Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.

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Verein & Selbsthilfe

Gemeinsamer Fachausschuß für allgemeine Hilfsmittel (GFaH)
Bericht 2000

Regie:

DBSV

Mitglieder:

Ernst-Dietrich Lorenz (DVBS, Ausschussleiter)
Jürgen Beer (DBSV)
Wolfgang Bleck (BKD)
Jacqueline Boy (VBS)
Regina Haar (DBSV)
Klaus Jürgen Schwede (DVBS)
Annegret Walter (DBSV)

Bericht

Der GFaH trat 2000 im Frühjahr und Herbst zusammen. Wie immer gab es Informationen und Vorführungen von Hilfsmitteln und nützlichen Gebrauchsgegenständen aus den verschiedensten Bereichen. Im Gespräch mit dem VzFB wurden neue Produkte in Augenschein genommen und die Aufnahme fehlender Artikel im Hilfsmittelsortiment angeregt. Auch viele Informationen, die Entwickler von Hilfsmitteln an den DBSV schickten wurden diskutiert; häufig mit Skepsis, denn oft gibt es schon praktikable Lösungen für Probleme, die sehende Erfinder im Interesse von Blinden und Sehbehinderten (manchmal gewiss auch im Interesse ihres eigenen Geldbeutels) beheben wollen. Oft konnte der GFaH den Entwicklern Ratschläge geben, welche Änderungen die Produkte für Blinde und Sehbehinderte besser nutzbar oder attraktiver machen. An die Grenzen stößt der GFaH allerdings mit Weißen Stöcken, die neu auf den Markt kommen. Eine aussagekräftige Beurteilung kann hier natürlich nicht im Rahmen einer Sitzung gegeben werden, sondern würde den Stockeinsatz im alltäglichen Gebrauch erfordern und ist im Hinblick auf die Individualität der Mobilitätsbedürfnisse ohnehin zweifelhaft.

Der GFaH regte an, die Krankenkassen anzuschreiben und anzuregen, die Chipkarten mit dem Punktschriftaufdruck des Kassenkürzels (meist ja nur drei Buchstaben) zu versehen. Die DAK antwortete positiv, doch zeigten die drei Musterkarten keine Punktschrift, sondern erhabene Schwarzschriftbuchstaben, die zudem klein und kaum ertastbar waren.

Die Anregung, den Euro zum Anlass zu nehmen, an Banken und Automatenhersteller heranzutreten und im Zuge der Umstellung auf den Euro eine blinden- und sehbehindertengerechte Gestaltung der Geldautomaten zu fordern, wurde umgesetzt. Der zentrale Kreditausschuss hat das Schreiben an seine Mitgliedsinstitute weitergeleitet, sieht die Umsetzung allerdings im Verantwortungsbereich der einzelnen Banken.

An Sony wurden "Empfehlungen zur guten Bedienbarkeit von Geräten der Unterhaltungselektronik durch Blinde und Sehbehinderte" gerichtet. Das Papier geht ausführlich auf die notwendigen Bedienungs- und Gestaltungsmerkmale ein, die erforderlich sind, damit Blinde und Sehbehinderte Videorekorder, CD-Player, Blockbuster etc. bedienen können. Der GFaH hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus dieser sechsseitigen Beschreibung, die auf eine Anfrage von Sony erarbeitet wurde, eine prägnante Essenz herauszukristallisieren, die sich als Anforderungskatalog an eine breitere Öffentlichkeit richten soll. Von Sony liegt inzwischen die Antwort vor, dass die Empfehlungen an die zuständige Entwicklungsabteilung nach Japan weitergegeben wurde.

Der GFaH tauschte sich mit Lothar Rhedes vom Förderzentrum für Blinde und Sehbehin-derte in Berlin aus, dessen Aufgabenbereich "Bedienbarkeit von Geräten" sich teilweise mit der Ausschussarbeit überschneidet. Die Kooperation mit Herrn Rhedes wird daher fortgeführt und z. B. bei den Geräteanforderungen konkretisiert.

Besonders erfreulich war die Präsentation einer Erfindung, die im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend forscht" ausgezeichnet und nun von einer Studentin weiterentwickelt wurde: Das elektronische Identifizierungssystem nimmt gesprochene Hinweise (z. B. "dies sind Halsschmerztabletten, von denen man maximal drei pro Tag nehmen darf") auf und weist diese einer kleinen, runden Scheibe zu, die man z. B. an Medikamentenpackungen kleben (oder hängen) kann. Geht man mit dem diktiergerätgroßen Apparat über die Scheibe, wird der jeweils aufgesprochene Text wiedergegeben. In der einfachen, komfortablen Bedienung und der vielfältigen Anwendbarkeit sah der Ausschuss einen wesentlichen Nutzen für blinde Menschen. Für Produktion und Verkauf suchte die Erfinderin allerdings noch einen Partner, der die zur Serienproduktion notwendigen Entwicklungen leistet und das Gerät auf den Markt bringt.

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