Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

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Verein & Selbsthilfe

Fachausschuß für Informations- und Telekommunikationssysteme (FIT)
Bericht 1999

Regie:

DBSV

Mitglieder:

Karsten Warnke (DVBS, Ausschußleiter)
Konrad Gerull (PRDV)
Richard Heuer (ISCB)
Erhard Hoffmann (BKD)
Ulrich Kalina (VBS)
Werner Krauße (DBSV)
Heinz Pinell (DVBS)
Johannes Sprich (DBSV)

Bericht

Die drei FIT-Sitzungen 1999 standen thematisch wieder unter dem Schwerpunkt Grafische Benutzeroberflächen (GUI) und Internet. Da es inzwischen immer wieder Anfragen gibt, wie Internetseiten oder GUIs gestaltet sein müssen, damit sie für Blinde und Sehbehinderte zugänglich sind, war die Erarbeitung entsprechender Anforderungen eine vorangige Aufgabe. Hierbei führte der FIT eine Grundsatzdiskussion darüber, wie weitreichend solche Forderungen aussehen sollen. Der FIT einigte sich bei beiden Anforderungspapieren darauf, daß keine speziellen Sonderlösungen für Blinde und Sehbehinderte gewollt sind. Vielmehr sollen die Anwendungen bzw. Seiten optisch attraktiv gestaltet und trotzdem für unseren Personenkreis zugänglich sein. Es wurden daher Minimalanforderungen an die Zugänglichkeit erstellt, die es ermöglichen, Webseiten oder grafische Benutzeroberflächen ohne Beschränkung der optischen Gestaltung und mit Berücksichtigung weniger gestalterischer Prinzipien so zu erstellen, daß Blinde und Sehbehinderte sie bedienen können. Weitergehende Forderungen hätten - so die Auffassung des Fit - wenig Aussicht auf Berücksichtigung, weil insbesondere das Internet von der grafischen Gestaltung lebt und Webdesigner kaum auf optische Reize verzichten werden. Diese "FIT-Philosophie" schließt ein, daß einerseits die Blinden und Sehbehinderten im Umgang mit Internet und Browsern verstärkt geschult werden und andererseits die Hilfsmittelfirmen ihre Screenreader weiter verbessern müssen. Hierbei ist unbenommen, daß man von Organisationen des Blinden- und Sehbehindertenwesens durchaus mehr fordern kann, wie z. B. alternative Textseiten. Die Web- und GUI-Anforderungen liegen inzwischen vor und werden Anfang 2000 in eine publikationsreife Fassung gebracht (die vorliegende Version kann jedoch auf Anfragen bereits herausgegeben werden).

Ein Erfolg des FIT und Beispiel für die Umsetzung der GUI-Anforderungen ist die Herbstausgabe der CD-ROM "Das Telefonbuch" von DeTeMedien. DeTeMedien hatte sich an den DBSV gewandt, weil einige Programmänderungen für die Herbstausgabe vorgenommen wurden. Werner Krauße testete die CD mit verschiedenen Screenreadern und stellte fest, daß die Bedienbarkeit nicht beeinträchtigt ist. Die Herbstausgabe hat im Hilfemenü den Eintrag "Hinweise für Blinde und Sehbehinderte" unter dem ein Fenster mit dem Text "Das Telefonbuch für Deutschland wurde mit folgenden Screenreadern getestet: ..." erscheint.

Im Zuge seiner Grundsatzdebatten stellte der FIT auch klar, daß das Betriebssystem DOS schon vor Jahren zu Grabe getragen worden ist. Private Anwender mögen es nutzen, doch die Verbände können keine DOS-Lösungen mehr fordern, wenn sie gleichzeitig für gesellschaftliche Integration und Chancen auf dem Arbeitsmarkt eintreten.

Im Vorfeld seiner Novembersitzung besuchte der FIT die REHA in Düsseldorf. Hier konnten die Mitglieder die positiven Eindruck gewinnen, daß die Entwicklung der Inetrnetbrowser den Bedürfnissen Blinder und Sehbehinderter sehr entgegenkommt: Die Browser lassen sich durch individuelle Einstellungen immer besser in der von unserem Personenkreis gewünschten Weise anpassen, so daß Grafiken ausgeblendet, Schriftarten- und Farben angepaßt werden können etc. Der Zugang zu Internetseiten wird, so zeichnet sich der Trend ab, bereits über die Browser für Blinde und Sehbehinderte erleichtert.

Die Broschüre "Fit im Beruf", die beschreibt, wie und mit welchen Hilfsmitteln Blinde und Sehbehinderte an Computerarbeitsplätzen arbeiten, wurde vom FIT fertiggestellt. Sie wird vom DBSV- Öffentlichkeitsreferat redaktionell bearbeitet und soll im nächsten Jahr als Information für Arbeitgeber und Schwerbehindertenvertrauensleute erscheinen.

Über den Ausschußleiter Karsten Warnke war der FIT im EU-Projekt Websites and Cyber-Kiosk vertreten, in welchem Homepages der beteiligten Verbände optisch ansprechend und zugleich für Blinde und Sehbehinderte zugänglich gestaltet und Multiplikatorenschulungen angeboten wurden, um Blinde und Sehbehinderte an das Internet heranzuführen.

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