Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

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Verein & Selbsthilfe

Fachausschuß für die Belange Sehbehinderter (FBS)
Bericht 2000

Regie:

DVBS

Mitglieder:

Rita Schwörer (DVBS, Ausschussleiterin)
Sonja Baus (DVBS)
Sibylle Eckel (BFS)
Hans Peter Engel (DBSV)
Konrad Gerull (PRDV)
Sabine Kampmann (VBS)
Werner Schend (DBSV)

Bericht

Der FBS setzte sich auch 2000 für eine Intensivierung der Sehbehindertenarbeit in den Verbänden und für eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Probleme sehbehinderter Menschen ein. Ein wichtiger Schritt in der inner- wie außerverbandlichen Öffentlichkeitsar-beit ist der 6. Juni als Sehbehindertentag. Der FBS setzte sich auf seinen beiden Sitzun-gen mit diesem dezentralen Aktionstag und anderen Kongressen, Messen und Veranstal-tungen auseinander, auf denen die Interessen Sehbehinderter Gehör finden bzw. finden sollten. Ein wichtiges Anliegen ist für den Ausschuss hierbei ein gemeinsames Auftreten der Selbsthilfeverbände. Die für Außenstehende komplexe, weil ausgesprochen individuell ausgeprägte Thematik der Sehbehinderung lässt sich nur vermitteln, wenn die Selbsthilfe kooperativ auftritt. Der Eindruck unklarer Zuständigkeiten und einer unüberschaubaren Verbandsvielfalt in Deutschland, bei der für jede Augenerkrankung eine andere Organisa-tion zuständig ist, wirkt kontraproduktiv und soll z. B. durch gemeinsames Auftreten bei Veranstaltungen vermieden werden. Beim Augenärztekongress im März in Düsseldorf war der FBS wieder mit einem Gemeinschaftsstand präsent. Die negative Erfahrung, dass Au-genärzte sich nur für die medizinisch-kurativen Aspekte von Augenerkrankungen, nicht aber für Vermittlung von Informationen oder Adressen bei Sehbehinderung oder Erblin-dung zuständig fühlen, konnte relativiert werden. Nach mehrjähriger Präsenz bei den Au-genärztekongressen und anderer Fachveranstaltungen war für den FBS spürbar, dass die Zahl der Augenärzte, die den Infostand der Selbsthilfe aufsuchen, steigt (langsam, aber stetig).

Ein weiteres zentrales Ausschussthema waren Kontraste. Diese waren nicht nur Motto für den Sehbehindertentag 2000 (und werden es auch 2001 sein), sondern sollen auch in ei-ner Norm "Kontraste im öffentlich zugänglichen Bereich" basierend auf die wis-senschaftlichen Untersuchungen von Professor Echterhoff festgeschrieben werden. Der FBS informierte sich hierzu auf seiner Herbstsitzung anhand eines Fachreferats über die technische Seite der Kontrastmessung und die physikalische Berechnung der Kontrast-werte. Die praktische Vorführung zeigte, wie der optische Eindruck des Kontrasts physika-lisch messbaren Zahlenwerten zwischen - 1 und + 1 zugeordnet wird und dass ein Kon-trast von 0,5 sehr unterschiedlich wirken kann und nicht garantiert, dass er für Sehbehin-derte ausreicht um z. B. Fahrpläne lesen zu können. Rita Schwörer ist als Ausschussleite-rin derzeit auch Mitglied im zuständigen Normenausschuss des DIN. Der FBS wird die Norm begleiten, um die für eine möglichst große Zahl verschiedener Sehbehinderungen eine Kontrastoptimierung anzustreben. Der FBS hat hierzu auch den Austausch mit dem Gemeinsamen Fachausschuss für Umwelt und Verkehr aufgenommen, da die kontrastrei-che Gestaltung im öffentlichen Raum thematisch auch den GFUV tangiert und von den Ausschussmitgliedern als wichtiger Aspekt der sehbehindertengerechten Gestaltung be-trachtet wird.

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