Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

Startseite |Aktuelles und Newsletter |Textservice |Rechtsberatung |Job-Service |Barrierefreies Internet

Verein & Selbsthilfe |horus & Broschüren |Stiften & spenden

DVBS Introduction, Link to PDF file (PDF, 65KB)

Newsletter

Suche

Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:

Suchbegriff:

Suchen in:


horus aktuell Nr. 12/03 vom 19. August 2003
News - DVBS-online.de

Liebe Leserinnen und Leser!


Sommerpause, hieß es in den vergangenen zweieinhalb Wochen für den "horus aktuell", nicht aber für unsere Blindengeldaktivisten.


In Bremen trafen sie sich - über alle Verbände hinweg - am 7. August, um die nächsten Aktionen zu planen. Sie werden meist von der Initiative "Augen auf in Bremen" getragen werden. Das Aktionsbündnis gründete sich auf Anregung unserer Blindengeld "Task Force", um möglichst viele Organisationen und Betroffene anzusprechen und um zusätzliche Unterstützer zu gewinnen. Die Internet-Plattform der Initiative hat die Adresse www.augen-auf.net. Interessierte finden hier unter anderem ein aktuelles Interview zum Thema Blindengeld, das in verschiedenen Formaten abgelegt ist und weiter verbreitet werden kann.


Mit Freude konnte die Bremer Crew feststellen, dass es "Augen auf" zum ersten Mal auch ins Fernsehen geschafft hatte. Am 1. August brachte "Buden und binnen" eine ausführliche Nachricht auf der Basis eines von Keyvan Dahesch über dpa verbreiteten Beitrags.


Blinde kritisieren Abschaffung des Landesblindengeldes in Bremen

Bremen - Die geplante Streichung des Landesblindengeldes in Bremen stößt bei den Betroffenen auf energischen Protest. Menschen ohne Augenlicht würden dadurch aus der Gesellschaft gedrängt, sagte der Sprecher der neu gegründeten Initiative "Augen auf in Bremen", Uwe Boysen, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Da blinde Menschen ohne zusätzliche Behinderung nichts von der Pflegeversicherung bekommen, können sie sich die nötigen Hilfen nicht mehr leisten."


Als Beispiel führte er den Fall eines 76 Jahre alten, langsam erblindenden Mannes an. Dieser müsse neben psychischen Problemen auch mit erheblichen finanziellen Lasten für Hilfen fertig werden: "Für Spaziergänge, Einkäufe, Arztbesuche und so weiter kann er keine Begleitperson bezahlen", meinte der selbst seit der Geburt blinde Boysen, der Vorsitzender Richter am Landgericht Bremen ist.


Der Hinweis des Bremer Senats auf Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) greife nicht. Wenn beispielsweise eine junge blinde Frau, die drei Wochen Urlaub in Europa machen möchte, für sich und eine Begleitung 4500 Euro spare, würden ihr die BSHG-Zuwendungen gestrichen. Denn nach dem Gesetz dürfe niemand mehr als 4200 Euro Vermögen haben.


Boysen appellierte an die SPD/CDU-Regierung, die Folgen ihres Vorhabens für Menschen ohne Augenlicht, die zu den Schwerstbehinderten zählen, zu überdenken. "Der Wegfall des Blindengeldes wirft diese Menschen um Jahrzehnte in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung zurück", sagte er anlässlich des Abschlusses der Bremer Sommeruniversität zum Thema Mensch und Behinderungen.


Nach der bereits gelungenen Verleihung des großen "Blindfischordens" an Bürgermeister Henning Scherf für die behindertenfeindlichste Idee des Jahres beschloss die Initiative "Augen auf in Bremen" nun das gewonnene Medieninteresse "beim Schopf zu packen" und am 13. August den Beginn einer Kampagne zu starten. Die folgende Presseinformation berichtet über die Aktion.


Und der Blindfisch, der hat Zähne ...

Mit einer originellen Tauchaktion in Bremerhaven ließ das Bündnis "Augen auf in Bremen", das sich die Beibehaltung gleicher Lebenschancen für behinderte Menschen zum Ziel gesetzt hat, den Blindfisch am Weserufer an Land gehen.


Am Mittwoch Nachmittag, kurz nach 17.00 Uhr erschien ein Taucher an der Wasseroberfläche des Alten Hafens beim Schnellboot, entstieg den Fluten und überreichte den dort wartenden blinden und sehbehinderten Menschen mit den Worten einen Fisch. "Ich bringe Euch den Blindfisch, damit dieser Euch hilft, das Landespflegegeld in Bremen zu erhalten." Beide, Taucher und Fisch, wurden von den Anwesenden mit Aplaus begrüßt.


"Der Blindfisch steht stellvertretend für die unterschiedlichen Lebenssituationen blinder Menschen und wird sich ab jetzt in die politische Auseinandersetzung um Landespflegegeld und andere Pläne zum sozialen Kahlschlag in Bremen einmischen", erklären die Initiatoren. "Wir hoffen, mit der Symbolfigur des Blindfisches, mit unserem Anliegen, einen weiteren Abbau sozialer Leistungen für behinderte Menschen in Bremen zu verhindern, mehr Beachtung in der Öffentlichkeit zu finden. Und wir hoffen natürlich auch, dass neben dem Landesvorsitzenden der CDU-Sozialausschüsse Rainer Bensch weitere Politiker der Regierungsparteien SPD und CDU den Mut finden, öffentlich ihre Bedenken zu der beabsichtigten Abschaffung des Landespflegegeldes zu äußern." erläutert Joachim Steinbrück, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses die Hintergründe. "Der Blindfisch steht auch dafür, dass wir durchaus Humor haben. Aber bei dem, was der Senat jetzt mit den behinderten Menschen vor hat, hört der Spaß auf", ergänzt die 2. Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, die 32-jährige blinde Bremerhavenerin Petra Heuer.


Am Ende der Vorstellung des Blindfisches sangen die etwa 30 versammelten Personen auf die Melodie von "Mackie Messer" den Blindfischsong: "Und der Blindfisch, der hat Zähne, und die zeigt er dem Senat . . ."


In diesem Sinne!

Michael Herbst
DVBS Öffentlichkeitsarbeit


Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?




Zurück zur Übersicht

[Startseite]  Startseite  | [Kontakt]  Kontakt  | [Impressum]  Impressum | [Hilfe]  Hilfe