Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

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Verein & Selbsthilfe

Fachausschuß für die Belange Sehbehinderter (FBS)
Bericht 1999

Regie:

DVBS

Mitglieder:

Rita Schwörer (DVBS, Ausschußleiterin)
Irmgard Baumann (BFS)
Sonja Baus (DVBS)
Sibylle Eckel (BFS)
Hans Peter Engel (DBSV)
Konrad Gerull (PRDV)
Sabine Kampmann (VBS)
Werner Schend (DBSV)
Birte-Susann Wiebeck (PRDV)

Bericht

Im Zentrum der Fachausschußarbeit stand 1999 die Vorbereitung und Auswertung verschiedener Veranstaltungen:

Das "Symposium zur Gewährung von Hilfsmitteln und Beratungsleistungen für Sehbehinderte und Blinde durch die Krankenkassen: Bestandsaufnahme und Perspektiven" am 10. Juni in Marburg beschäftigte den Ausschuß am intensivsten. Hier referierte Rita Schwörer als Vertreterin der Selbsthilfe und des FBS über ein vernetztes Angebot an Sehbehindertenberatung von Sehhilfentraining bis psycho-sozialer Betreuung, wie es sich der Fachausschuß als Idealzustand wünscht. Das Symposium wurde von seiten der Ausschußmitgliedern kritisch diskutiert. Insgesamt war das Resümee ambivalent: sehr gut war, daß verschiedenen Interessengruppen zusammengekommen sind, schlecht war, daß der Austausch zu kurz kam. Viele Teilnehmer waren enttäuscht, weil zuviel Selbstdarstellung verhinderte, daß es zu Gesprächen und Ergebnissen kam. Insgesamt wurden Chancen vertan, z. B. eine Resolution zu erarbeiten, die als Ergebnis der Veranstaltung die Forderungen bündelt. Dies werden die Veranstalter im Rahmen einer Broschüre nachholen. Außerdem werden sie weiterführende Gespräche zu diesem Thema führen. Als positive Reaktion kann das Hilfsmittelsymposium gewertet werden, das von der IKK im Dezember 1999 durchgeführt wurde.

Der Sehbehindertentag am 6. Juni war als Anfang durchaus vielversprechend. Allerdings war das Bedürfnis an der Basis nicht übermäßig groß. Nichtsdestoweniger wurden auf regionaler Ebene viele Aktionen durchgeführt und der Tag war ein guter Aufhänger, um Kontakt zu den Augenoptikern zu suchen oder zu vertiefen. Da auch der Tag des Weißen Stockes in seinem ersten Jahr 1968 nicht auf überwältigende Resonanz stieß, kann man mit der Initialialisierung in diesem Jahr zufrieden sein.

Der Low Vision Kongreß des VBS wurde ebenfalls kritisch diskutiert. Es war traurig, daß von seiten der Pädagogen kaum Anmeldungen eingingen und die Tagung beinahe abgesagt worden wäre. Das Thema Geriatrie war für die meisten Pädagogen uninteressant. Sie fühlten sich offenbar nicht angesprochen. Positiv war hingegen die Teilnahme von Optikern, was die Zusammenarbeit verbessern half.

Positiv wurde wiederum die inzwischen bewährte Präsenz auf dem Augenärztekongreß bewertet. Der Kontakt zu den Augenärzten bleibt ein wichtiges Anliegen in der Ausschußarbeit. Hierbei ist zu bedenken, daß die Vielfalt der Verbände in der Sehbehindertenselbsthilfe für die Augenärzte wie für viele Außenstehende undurchsichtig wirkt. Sie wissen nicht, wer wofür bzw. für welche Augenkrankheit zuständig ist und welchen Verband sie ihren Patienten als Ansprechpartner nennen können. Das hat die Folge, daß die Ärzte sich gar nicht mit den Selbsthilfeverbänden auseinandersetzen. Man muß bedenken, daß Augenärzte wenig Zeit haben und mit Informationen zugeschüttet werden. Der gemeinsame Infostand der im FBS vertretenen Verbände mit dem Faltblatt "Sehbehinderung - was bedeutet das?" soll dazu beitragen, die für Außenstehende oft schwer zu durchschauende Struktur der verschiedenen Selbsthilfeverbände transparenter zu machen. Der FBS nahm sich auf der Oktobersitzung vor, eine "Initiative zur genaueren Diagnostik des Sehbehinderungsgrades" zu starten. Hintergrund ist die Tatsache, daß die Visusmessung, wie sie seit Jahren von Augenärzten vorgenommen wird, ungenau ist und sagt zu wenig über das Sehvermögen aus. Es müßten neue Schemata entwickelt werden, die zeitgemäßer und differenzierter sind. Die üblichen Zahlentafeln sind z. B. unzureichend, weil sich Patienten, die häufig zum Augenarzt gehen, die Zahlen merken und auswendig hersagen können. Für Sehbehinderte fehlt die Berücksichtigung verschiedener Beleuchtungsverhältnisse. Bis zur nächsten Sitzungen werden Informationen eingeholt, und die Initiative wird den FBS dann im nächsten Jahr weiterbeschäftigen.

Ferner stand ein Besuch bei IRIS in Hamburg auf dem Programm und ein Referat über das EU-Projekt "Low Vision, interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Frühförderung blinder, mehrfachbehinderter und sehbehinderter Kinder in Europa".

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