Bezirksgruppe Hessen

Selbsthilfe und Interessenvertretung zählen zu den Kernzielen des DVBS. Die Mitglieder engagieren sich nach Expertise, Interesse und Region: Sie arbeiten in einer oder mehreren Fachgruppen mit und gehören der Bezirksgruppe ihres Wohnsitzes an. Seit 1992 leitet Anette Bach die DVBS-Bezirksgruppe. Sie ist mit rund 400 Mitgliedern die größte im DVBS. Was es bedeutet, einen DVBS-Bezirk zu leiten? Die satzungsgemäßen Pflichten bestehen aus der Organisation einer jährlichen Mitgliederversammlung und der Wahl des Leitungsteams in dreijährigem Turnus. Darüber hinaus wirkt die Bezirksgruppenleitung im Arbeitsausschuss des DVBS mit, dem Aufsichtsorgan des Vorstandes. Doch in Hessen geht man weit darüber hinaus, organisiert Exkursionen, Fortbildungsveranstaltungen, Wanderungen und vielerlei weitere Freizeitaktivitäten.

Kontakt und lebendiger Austausch

Ob zum Bundestag nach Berlin, zur Staatskanzlei nach Wiesbaden, zum Technikmuseum nach Sinsheim, ins Schokoladenmuseum nach Köln oder Stammtisch um die Ecke – die Veranstaltungen eröffnen Wege und Anlässe zum persönlichen Kennenlernen und zum Austausch über den Umgang mit der Behinderung oder Begleitung für den meist jahrelangen, oft vergeblichen Kampf um den Erhalt des Restsehvermögens. Sie schaffen für die Mitglieder im Alter von 18 bis über 80 Jahren immer wieder spannende Anlässe für generationsübergreifende Begegnungen.

„Bei der Konzeption und Auswahl unserer Angebote geht es darum, das, was diese Gesellschaft bietet und aktuell bewegt, auch für Blinde und Sehbehinderte zugänglich zu machen“, erklärt die blinde Bezirksleiterin. „In den letzten Jahren wurden dabei Themen zunehmend wichtiger, die sich mit Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe von Blinden und Sehbehinderten beschäftigen. Dazu gehört einerseits natürlich, dass wir die Diskussion über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten unserer Selbsthilfe lebendig halten, (man will ja schließlich wissen, warum man in diesem Verein ist!) andererseits wollen wir das, was diese Gesellschaft bietet, auch für uns erobern.“

Neues erfahren und erleben...

Ziel ist stets, die Angebote nach Möglichkeit so zu nutzen, wie es für einen sehenden Menschen selbstverständlich ist: Jeder Sehende kennt aus TV-Krimis eine Gefängniszelle, Blinde und Sehbehinderte müssen in eine hinein, damit sie lernen, wie so etwas aussieht. Also wird eine Fahrt in eine JVA organisiert. Jeder Mensch, der einmal geflogen ist, weiß wie ein Flugzeug aussieht, für nahezu jeden jungen Menschen ist der Catwalk ein Begriff... - die Mitglieder der Bezirksgruppe Hessen bekommen eine Modenschau zum Anfassen, besuchen eine Synagoge, ein Bienenzuchtinstitut, ein Technik-Museum, eine Kaffeerösterei, den Elwert’schen Gewölbekeller… Sie erhalten die Chance zum Autofahren: Hinterm Steuer! Auch die Dinge, die in einem Sex-Shop verkauft werden, hat man sich einst zeigen lassen. Das alles macht klüger und wer Bescheid weiß, kann auch bei Gesprächen mit Sehenden eher mithalten.

Dass sich Blinde und Sehbehinderte in der Gesellschaft zeigen ist ein weiterer, wichtiger Aspekt der Bezirksgruppenarbeit. „Unsere sehenden Mitmenschen“, sagt Anette Bach, „sollen erfahren, dass es uns gibt, dass sich unsere Lebensentwürfe nicht von ihren unterscheiden, dass wir nur manchmal andere Wege gehen müssen, um zum selben Ziel zu gelangen...“. Mal ist die Gruppe groß, mal ist sie kleiner. Mal überwiegen Jung oder Alt. Die Zahlen schwanken zwischen 12 und 70 Teilnehmenden. Rund zwölf Veranstaltungen werden durchschnittlich in jedem Jahr organisiert. 2010 waren es sogar 15.

Kontakt

Unsere Kontaktdaten finden Sie auf der Seite Leitungsteams im Überblick.

Zurück zur Seite Bezirksgruppen