Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

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horus aktuell Nr. 20/03 vom 09. Oktober 2003
News - DVBS-online.de

Liebe Leserinnen und Leser !


26.000 Unterschriften gegen die Kürzung des Berliner Landesblindengeldes sammelte der dortige ABSV und überreichte sie dem Senat vor einigen Wochen. Trotzdem passierte das Vorhaben die erste Lesung im Parlament. Der Widerstand geht weiter. Am nächsten Mittwoch ruft der ABSV mit folgender Meldung zu einer Protestkundgebung auf:


"Berlin, 15. Oktober 2003, 10:30 Uhr: Protestaktion auf dem Breitscheidplatz


Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) hat die Berliner Blinden und Sehbehinderten aufgerufen, am 15. Oktober auf dem Breitscheidplatz ihrem Protest gegen die geplanten Kürzungen des Blindengeldes Ausdruck zu verleihen. Für 10.30 Uhr ist zwischen der Kapelle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem "Wasserklops" eine halbstündige Aktion geplant, mit der wir auf unsere Forderungen aufmerksam machen wollen. Der genaue Ablauf der Aktion wird erst vor Ort bekannt gegeben, um Zuschauern und Pressevertretern einen Überraschungseffekt zu bieten.


Anschließend wird übrigens auf dem Breitscheidplatz bis 15:00 Uhr noch einiges geboten. Verschiedene Hilfswerke, Berufsverbände und Organisationen der Selbsthilfe, darunter DBSV, DVBS und ABSV, gestalten gemeinsam die Abschlussveranstaltung der "Woche des Sehens" und den "Tag des Weißen Stockes"."


Was geplant ist, darf natürlich auch ich nicht vermelden. Nur so viel: Blindenerkennungsmerkmale sind nützlich.


...und dann fährt der ABSV in Person seines Pressesprechers, Volker Lenk, fort:


"Berlin, Ende Oktober 2003: Anhörung vor dem Fachausschuss Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV), vertreten durch seinen Vorsitzenden Dr. Manfred Schmidt, sollte eigentlich am 18. September im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Migration des Berliner Abgeordnetenhauses seine Argumente gegen die geplanten Kürzungen des Blindengeldes in Berlin vortragen. Die Anhörung konnte aber nicht stattfinden, weil der Senat den entsprechenden Gesetzentwurf erst am 16. September verabschiedet hat. Inzwischen liegt der Gesetzentwurf dem Abgeordnetenhaus vor und kann beraten werden. Die Verabschiedung durch den Senat allein hat noch keine Wirkung, wenn auch einige Medien ihre Berichterstattung so formuliert haben, als seien schon Tatsachen geschaffen worden. Erst wenn das Abgeordnetenhaus entschieden hat, tritt ein Gesetz in Kraft, die Berliner Blinden und Sehbehinderten haben also nach wie vor die Möglichkeit, sich gegen die geplanten Kürzungen zu wehren. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Anhörung vor dem Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Migration, die voraussichtlich Ende Oktober stattfinden wird. Der ABSV bitte die Berliner Blinden und Sehbehinderten um zahlreiches Erscheinen. Bitte erkundigen Sie sich beim Besucherdienst des Abgeordnetenhauses unter der Telefonnummer 030 - 23 25 10 61, wann die Anhörung zum Landespflegegeldgesetz stattfindet und melden Sie sich rechtzeitig an. Um den Druck weiter zu erhöhen, sammeln wir immer noch fleißig Unterschriften. Bitte sammeln Sie so viel wie möglich, damit wir im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Migration bei der Anhörung mit einer großen Zahl von Menschen argumentieren können, die unseren Protest unterstützen."


Zur Unterschriftenaktion gelangen Sie über www.augen-auf.net.



Jetzt noch zwei Dinge in Sachen Mobilität:


1. Lange hat die Connex-Verbindung zwischen Rostock und Köln nicht mehr Bestand, obwohl die Auslastung mit 45 % für die Startphase gar nicht schlecht ist. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" teilt mit, die Verbindung, die auch über Marburg und Berlin führte, wird ab 28.10.2003 wieder eingestellt. Die Züge werden anderweitig benötigt, denn...


"...die dafür eingesetzten Fahrzeuge werden ab 1. November für die Fernverkehrsverbindung Hamburg-Flensburg-Padborg eingesetzt. Die InterConnex-Linien Gera-Berlin-Rostock und Zittau-Berlin-Stralsund(-Binz) werden von dieser Entscheidung nicht berührt.


Die Connex-Tochtergesellschaft Nord-Ostsee-Bahn hat am 25.September 2003 vom Land Schleswig-Holstein den Auftrag für diese unter der Bezeichnung FLEX betriebene Linie erhalten. Für den derzeitigen Betreiber, die FLEX Verkehr AG, wurde vor wenigen Wochen ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet. Daraufhin hatte die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft im Auftrag des Verkehrsministeriums einen neuen Betreiber gesucht.


"Wir sind uns darüber bewusst, dass diese Entscheidung für diejenigen Regionen, aus denen wir uns nun zurückziehen, eine Enttäuschung ist. Wir können jedoch mit den InterConnex-Zügen das Land Schleswig-Holstein dabei unterstützen, eine bereits etablierte Bahnverbindung aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln", erläutert Connex-Geschäftsführer Hans Leister die Entscheidung."


2. Die "Nationale Koordinationsstelle Tourismus für alle (Natko)" beschäftigt sich auch mit Barrieren im Flugverkehr und hat erste Kontakte geknüpft. Mit folgendem Aufruf bittet sie alle Betroffenen um ihre Mithilfe:"


Mainz (NatKo) Das Flugzeug ist heute für viele zu einem alltäglichen Verkehrsmittel geworden. Nicht jedoch für Menschen mit Behinderungen. Denn gerade auf Flugreisen stoßen Reisende mit Mobilitätseinschränkungen noch immer auf eine Vielzahl von Barrieren. Schon die Vorreservierung eines geeigneten Sitzplatzes ist nicht immer ganz einfach, Informationen über Flugzeiten sind für viele nicht lesbar, der Weg zum Flieger oft weit und beschwerlich, die Einrichtung der Jets in den meisten Fällen alles andere als barrierefrei.


Ein Vertreter der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. (NatKo) hat im November die Gelegenheit, auf einem Kongreß der Deutschen Lufthansa einen Vortrag zum Thema barrierefreies Reisen, hier speziell Flugreisen, zu halten.


Die NatKo möchte immer die Interessen von Menschen mit den verschiedenen Formen von Behinderungen vertreten und bittet Sie an dieser Stelle um Ihre Mitarbeit bei der Vorbereitung dieses Vortrags.


Bitte teilen Sie der NatKo Ihre persönlichen Erfahrungen auf Flugreisen mit. Dabei geht es nicht nur um den Flug allein, sondern auch um die Information über geeignete Flüge, über Buchung, Transfer zum und vom Flughafen, Check-In, Ausstattung von Flughäfen usw. Vor allem folgende Fragen sind für ein solches Referat von Interesse:

Bitte senden Sie Ihre Erfahrungen und Vorschläge unter dem Stichwort "Lufthansa" bitte möglichst bald an die:


Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. - NatKo


Per Post: Kötherhofstr.4 55116 Mainz


Per FAX: 06131-21 48 48


per E-Mail:home@natko.de


Die NatKo wird alle Zuschriftenauswerten und die Ergebnisse auf dem Lufthansa-Kongreß zur Diskussion stellen. Darauf aufbauend sollen gemeinsam mit der Fluglinie und anderen Beteiligten Lösungen für noch vorhandene Probleme erarbeitet werden. Schon jetzt vielen Dank für Ihre Mithilfe sagt Ihr NatKo-Team"


In diesem Sinne bis zum nächsten Mal!

Michael Herbst
DVBS Öffentlichkeitsarbeit


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