Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

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horus aktuell Nr. 44/05 vom 21. September 2005
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Liebe Leserinnen und Leser!

Sie werden das Eintreffen Blinder und Sehbehinderter aus dem gesamten Bundesgebiet gut beobachten können. Die Teilnehmer der um 10:30 Uhr startenden Pressekonferenz in Raum 4 des Erfurter Intercity-Hotels können direkt auf den Bahnhofsvorplatz blicken. Auf diesem versammeln sich bekanntlich am 8.10.2005 die Teilnehmer der Demonstration für den Erhalt des Blindengeldes in Thüringen. Mittlerweile ist klar: An der Pressekonferenz nimmt auch der Vorsitzende des DVBS, Uwe Boysen teil. Der Jurist aus Bremen wird überdies als einer von voraussichtlich acht Rednern bei der Abschlusskundgebung zu hören sein. "Oh, da muss ich mich kurz fassen", meint der 57jährige ob der Rednerzahl. Kein Problem für ihn, aber auf die Frage, was er denn sagen wird, weicht Boysen aus. Die Mobilisierung möglichst vieler Menschen für die Demonstration ist ihm wichtig. Daher ab heute immer wieder Neues rund um die Erfurter Demonstration auf diesem Wege...


Wider dem Zeitgeist


Die Abschaffung der Nachteilsausgleiche für blinde Menschen greift immer weiter um sich. Sie beschäftigt Haupt- und Ehrenamtler der Selbsthilfe fortwährend. Da plötzlich kommt eine dpa-Meldung, man liest, stutzt, traut seinen Fingern und Ohren nicht. Es gibt sie, die Politiker, die sich zum Blindengeld bekennen, und die schaffen sogar Fakten. Lesen Sie selbst die Meldung vom vergangenen Donnerstag:

"Mecklenburg-Vorpommern will auch in Zukunft
nach Angaben des Sozialministeriums Sehbehinderte und Blinde mit dem
Landesblindengeld unterstützen. "Das Land wird das Landesblindengeld
weiterhin in unveränderter Höhe zahlen und bewahrt damit eine soziale
Errungenschaft von enormer Bedeutung für die Betroffenen", sagte
Sozialministerin Marianne Linke (Linkspartei.PDS) am Donnerstag in Schwerin
während der Festveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen des
Blinden- und Sehbehinderten Vereins Mecklenburg-Vorpommern.

Blinde oder sehbehinderte Menschen benötigten besondere Hilfe und
Unterstützung, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. "Das
Blindengeld trägt entscheidend zur Integration von blinden Menschen in
unsere Gesellschaft bei. Die Kosten des täglichen Lebens liegen für sie sehr viel höher als für Menschen ohne Handicap", sagte Linke.

Mecklenburg-Vorpommern habe im vergangenen Jahr für die Zahlung des
Landesblindengeldes insgesamt rund 22 Millionen Euro aufgebracht. Ein Betrag in gleicher Höhe sei im Landeshaushalt für die Jahre 2005, 2006 und 2007 bereits vorgesehen. Erwachsene Blinde erhielten monatlich ein
Landesblindengeld in Höhe von 546,10 Euro. Minderjährige Blinde hätten
Anspruch auf die Hälfte dieses Betrages. Im vergangenen Jahr bekamen rund
5500 Betroffene diese Leistung, hieß es. Insgesamt gibt es in
Mecklenburg-Vorpommern rund 12 000 Sehbehinderte und Blinde."

Auch die Finanzministerin soll übrigens anwesend gewesen sein, ist zu hören, und sie widersprach nicht.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal

Ihr

Michael Herbst
DVBS Öffentlichkeitsarbeit


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