Die Fachgruppe „Theologie“ im DVBS

Mit ihren rund 90 Mitgliedern zählt die Fachgruppe Theologie zu den „kleinen, feinen“ Untergliederungen im DVBS. Auf der Vorstandssitzung am 15. Januar 1972 ins Leben gerufen, umfassen die Tätigkeiten unserer Mitglieder seit jeher eine große Bandbreite von Berufen: Sie reichen von Geistlichen aus beiden Konfessionen über wissenschaftlich tätige TheologInnen, katholische Gemeinde- und Pastoral-referentInnen sowie evangelische Diakone und GemeindepädagogInnen bis zu ReligionslehrerInnen im Schuldienst.

Gottes Ja für jeden Menschen

Theologische Berufe eröffnen gute Arbeitsmöglichkeiten für Sehgeschädigte, weil Teamarbeit in diesen Berufen besonders wichtig ist und weil Sehgeschädigte Menschen oft ein großes Potenzial an kommunikativen Fähigkeiten und an Lebenserfahrung mitbringen. Wir möchten die Wahrnehmung von blinden und sehbehinderten Menschen fördern, denn behinderte Menschen werden in unserer Gesellschaft immer noch viel zu oft als „Schwache” angesehen. Zudem führen Einschränkungen oft zur Ausgrenzung, auch in berufsrelevanten, kirchlichen Bereichen. Die Kirchen haben sich mit behinderten Menschen oft nur als mit denen beschäftigt, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Dass behinderte Menschen diese auch geben können, ist viel zu wenig im Blick. Durch die hauptamtliche Arbeit gehinderter Menschen in den Kirchen wird dieser Aspekt immer wichtiger.

Gottes Ja zum Menschen meint die ganze Person und achtet jeden Menschen als ein wertvolles Geschöpf. Als Theologinnen und Theologen können wir vielfach zusätzliche ethische Gesichtspunkte in die aktuellen Diskussionen der Selbsthilfe einbringen. Wir beschäftigen uns verstärkt auch mit den Bedenken, die die Kirchen haben, uns im seelsorgerlichen Dienst einzustellen. Dies hängt mit der Flexibilität in diesen Berufen zusammen, die sehgeschädigten Menschen vonseiten der Kirchenleitungen beider Kirchen oft nicht zugetraut wird. Dazukommen, aufgrund der Zusammenlegung von Gemeinden, auch immer größere Räume, in denen die Hauptamtlichen sich bewegen müssen.

Für unsere Berufe ist eine Assistenz erforderlich, die uns in spezifischen Handlungsfeldern des Berufs unterstützt. Das kann  individuell sehr unterschiedlich sein. Ein Religionslehrer braucht wahrscheinlich mehr und andere Unterstützung, als eine Gemeindereferentin, die beispielsweise im Krankenhaus arbeitet. Assistenzarbeiten sind: das Vorlesen und ggf. einscannen von Post und Fachliteratur, von Dienstprotokollen oder auch von Erlebnisberichten aus der Supervision, das Ausfüllen von Formularen und das Vorbereiten und dekorieren von Räumlichkeiten für Veranstaltungen genauso wie Assistenz bei religiösen Gruppenarbeiten mit Kindern, etwa im Kommunion- und Konfirmandenunterricht bzw. bei Seminaren mit Erwachsenen, auf Bibelfreizeiten, Bibelnachmittagen bzw. -abenden oder Begleitung auf dem Weg zu Hausbesuchen. Während der Hausbesuche ist keine Hilfe nötig und aus seelsorgerlichen Gründen auch nicht wünschenswert.

Wenn Studierende Rat und Hilfe brauchen oder junge blinde und sehbehinderte Menschen Fragen der beruflichen Orientierung diskutieren möchten, stehen wir gern als Ansprechpartner zur Verfügung. Wir bieten auch Beratung für Menschen an, die gern in theologischen berufen arbeiten möchten, aber Probleme bei der Anstellung haben.

Selbsthilfe und Begegnung

Wir laden alle interessierten Mitglieder herzlich ein zur Kommunikation, zum Austausch und zum Netzwerken untereinander. Dazu haben wir eine gemeinsame Mailingliste eingerichtet. Das Themenspektrum innerhalb der Fachgruppe Theologie ist breit und vielfältig. Wer sich jeweils einbringen möchte, beteiligt sich. Wir greifen individuelle Fragestellungen und Probleme genauso auf wie berufsfachliche oder allgemeine:

So und ähnlich lauten die aktuellen Fragen, mit denen wir uns als Mitglieder der DVBS-Fachgruppe mal zu zweit oder zu dritt und mal im großen Plenum auseinandersetzen. Gottes Ja zum Menschen meint die ganze Person und achtet jeden Menschen als ein wertvolles Geschöpf. Als Theologinnen und Theologen können wir vielfach zusätzliche ethische Gesichtspunkte in die aktuellen Diskussionen der Selbsthilfe einbringen. Zunehmend wird es auch unsere Aufgabe sein, die theologischen Diskurse und das Thema Inklusion in den Kirchen aus der Perspeltive von Betroffenen weiterzuführen und so einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe behinderter Menschen in den Kirchen zu leisten.

Kontakt und AnsprechpartnerInnen

Unsere Kontaktdaten finden Sie auf der Seite Leitungsteams im Überblick.

Zurück zur Seite der Fachgruppen