sie sich bewerben wollen: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2017-07/menschen-behinderung-karriere-beruf-handicap-huerden/komplettansicht.

Musikpädagogen wenden sich an die Kultusministerkonferenz

"Wir sind durchaus dankbar für die auch im internationalen Vergleich gute Ausstattung und das breite Ressourcenfundament, auf das wir generell zurückgreifen können. Die von uns angesprochene Problematik liegt jedoch vorrangig im Bereich der Vermittlung blindenspezifischer Kenntnisse und Fertigkeiten an stark sehbehinderte und blinde Schülerinnen und Schüler.

Der akute Mangel an gut ausgebildeten Blindenpädagogen, sowohl in der inklusiven Beschulung als auch an Förderschulen, sowie die zunehmend unzureichende Beherrschung der Braille-Schrift durch blinde Schülerinnen und Schüler zwingt diese immer häufiger dazu, den inklusiven Weg der Beschulung zu Gunsten einer exklusiven Schulbildung zu verlassen. Doch auch der Unterricht an den Sonderschulen ist mittlerweile oft unzureichend geworden, da Blindenpädagogen offensichtlich vorrangig in der Inklusion eingesetzt werden.

Im Ergebnis beobachten wir die zunehmend unzulängliche Vermittlung der Braille-Schrift im Allgemeinen und der Braille-Notenschrift im Besonderen. Wir müssen bisweilen in dieser Hinsicht eine tatsächliche Analphabetisierung feststellen."

Schon im Mai 2016 haben sich Mitglieder der Fachgruppe "Musik" im DVBS an die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) gewendet. Zwar habe die damalige Präsidentin geantwortet und grundsätzlich auch Verständnis für die aufgezeigten Probleme geäußert. Die Unterzeichner konnten jedoch bisher keine Fortschritte feststellen. Deshalb wende man sich erneut an die KMK und bittet um Abhilfe.

Studium und Behinderung in den Medien

In einer Reportage des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) wird die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention anhand von Portraits aufgezeigt. Portraitiert wird auch ein Mitglied der Universität Halle, Timo Kirmse, der mit einer an Blindheit grenzenden Sehbehinderung nach seinem - von Seiten des Landesprüfungsamtes barrierereichen - Staatsexamen der Rechtswissenschaften aktuell als einer von zwei Teilnehmern am PROMI-Projekt der Bundesagentur für Arbeit an der MLU arbeitet und promoviert. MDR: Exakt - Die Story "Es ist mein Recht - Warum Menschen mit Behinderung darum kämpfen müssen".

Sonderheft in Blindenschrift zur Fußball-Bundesliga

Marburg/Nürnberg: Pünktlich zum Start der Saison der 1. Fußballbundesliga am 18. August hat die Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista) in Zusammenarbeit mit dem Sportmagazin "Kicker" ein Sonderheft in Brailleschrift herausgegeben. Es enthält u. a. den Terminkalender für das Spieljahr, Angaben über Vereine und Spieler der 1. und 2. Liga sowie die Spielpläne der ersten, zweiten und dritten Liga. Das fast 200 Seiten starke Heft beinhaltet auch das "Kicker"-Interview mit Nationalspieler Mats Hummels und einen Spielplan zum Ausfüllen.

Das Heft kann für eine Schutzgebühr von 24,10 Euro plus Verpackungskosten bei der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. unter 06421 6060, oder info@blista.de ab sofort bestellt werden.

Und zum Schluss noch dies: "Wer Blindenführhunde ausbildet, muss Gewerbesteuer bezahlen", schreibt Rollingplanet. Hier ist der Link zur kompletten Meldung: http://rollingplanet.net/wer-blindenfuehrhunde-ausbildet-muss-gewerbesteuer-bezahlen/.

Kommen Sie weiterhin gut durch diesen eher durchwachsenen Sommer.

Herzlich grüßt Ihr und Euer

Wilhelm Gerike
DVBS Öffentlichkeitsarbeit

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