



Im Rahmen der Mitgliederversammlung vom 4. bis 6. Oktober 1990 hat sich ein Arbeitskreis neu konstituiert, der sich mit den speziellen Problemen Sehbehinderter befasst. Er soll als verbandsübergreifender Arbeitskreis am 30. November in Marburg zusammenkommen (erfolgt jedoch erst zum 1 Juni 1991).
Am 1. Juni 1991 tritt erstmalig der "Gemeinsame Arbeitskreis für die Belange der Sehbehinderten" (GABS) zusammen, dem neben dem DVBS der DBV (heute DBSV), der BFS und die DRPV (heute Pro Retina) angehören. Maßgebend an der Gründung beteiligt sind Rita Schwörer, Sonja Baus, Ulrike Braczko und Thomas Schuhmacher, um hier nur einige der engagiertesten Mitglieder zu nennen.
Der GABS will die Situation sehbehinderter Menschen zwischen Sehen und Blindheit nach innen und außen bewusster machen und so eine Sensibilisierung gegenüber Sehbehinderten fördern. Der Ausschuss sieht seine Hauptaufgabe im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Ein wichtiges Anliegen ist für den Ausschuss hierbei ein gemeinsames Auftreten der Selbsthilfeverbände.
Der Arbeitskreis bereitet das erste Seminar "Nicht sehend - nicht blind" vor.
Vom 16. bis 18. April wird das vom Arbeitskreis veranlasste und von DVBS und DBV getragene erste Seminar "Nicht sehend - nicht blind" in Marktbreit bei Würzburg durchgeführt und findet großen Anklang.

Das Seminarwochenende steht unter dem Thema: "Nicht sehend, nicht blind - wie lebe ich damit? Gibt es Situationen, in denen ich mit meiner Sehbehinderung anders umgehen können möchte?" Erstmals wird in einem Selbsterfahrungsseminar die Möglichkeit geboten, sehbehindertenspezifische Erfahrungen auszutauschen. Mit Hilfe von Rollenspielen, Gesprächsrunden und Entspannungsübungen nähert man sich dem Thema an. Neben der psychosozialen Bearbeitung werden hier auch erste Vorschläge zur Verbesserung der Situation Sehbehinderter gemacht, wie die Markierung von Stufen, deutliche und große Beschriftungen u.ä.
Das Thema "Nicht sehend - nicht blind" sollte später Konzept werden für jährlich stattfindende DVBS-Seminare speziell für Sehbehinderte.
Angeregt durch die Arbeitskreisleitung, nahmen zwei Vertreter des DVBS vom 5. bis 9. Juli 1993 an dem Internationalen Low Vision Kongress in Holland teil.
Am 26. Juni und 17. November 1993 finden Sitzungen des Arbeitskreises in der Geschäftsstelle in Marburg statt. Die wichtigsten Themen sind: Informationsaustausch, Verankerung des Sehbehindertengeldes im BSHG, Mitarbeit Deutschlands bei der EU-Kommission für Sehbehinderte, Bericht über das Arbeitskreisleiter- und -leiterinnentreffen vom November in Bad Meinberg. der gelbe Stock für Sehbehinderte, Aufgaben des Arbeitskreises bzw. weitere Planung.
Trotz des großen Anklangs des ersten Seminars "Nicht sehend - nicht blind" wird mehrheitlich entschieden, dass es nicht Aufgabe des Arbeitskreises sein soll, weitere Seminare, die von mehreren Vereinen finanziert werden, durchführen zu lassen.
Am 26. März 1994 tagt der "Gemeinsame Arbeitskreis für die Belange der Sehbehinderten" in Marburg. Die anwesenden Delegierten beschließen, die gemeinsame Tagung aller Arbeitskreise im Februar 1995 nutzen zu wollen, um ihren Arbeitskreis neu zu konstituieren. Die interessierten Verbände werden aufgefordert, feste Delegierte zu benennen, die im künftigen Arbeitskreis mitarbeiten wollen. Die Tagungsteilnehmer sind sich einig, im kommenden Februar neue konkrete Aufgaben zu formulieren, die der Arbeitskreis dann je nach Bedarf eigenständig oder in enger Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitskreisen zu erfüllen hat.
Am 12. Mai 1994 findet am Rande der Mitgliederversammlung ein Sehbehindertentreffen statt. Diskutiert werden u.a. folgende Themen:
Es kommt die Frage auf, wie die Belange sehbehinderter Mitglieder in Zukunft weiter im DVBS vertreten werden sollen. Dabei wird der Vorschlag, eine "Fachgruppe Sehbehinderte" zu gründen, abgelehnt. Befürwortet wird die Gründung einer Arbeitsgruppe, die sehbehindertenspezifische Probleme auflistet und mit den Delegierten des "Gemeinsamen Arbeitskreises für die Belange der Sehbehinderten" zusammenarbeitet.
Vom 14. bis 16. Oktober 1994 findet das zweite Seminar zum Thema: "Nicht sehend - nicht blind - wie lebe ich damit? Gibt es Situationen, in denen ich mit meiner Sehbehinderung anders umgehen können möchte?" statt. Wieder liegt der Schwerpunkt des Seminars auf dem Austausch sehbehindertenspezifischer Erfahrungen und der Erarbeitung sehbehindertenspezifischer Verhaltensalternativen.
Die Teilnehmer sprechen sich für die Gründung einer Fachgruppe "Sehbehinderter" aus. Rita Schwörer und Thomas Schuhmacher werden beauftragt, im Namen der Seminarteilnehmer die Gründung der Fachgruppe "Sehbehinderte" beim Arbeitsausschuss zu beantragen. Es werden folgende Personen für die kommissarische Leitung der Fachgruppe gewählt: Rita Schwörer (kommissarische Leitung), Thomas Schuhmacher, Manuela Mischka, Ulrike Weber.
Der Arbeitsausschuss beschließt in seiner Sitzung am 3. und 4 Dezember 1994 in Bad Berleburg nach ausführlicher Diskussion eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden, die sich ausschließlich den Fragen der Sehbehinderten widmet. Dieser Arbeitsgemeinschaft gehören alle DVBS-Mitglieder an, die sich selbst als sehbehindert definieren und ihre spezifischen Bedürfnisse äußern bzw. vertreten wollen. Die Leitung wird zunächst vom Vorstand eingesetzt und im ersten Halbjahr 1995 soll ein Wochenendseminar für interessierte Mitglieder angeboten werden.
Am "Initiativtreffen Sehbehinderter" vom 10. bis 12. März 1995 in Melsungen nehmen ca. zehn sehbehinderte DVBS-Mitgliedern teil, die im Laufe des letzten Jahres ihr Interesse an aktiver Mitarbeit bekundet haben. Ziel des Treffens ist es, die bisherigen Aktivitäten bei Interesse aufzugreifen und weiterzuplanen, neue Ideen für zukünftige Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsgemeinschaft zu entwickeln und diese mit dem verbandsübergreifenden "Gemeinsamen Arbeitskreis für die Belange der Sehbehinderten" zu koordinieren.
In zwei Arbeitsgruppen werden die Themen
bearbeitet.
Rege diskutiert werden auch die Themen Öffentlichkeitsarbeit und Sehbehindertengeld. Um klären zu können, wie viele sehbehinderte Mitglieder es im DVBS gibt, wird vorgeschlagen, mit der Einladung zur nächsten Mitgliederversammlung die Frage zu stellen, ob sich das Mitglied als sehbehindert der AG für Sehbehinderte im DVBS angehörig fühlt.
Bei diesem Treffen wird die Grundlagen für die künftigen Aktivitäten und das Selbstverständnis der Arbeit der AG gelegt.
Der "Gemeinsame Arbeitskreis für die Belange der Sehbehinderten" konstituiert sich anlässlich seiner Tagung vom 9.bis 12. Februar 1995 in Valbert neu. Seine zweite Jahressitzung führt der Arbeitskreis vom 30. September bis 1. Oktober in Remagen durch.
Im Laufe des Jahres führt er frühere Themen, wie Ausarbeitungen zum Sehbehindertengeld und Anregung von Seminaren, fort. Verstärkt widmet sich der Arbeitskreis 1995 Themen der Öffentlichkeitsarbeit. So wird die Artikelserie "Augenblicke" geschaffen. Auch der Themenkomplex "Low Vision" wird neu in das Aufgabenfeld des Arbeitskreises aufgenommen.
Im Bereich Umwelt und Verkehr werden Empfehlungen zur Blinden- und sehbehindertengerechten Gestaltung von Kur- und Erholungsheimen für Blinde und Sehbehinderte erarbeitet, die auch auf öffentliche Gebäude übertragbar sind. In Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss für Informationstechnik werden Stellungnahmen für die Spitzenverbände der Krankenkassen zu den Produktgruppen Sehhilfen und Bildschirmlesegeräte erarbeitet. Um im Sinne der Betroffenen ehrenamtliche Ressourcen für alle zugänglich zu machen, plant der Arbeitskreis ein verbandübergreifendes Ansprechpersonennetz von Sehbehinderten für Sehbehinderte. Ein erster Aufruf in allen Zeitschriften der beteiligten Organisationen führt bereits zu einem beachtlichen Ergebnis. Fortbildungsangebote für die gewonnenen Ansprechpartnerinnen und -partner sind in Vorbereitung.
In vielen Bereichen überschneiden sich die Tätigkeiten des Arbeitskreises mit den Aufgaben anderer Fachausschüsse. Anlässlich der gemeinsamen Februartagung bestimmt der Arbeitskreis deshalb Kontaktpersonen zu den übrigen Ausschüssen.
Das Seminar "Nicht sehend - nicht blind" vom 25. bis 28. Januar 1996 in Marktbreit ist einen Tag länger als die vorherigen mit einem umfangreicheren Themenangebot und mit fast doppelt so vielen Teilnehmern (34) als in den Jahren zuvor. Erstmals werden zwei Themenschwerpunkte parallel angeboten, nämlich
Diese Workshops finden von Freitagmittag bis Samstagabend statt.
Zusätzlich wird ein gemeinsames Thema am Freitagvormittag angeboten. Über dieses Thema - "Low Vision - Vorstellung der bestehenden Konzepte und ihre praktische Umsetzung in der Bundesrepublik Deutschland" - informiert Frau Kampman (Augenoptikerin und Orthoptistin an der Blindeninstitutsstiftung Würzburg).

Am Sonntagvormittag steht u.a. die Wahl des ersten Leitungsteams an. Ins Leitungsteam gewählt werden: Sonja Baus; Jürgen Beckmann; Ulrike Braczko; Rita Schwörer (Leiterin).
Anlässlich der Mitgliederversammlung trifft sich am 6. Juni 1996 die "AG Sehbehinderte im DVBS". Die wichtigsten Tagesordnungspunkte sind:
Der "Gemeinsame Fachausschuss für die Belange der Sehbehinderten - GFBS" geht 1996 aus dem gleichnamigen "gemeinsamen Arbeitskreis" hervor. Seine Stellung entspricht damit nun derjenigen der übrigen Fachausschüsse. Die Regie des GFBS liegt in Händen des DVBS (die Koordination der übrigen Fachausschüsse trägt der Deutsche Blindenverband). Die Aufgaben des GFBS bilden zahlreiche Schnittmengen mit den Aufgaben der anderen Ausschüsse.
Der Fachausschuss tagt am 3. und 4. Februar in Frankfurt am Main, am 29. und 30. Juni in Köln und vom 18. bis 20. Oktober 1996 in Berlin. Die Referentin und der Referent des DVBS sind: Rita Schwörer, Esslingen (Leitung), und Thomas Schuhmacher, Marburg.
In Fragen der Umweltgestaltung erarbeitet der FBS 1996 Beurteilungen zu entsprechenden bereits vorliegenden oder in Arbeit befindlichen Handbüchern. Zur sehbehindertengerechten Gestaltung von Blindenkur- und Erholungsheimen legt er Empfehlungen vor, die auch auf öffentliche Gebäude übertragbar sind. Ausgearbeitet wird weiterhin ein Vorschlag zur sehbehindertengerechten Gestaltung von Medikamenten-Beipackzetteln. Mit einer Beschlussvorlage für die bundesweite Gewährung einer Sehbehindertenhilfe wendet sich der Fachausschuss an die ihn tragenden Selbsthilfeorganisationen. Unter dem Schlagwort "Low Vision" werden erste Konzepte entwickelt, wie in Deutschland die Beratung und Versorgung Sehbehinderter insgesamt verbessert werden kann. Ein verbandsübergreifendes Seminar für selbst betroffene Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Sehbehindertenbereich wird angeregt.
Das Seminar "Nicht sehend- nicht blind" vom 31. Januar bis 2. Februar 1997 findet erstmals nicht in Marktbreit statt, sondern im rollstuhlgerechten Jugendgästehaus Aasee in Münster.

In den parallel angebotenen Workshops wird zu folgenden Themen gearbeitet:
Am Sonntagvormittag hält Herr Dr. Rainer Kunze aus München einen Plenumsvortrag zum Thema "Psychosomatik in der Augenheilkunde". Herr Dr. Kunze ist sehr interessiert an der Intensivierung des Kontaktes der Selbsthilfegruppen mit den Augenärzten. Er bietet an, sich dafür einzusetzen, dass auf dem diesjährigen Augenärztekongress in Wiesbaden die Sehbehindertenselbsthilfeverbände einen kostenlosen Stand bekommen.
Diskutiert wird u.a. auch die Benutzung des weißen Stockes durch hochgradig Sehbehinderte und die Lesefreundlichkeit des horus.
Der "Fachausschuss für die Belange der Sehbehinderten - FBS" tagt am 12. und 13. April 1997 in Esslingen und am 23. August 1997 in Köln. Er legt eine Beschlussvorlage zur "Gewährung eines abgestuften 'Blindengeldes' für Sehbehinderte" vor, die der Verwaltungsrat des Deutschen Blindenverbandes und der Arbeitsausschuss des DVBS im Mai bzw. November verabschieden. Um eine flächendeckende Betreuung und Sehhilfenberatung für Sehbehinderte zu erreichen, erarbeitet und veröffentlicht der Fachausschuss Beratungskonzepte sowie Forderungen zur Ausbildung von Low-Vision-Trainern und Low-Vision-Optikern. Vorbereitet ist ein Einführungsseminar, das zum Aufbau eines bundesweiten Ansprechpartnernetzes von Sehbehinderten für Sehbehinderte beitragen soll.
Zahlreiche Schnittmengen bilden die Aufgaben des GFBS mit den Aufgaben der anderen Fachausschüsse. So wirkt beispielsweise der GFBS in der Projektgruppe des FIT "Großschrift für Windows" mit und seine 1997 beschlossenen Empfehlungen zur sehbehindertengerechten Gestaltung von Blindenkur- und -erholungsheimen sind auch auf andere öffentliche Gebäude übertragbar. Referentin des DVBS im GFBS ist weiterhin Rita Schwörer, Esslingen (Vorsitzende).
Mit einem Informationsstand auf dem Augenärztekongress vom 20. bis 23. November in Wiesbaden schlägt der GFBS neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit ein. Dafür entwickelt er verbandsübergreifende Plakate und Informationsmaterialien.
Im Rahmen des Seminars "Nicht sehend - nicht blind" vom 30. Januar bis 1. Februar 1998 im Jugendgästehaus Aasee in Münster werden zwei Referate gehalten. Zum einen referiert Erwin Denninghaus zur Förderung der Lesegeschwindigkeit. Das weitere Referat von Andreas Carstens beschäftigt sich mit dem Thema "Chancen eines barrierefreien Zugangs zur multimedial geprägten Informationsgesellschaft".
In den Workshops werden folgende Themen bearbeitet:
Darüber hinaus werden über die Thematik der Arbeitsplatzassistenz diskutiert und Anregungen und Forderungen für die "Sehbehinderten-Aktionstage" im Juni 1998 in Bonn gesammelt.
Des weiteren steht die Wahl eines neuen Leitungsteams auf dem Programm. Gewählt werden: Ulrike Braczko (Leiterin), Sonja Baus, Jan Eric Hellbusch und Rita Schwörer.
Der "Gemeinsame Fachausschuss für die Belange der Sehbehinderten - FBS" befasst sich in seiner Sitzung am 18. und 19. April 1998 in Bielefeld mit der Vorbereitung der Sehbehinderten-Aktionstage am 5. und 6. Juni in Bonn. Er empfiehlt, die sich darbietende Chance zu nutzen und die Aktionstage zu einem jährlichen "Tag der Sehbehinderten" weiterzuentwickeln. Ähnlich wie der 15. Oktober für Blinde, soll für Sehbehinderte künftig der 6. Juni das Forum für regionale und überregionale Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit bieten.
Anlässlich der Aktionstage erarbeitet der Ausschuss ein Forderungspapier zum Bereich Low Vision. Es wird von allen im FBS vertretenen Organisationen getragen und muss nun in die jeweiligen Verbandsaktivitäten einfließen. Einen spezialisierten Ausbildungsgang "Low-Vision-Rehabilitation" empfiehlt der FBS bislang nicht. Allerdings scheinen die Aspekte häusliche Beratung, Bedarfsklärung und Training mit Sehhilfen im deutschen Ausbildungssystem zu wenig Beachtung zu finden.

Die Sehbehindertenaktionstage am 5. und 6. Juni 1998 im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn finden unter Motto "Niemand darf wegen seiner Sehbehinderung benachteiligt werden" statt.
Eingeleitet werden die Aktionstage von einer Tandem-Tour von Berlin nach Bonn. Die Schirmherrin, die damalige Bundestagspräsidentin Prof. Rita Süßmuth, hält die Eröffnungsrede.
In Referaten und Diskussionsbeiträgen von Betroffenen und Experten wird auf die Situation von sehbehinderten Menschen in den verschiedensten Lebensbereichen aufmerksam gemacht. Zur Verdeutlichung, was es heißt, sehbehindert zu sein, werden Bundestagsabgeordnete mit Simulationsbrillen ausgestattet und erledigen kleiner Aufgaben, wie ihren Arbeitsplatz zu finden und dort kleinere Tätigkeiten zu verrichten.
Diese Veranstaltung ist der Auftakt für den jährlich stattfindenden Sehbehindertentag am 6. Juni.
Der Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter tagte am 17. und 18. Oktober 1998 in Marburg. Referenten des DVBS im FBS sind: Rita Schwörer, Esslingen (Leitung), und Sonja Baus, Würzburg. Schwerpunktthemen der Sitzung sind die Auswertung der Sehbehinderten-Aktionstage im Juni, die mit durchaus kritischer Manöverkritik bedacht werden, deren grundsätzliches Anliegen, ein Forum für die Belange sehbehinderter Menschen zu schaffen, jedoch positiv bewertet werden.
Des weiteren setzt man sich mit der Bewilligungspraxis der Krankenkassen bei Sehhilfen ebenso auseinander wie mit der Ausbildung im Bereich Low Vision-Rehabilitation in Deutschland und der Schweiz. Ein Besuch bei RES (Rehabilitationseinrichtung für Sehgeschädigte), der über die Sehhilfenberatung und die Ausbildung von RehabilitationslehrerInnen für Blinde und Sehbehinderte informiert, rundet die Ausschusssitzung ab.
Positive Erfahrungen macht der Ausschuss mit der gemeinsamen Betreuung eines Informationsstandes auf dem Augenärztekongress in Wiesbaden vom 19. bis 22. November 1998. Das aufeinander abgestimmte Auftreten aller vier Bundesverbände der Sehbehindertenselbsthilfe ist ein gelungenes Stück Öffentlichkeitsarbeit, das auch in Zukunft fortgesetzt werden soll. Das Informationsblatt "Sehbehinderung - was ist das?" mit einer allgemeinen Information sowie mit Kurzdarstellungen der beteiligten Verbände wird dafür verbessert.
Das Seminar "Nicht sehend - nicht blind" vom 22. bis 24. Januar 1999 findet zum dritten Mal im Jugendgästehaus Aasee in Münster statt. Auch bei diesem Seminar werden parallel zwei Workshops angeboten, und zwar zu den Themen:
Am Sonntagvormittag werden wieder Themen angesprochen, die die Arbeit der AG betreffen, u.a.
Vom 19. bis 20. Februar 1999 tagt der Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter (FBS) in Hamburg. Verschiedene Veranstaltungen stehen auf der Tagesordnung, so das Symposium zur aktuellen Versorgung und Bewilligungspraxis bei Sehhilfen. Dieses wird vom DVBS, dem Blindenbund Hessen, der Deutschen Blindenstudienanstalt (RES), der Nikolauspflege Stuttgart und dem DBSV im Juni durchgeführt; der FBS wird mit einem Beitrag vertreten sein, welcher darlegt, wie eine optimale Sehbehindertenberatungsstelle aussehen sollte.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Austausch und die Koordination des auf Anregung des FBS deklarierten Sehbehindertentages am 6. Juni. Beim Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter e.V. (IRIS) informieren sich die Ausschussmitglieder über die Integration des Low Vision-Bereichs in das Ausbildungskonzept zur/zum O&M- und LPF-Lehrer/in. Der Ausschuss richtet sein Augenmerk hierbei insbesondere auf den Vergleich mit der Ausbildungssituation in der Schweiz.
Am 9. und 10. Juni findet in Marburg das vom Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter initiierte "Symposium zur Gewährung von Hilfsmitteln und Beratungsleistungen für Sehbehinderte und Blinde durch die Krankenkassen" statt. Hier stellte der FBS sein Konzept eines vernetzten Angebots an Sehbehindertenberatung - vom Sehhilfentraining bis zur psycho-sozialen Betreuung - vor, wie es sich der Fachausschuss als Idealzustand wünscht. Der Tagungsbericht dokumentiert dieses Konzept.
Der Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter (FBS) tagt vom 29. bis 31. Oktober 1999 in Bad Liebenzell. Intensiv diskutiert werden wieder Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, wie die inzwischen bewährte Präsenz auf dem Augenärztekongress. Die Ausschussmitglieder sind sich einig, dass die Anwesenheit mit einem gemeinsamen Infostand der im FBS vertretenen Verbände (DBSV, DVBS, BFS, PRDV und VBS) eine gelungene Gemeinschaftsaktion ist, die dazu beiträgt, die für Außenstehende oft schwer zu durchschauende Struktur der verschiedenen Selbsthilfeverbände für Blinde und Sehbehinderte transparenter zu machen.
Auch die Nachbereitung verschiedener Veranstaltungen, wie das Marburger Symposium zur Gewährung von Hilfsmitteln durch die Krankenkassen und der Low-Vision-Kongress des VBS, bilden einen Schwerpunkt, um aus den positiven wie negativen Erfahrungen für zukünftige Veranstaltungen zu lernen.
Einen interessanten Ausblick bietet das Referat von Frank Laemers, der über das EU-Projekt "Low Vision, interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Frühförderung blinder, mehrfachbehinderter und sehbehinderter Kinder in Europa" an der Universität Dortmund berichtete.

Das Seminar "Nicht sehend - nicht blind" der Arbeitsgemeinschaft der Sehbehinderten findet vom 21. bis 23. Januar 2000 statt. Zu diesem Seminar wechselt der Tagungsort in den Süden, nach Herrenberg bei Stuttgart.
Es werden wieder drei Seminarschwerpunkte in Form von parallel stattfindenden Workshops zu folgenden Themen angeboten:
Der Sonntagvormittag wird wieder genutzt, um aus der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft zu berichten. Diskutiert werden der Aktionstag der Sehbehinderten und mögliche Aktionen des DVBS. Weiterhin wird die Einrichtung einer Mailing-Liste beschlossen und der endgültige Entwurf für das DVBS-Infoblatt verteilt.
Dann wird das Leitungsteam neu gewählt. Rita Schwörer und Ulrike Braczko haben sich aus Zeitgründen nicht mehr zur Verfügung gestellt. Als neuer Leiter der Arbeitsgemeinschaft wird Jan Eric Hellbusch gewählt. In das Leitungsteam werden Sonja Baus, Norbert Bongartz und Claudia Hild gewählt.
Positive Erfahrungen macht der Fachausschuss erneut mit der gemeinsamen Betreuung eines Informationsstandes bei der "Augenärztlichen Akademie Deutschlands" im März 2000 in Düsseldorf. Der Kongress wird erstmals gemeinsam vom Bundesverband der Augenärzte Deutschlands" (BVA) und der "Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft" (DOG) in Düsseldorf veranstaltet. Das Informationsblatt "Sehbehinderung - was bedeutet das?" mit einer allgemeinen Information sowie mit Kurzdarstellungen der beteiligten Verbände wurde dafür aktualisiert und findet guten Anklang. Nach einer mehrjährigen Präsenz bei Augenärztekongressen und anderen Fachveranstaltungen wird allmählich spürbar, dass das Interesse der Augenärzte an Selbsthilfeinformationen steigt.
Der "Fachausschuss für die Belange der Sehbehinderten" tagt vom 31. März bis 2. April 2000 in Würzburg sowie vom 27. bis 29. Oktober 2000 in Bonn. Der FBS befasst sich 2000 mit der Vorbereitung und Auswertung zahlreicher Veranstaltungen. Der FBS entwickelt für den jährlichen "Sehbehindertentag" ein Organisationen übergreifendes Symbol, wirkt an der Schaffung des Mottos "Kontraste helfen schwachen Augen" mit und beteiligt sich an regionalen Aktionen. Von Bedeutung ist dabei der mittlerweile gelungene Brückenschlag zu vielen Augenoptikern.
In Zusammenhang mit dem aktuellen Normgebungsverfahren für "Kontraste im öffentlich zugänglichen Bereich" befasst sich der Fachausschuss ausführlich sowohl mit der technischen Seite der Kontrastmessung und der physikalischen Berechnung der Kontrastwerte, als auch mit dem optischen Eindruck verschiedener Werte auf unterschiedliche Sehbehinderungen. In Kooperation mit dem GFUV erarbeitet der Ausschuss eine Stellungnahme für das Normgebungsverfahren.
Das Seminar "Nicht sehend - nicht blind" der Arbeitsgemeinschaft "Sehbehinderte im DVBS" findet vom 2. bis 4. Februar 2001 in Herrenberg bei Stuttgart statt.
Es werden wieder drei Workshops parallel angeboten zu folgenden Themen:
Der Sonntagvormittag steht für Informationen über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung. Insbesondere werden der Aktionstag der Sehbehinderten und mögliche Aktionen des DVBS diskutiert, wobei betont wird, dass Aktionen mit anderen Sehbehinderten- und Blindenverbänden koordiniert sein müssen. Rita Schwörer berichtet über die Arbeit im Arbeitskreis "Kontrastreiche Gestaltung des öffentlichen Raums" und stellt einen speziellen Aufsatz für eine PC-Tastatur mit großen, kontrastreichen Buchstaben vor, die den Sehbehinderten das Tippen erleichtern soll.
Positive Erfahrungen macht der Fachausschuss erneut mit der gemeinsamen Betreuung eines Informationsstandes bei der "Augenärztlichen Akademie Deutschlands" vom 6. bis 11. März in Düsseldorf.
Der "Fachausschuss für die Belange der Sehbehinderten" tagt am 4. und 5. Mai 2001 in Esslingen. Er befasst sich erneut mit der Vorbereitung und Auswertung zahlreicher Veranstaltungen.
Im Zusammenhang mit dem aktuellen Normgebungsverfahren für "Kontraste im öffentlich zugänglichen Bereich" vertritt die FBS-Vorsitzende im Normgebungsausschuss die Interessen des Fachausschusses und des DVBS. Nachdem nach hartem Ringen ein Kompromiss hinsichtlich der anzustrebenden Kontrastwerte erreicht werden konnte, wird im Berichtszeitraum der Gelbdruck der Norm frei gegeben.

Das Seminar "Nicht sehend - nicht blind" der Arbeitsgemeinschaft Sehbehinderte findet vom 31. Januar bis 3. Februar 2002 auf Burg Fürsteneck in Eiterfeld bei Bad Hersfeld statt. Der Aufenthalt beginnt mit einer Burgführung durch Herrn Ernst, pädagogischem Mitarbeiter der Heimvolkshochschule. Diese Führung ermöglicht den Teilnehmern ein erstes Kennenlernen und Erkunden der Burg.
Workshops werden zu folgenden Themen angeboten:
Am Sonntagvormittag referiert Norbert Bongartz zum Thema "Arbeitsplatzassistenz". Er stellt die durch das SGB IX geänderte Rechtslage dar. Deutlich wird, dass es noch viele Unklarheiten gibt zur Rechtsauslegung.
Außerdem steht die Wahl des neuen Leitungsteams an. Sonja Baus stellt sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl.
Gewählt werden: Jan Eric Hellbusch (Leitung), Norbert Bongartz, Claudia Hild-Jacobs, Irmgard Badura
Vom 5. bis 9. März 2002 betreut der Fachausschuss erneut einen Informationsstand bei der "Augenärztlichen Akademie Deutschland" in Düsseldorf.
Am Nachmittag des 10. Mai 2002 treffen sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Sehbehinderten im DVBS in Marburg. Themen sind u.a.
Das von Irmgard Badura geplante Referat zum Thema "Low Vision" wird auf das nächste Seminar der Arbeitsgemeinschaft vertagt.
Erstmals findet vom 10. bis 15. Oktober 2002 die "Woche des Sehens" statt, an der acht Organisationen bzw. Verbände beteiligt sind. Dabei werden die drei Ziele der "Woche des Sehens" konkretisiert: Die Menschen sollen die Bedeutung guten Sehens erkennen, Ursachen von Blindheit verstehen und vorsichtiger mit ihrer Sehkraft umgehen.
Die Eröffnungsveranstaltung in Düsseldorf ist Startschuss für fast 40 unterschiedliche Aktionen in ganz Deutschland, die unter dem Motto "Blindheit verstehen - Blindheit verhüten" auf die Ursachen und Probleme von blinden und sehbehinderten Menschen aufmerksam machen wollen. Offizieller Abschluss ist am Dienstag, 15. Oktober, ein buntes Fest mit Musik und Informationen auf dem Rudolfplatz in Köln. Sowohl in Düsseldorf als auch in Köln ist der DVBS mit einem Informationsstand vertreten.
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