J. Hertlein: Der Einsatz neuer technischer Hilfsmittel im Unterricht mit Blinden unter Berücksichtigung wahrnehmungspsychologischer sowie didaktisch-methodis

(Referat, gehalten auf dem von Tecnopolis CSATA Novus Ortus und dem Italienischen Blindenverband veranstalteten Kongreß vom 29.11. bis 1.12.1990 in Bari)

Einleitung

Wir, die wir sehen können, versuchen oft, uns vorzustellen, wie es denn wäre, blind zu sein. Wir schließen die Augen und versuchen, uns in die Welt blinder Menschen zu versetzen - blindsein zu simulieren. Wir vergessen dabei, daß unser Gehirn im Zustand des Nichtsehenkönnens uns trotz alledem Rückmeldungen gibt, die auf Erinnerungen optischer Perzeption basieren. Wir "sehen" in Gedanken den Gegenstand, den wir mit geschlossenen Augen ertasten oder uns vorstellen.

Wahrnehmungspsychologische Aspekte

Ich möchte Ihnen an einem Beispiel das Anderssein von Perzeption Blinder im Vergleich mit Sehenden verdeutlichen, dabei Grundsätze des Andersseins herausarbeiten und danach die daraus zu ziehenden Konsequenzen für den Unterricht bei Blinden darstellen.

Stellen Sie sich bitte das folgende Experiment vor:

Eine blinde und eine sehende Versuchsperson werden gleichzeitig mit einem Gegenstand konfrontiert, den beide noch nie gesehen haben. Ich wähle als Gegenstand einen japanischen Wok, ein Kochgeschirr. Der Gegenstand und der Begriff sind beiden unbekannt. Der Gegenstand liegt frei. Ich möchte nun versuchen, Ihnen die Vorgänge der Perzeption sowie der Begriffsbildung bei beiden - der sehenden und der blinden Versuchsperson - zu analysieren.

Die sehende Versuchperson nimmt den Wok simultan wahr, das heißt "mit einem Blick". Sie erkennt, daß es sich um eine besondere Form von Topf handelt. Der über das Auge erfolgte erste optische Eindruck wird in Bruchteilen von Sekunden über den Sehnerv an das Sehzentrum weitergeleitet. Das Bild "prägt" sich ein. Noch weiß die Versuchsperson nicht, wie der Gegenstand heißt. Ich sage ihr, daß es sich um ein japanisches Kochgeschirr namens Wok handelt. Die über das Ohr erfolgte Information wird im Hörzentrum gespeichert und mit dem optischen Bild verbunden. Das Gehörte und das Gesehene wird zum Sprach- bzw. zum Sprechzentrum des Gehirns weitergeleitet, und die Versuchsperson kann uns sagen, daß dies ein Wok ist. Das Gesehene und das Gehörte werden im Gedächtnis gespeichert. Der Vorgang der Begriffsbildung ist abgeschlossen. Der Gegenstand kann jederzeit im Gedächtnis abgerufen werden, und zwar in Form des Bildes und in Form der Sprache.

Wie perzipiert nun die blinde Versuchsperson-

Die Perzeption beginnt mit der Kenntnis der Lage des Gegenstandes. Die Versuchsperson ertastet den Gegenstand. Der Gegenstand ist für sie eine offene Halbkugel, er ist kalt, rauh. Klopft man dagegen, klingt er metallisch. Die Wahrnehmung erfolgt tastend sukzessive. Die Versuchsperson braucht Zeit. Die Wahrnehmung geschieht über die Tastnerven im Tastzentrum des Gehirns. Das "Tastbild" wird zusammengesetzt aus einer Reihe nacheinander erfahrener Einzelwahrnehmungen zu einem Ganzen. Die Erinnerung an ähnliche Gegenstände läßt den Oberbegriff Kochgeschirr zu. Ich sage der Versuchsperson, daß es sich um ein japanisches Kochgeschirr namens Wok handelt. Die über das Ohr erfolgte Information wird im Hörzentrum gespeichert und verknüpft sich mit dem Tastbild zum Begriff. Das Gehörte und Ertastete wird zum Sprach- bzw. Sprechzentrum weitergeleitet. Das Wahrgenommene wird im Gedächtnis gespeichert und ist jederzeit in Form des Tasteindrucks bzw. der Sprache wieder abrufbar.

Ich entferne den Gegenstand und führe beide Versuchspersonen zu einem Tisch, auf dem Knetmasse liegt. Ich bitte beide, aus dem Gedächtnis einen Wok zu formen.

Das Ergebnis ist erstaunlich:

Beide Versuchspersonen formen je ihrer Übung entsprechend aus der Erinnerung einen Gegenstand, der einem Wok gleicht. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings noch, daß die Fähigkeit zur Reproduktion bei Blinden, die Übertragung aus dem Wahrnehmungsbereich in den motorischen Bereich, schwieriger ist, weil häufig ungeübter. Der Beweis der Abrufbarkeit aus dem Gedächtnis ist für beide Versuchspersonen unter der gemachten Einschränkung erbracht.

Zusammenfassend ist festzustellen:

Der Weg der Speicherung von der Perzeption bis zur Vorstellung, der Ort der Speicherung sowie die Formen der Verknüpfung, das heißt, der gesamte Perzeptionsvorgang, sind zwar bei der blinden und sehenden Versuchsperson verschieden, das Ergebnis der Perzeption ist jedoch vergleichbar. Wahrnehmung ist Verarbeitung von Sinneseingängen. Neisser, ein Vertreter der kognitiven Psychologie, sagt zur Wahrnehmung "Diese besteht nicht einfach aus Operationen des Kopfes, sondern aus "Transaktionen" in der Welt. Diese Handlungen informieren den Wahrnehmenden nicht nur, sondern transformieren ihn auch. Jeder von uns wird durch die kognitiven Akte, in die er sich einläßt, geschaffen. Die kognitive Psychologie sieht den Menschen als informationsverarbeitendes System, wobei "Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken" Subsysteme darstellen. So beschäftigt sich visuelle Wahrnehmung nach Auffassung der kognitiven Theorie also mit Prozessen, die aus einem so wenig versprechenden Anfang, wie den Lichtmustern auf der Netzhaut, eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs- und Gedankenwelt entstehen lassen. In der hier benutzten Bedeutung meint der Begriff "Kognition" all jene Prozesse, durch die der sensorische Input umgesetzt, reduziert, weiterverarbeitet, gespeichert, wieder hergeholt und schließlich benutzt wird." Dieser Gedanke Neissers ist übertragbar auf die taktile Wahrnehmung. Informationsaufnahme durch Ausführungsbewegungen (performetory movements nach Gibson), d. h. die Tastmuster auf der Haut des Fingers bzw. der Hand lassen eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs- und Gedankenwelt möglicherweise modifizierter entstehen. Der sensorische Input über die Tastnerven wird weiterverarbeitet, gespeichert, wieder hervorgeholt und im Sinne Neissers schließlich wieder benutzt.

Betrachten wir Vor- und Nachteile optischer und taktiler Perzeption, so stellen wir folgendes fest:

Der Sehende erfaßt simultan. Er erfaßt die Farbe. Die Bildung von Vorstellungen über die Wahrnehmung optischer Bilder ist für den Sehenden ein permanenter Vorgang, der allenfalls durch den Hinweis, genau hinzusehen, verstärkt werden muß. Der Sehende kann sich dem Schauen jedoch nicht entziehen, es sei denn, er schließt die Augen.

Der Blinde perzipiert sukzessive, d. h. er benötigt mehr Zeit. Er kann nur Gegenstände in Hand- bzw. Armtastraum unmittelbar wahrnehmen; größere Gegenstände können nur im Modell wahrgenommen werden. Er erkennt keine Farbe. Er setzt alle Restsinne ein. Vorstellungsbildung durch Tasterfahrung bedarf in der Regel intensiver pädagogischer Intension. Sie erfolgt selten automatisch und unbeeinflußt durch die Mitwelt. Ihr stehen in unserem Kulturkreis auch häufig durch Konventionen bedingte Hemmschwellen im Wege (z. B. Nicht-berühren-dürfen in Museen, Tastscheu, Tastangst, Tasthemmungen im menschlich kommunikativen Bereich). Unterricht mit Blinden, gleich ob in der Blindenschule oder in der Regelschule, hat dies methodisch-didaktisch zu berücksichtigen. Unterricht mit Blinden muß intentional sein, d. h. zielgerichtet und zweckbestimmt sein. Begriffsbildung erfolgt durch Begreifen. Nur was selbst wahrgenommen wurde, was selbst erfahren und erlebt ist, ist die Voraussetzung zu realitätsgerechter Vorstellungsbildung. Unterricht mit Blinden muß den Zeitfaktor des taktkilen bzw. akustischen Erfassens berücksichtigen.

Dies wiederum zwingt zu besonderem exemplarischen und auf andere Gegenstände und Vorgänge übertragbaren Lernen.

Unterricht im Pestalozzischen Sinne ist lernen mit allen Sinnen. Ergänzt man "mit allen verfügbaren Sinnen", so hat Unterricht mit Blinden sich immer zu fragen, wie kann mit den restlich verfügbaren Sinnen wahrgenommen werden, um zu Vorstellungen von Gegenständen und Handlungsabläufen zu gelangen. Es sollte in jedem Fall versucht werden, den Ausfall des optischen Sinns durch die verbliebenen Restsinne, wo immer möglich, zu kompensieren.

Eingang der modernen Technologie in den Unterricht mit Blinden

Die moderne Technologie (allgemeine Computertechnologie sowie blindenspezifische, elektronische Technologie) kann häufig helfen, mit den verbleibenden Sinnen direkt zu erleben und so über modifizierte Perzeption unmittelbar zu vergleichbaren Vorstellungen von Begriffen und Vorgängen zu gelangen. "Meßdatenerfassung im Rahmen des Chemieunterrichts der Sekundarstufe I und II ist für sehgeschädigte Schüler ein äußerst umständliches und zeitraubendes Verfahren beim Erstellen von Tabellen und graphischen Darstellungen. Der Schüler hat im allgemeinen keine Möglichkeiten, die Anzeigen von Meßgeräten abzulesen, da die Anzeigen entweder zu klein, zu wenig kontrastreich oder nicht taktil sind. Hinzu kommt noch, daß je nach Geschwindigkeit der ausgegebenen Daten ein Mitschreiben der Meßwerte praktisch unmöglich ist. Wir haben daher in unserer Schule - Carl-Strehl-Schule der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg - spezielle Anzeigesysteme schaffen müssen, die den Schüler zu selbständigem Arbeiten befähigen soll. Für die Meßdatenerfassung selbst kommt ein handelsüblicher Microcomputer mit diversen Zusatzschaltungen zum Einsatz."

Beispiele aus der Praxis

Ab Klasse 10 der CSS werden im Chemieunterricht Titrationen mit Säuren und Laugen durchgeführt, die im allgemeinen eine Glasbürette mit 50 ml Gesamtvolumen benötigen. Solche Büretten findet man praktisch an allen Schulen, Universitäten und sonstigen Forschungseinrichtungen. Sie werden mit verschiedenen Gravierungen und Hahnqualitäten in den Handel gebracht. Zum Einsatz im Chemieunterricht sehgeschädigter Schüler eignen sich diese Instrumente jedoch nicht. Präzises und sauberes Arbeiten mit diesen Büretten setzt eine gute Sehfähigkeit voraus.

Betrachten wir den Vorgang eines Experiments:

Der experimentierende blinde Schüler muß zunächst aus einer Vorratsflasche Säure und Lauge in das senkrecht vor ihm in ein Laborstativ eingespannte Gerät füllen. Danach muß die eingefüllte Flüssigkeit auf Luftblasen kontrolliert und anschließend bis auf die Eichmarke aufgefüllt werden. Das anschließende Dosieren erfolgt nun tropfenweise in ein vorbereitetes Gefäß, wobei das Aufdrehen des häufig schwergehenden Glas- oder Teflonbürettenhahns unter ständiger Beobachtung zu erfolgen hat, um die Tropfgeschwindigkeit zu Beginn der Arbeit niedrig zu halten. Selbstverständlich müssen die herabfallenden Tropfen der Säure oder Lauge gut kontrolliert, d. h. gezählt werden, um nicht den gefürchteten kräftigen Strahl zu erzeugen, der im allgemeinen zum Neubeginn des Experiments Anlaß gibt. Während des Eintropfens ist unter Einhaltung des notwendigen Sicherheitsabstandes (Schutzbrille) die Farbveränderung der vorgelegten mit Indikator versehenen Flüssigkeit oder ein angeschlossenes Meßinstrument zu beobachten.

Aus diesen kurzen Ausführungen wird ersichtlich, daß blinden Schülern solche Arbeiten nur unter Einsatz eigens dafür geschaffener Hilfen möglich sind. Dank der finanziellen Unterstützung einer Stiftung war es uns in Marburg möglich, zwei Kollegen für ein Forschungsprojekt "Adaption naturwissenschaftlicher Versuchsanordnungen" zu gewinnen. Die elektronischen Adaptierungen brachten die gewünschten Fortschritte. So sind heute Ablesemöglichkeiten mit Infrarotreflexsonden zur Erkennung der Gravierungen des Flüssigkeitsstandes, elektronische Tropfenzähler mit Leitfähigkeitselektroden oder Infrarotgabellichtschranken zur Hörbarmachung und Zählung der fallenden Tropfen entwickelt. Dem Schüler können akustisch bzw. optisch über eine Großbildanzeige unmittelbar die Meßungen und Versuchsergebnisse wiedergegeben werden. Eigenes Handeln und Experimentieren, d. h. eigene Wahrnehmung, führt zu Begriffen, die durch Vorstellungen untermauert sind.

Mit dem zweiten Beispiel möchte ich kurz auf eine weitere sich in der Testphase befindliche Anwendung der digitalen Speicherung eingehen:

Für ganz wenige Spezialfälle gelang es unserer Arbeitsgruppe Ende 1986 erstmals, das mikroskopische Bild eines kontrastreichen Objekts mit einer Videokamera in den Speicher eines Videodigitalisierers einzulesen, um es dann anschließend auf quellfähigem Papier taktil zu machen. Diese neue Möglichkeit bietet sich insbesondere dann an, wenn ein zeitlicher Verlauf unterschiedliche mikroskopische Bilder liefert. So konnte die Plasmolyse der "Roten Zwiebel" innerhalb von 15 Minuten durch sehbehinderte Schüler auf dem Bildschirm beobachtet werden, blinde Schüler erhielten mehrfach hintereinander digitalisierte und ausgedruckte Bilder auf Schwellpapier.

Lassen Sie mich noch ein Beispiel aus der Biologie zitieren:

Unser Institut besitzt auf dem zentralen Gelände ein Vogelbeobachtungshaus. Das Haus ist in einem Biotop gelegen. Unterrichtseinheiten befassen sich mit der Beobachtung der Vogelwelt. Selbstverständlich spielen dabei die unmittelbare Beobachtung, die Aufzeichnung der Vogelstimmen, die Zuordnung zu Modellen etc. eine entscheidende Rolle. Dies war auch bislang möglich. Ein neues Feld wissenschaftlicher Beobachtung für unsere Schüler tat sich durch die sonographische Aufzeichnung verschiedener Vogelstimmen auf. "In einem Sonogramm werden akustische Signale aufgeschrieben. Je höher ein Ton ist, desto weiter entfernt liegt er von der Grundlinie. Verschiedene Vogelstimmen ergeben verschiedene Sonogramme, die ihrerseits über den Computer auf Schwellpapier übertragen werden können und somit dem blinden Schüler tastbar zur Verfügung."

Auch im Bereich der Geographie kann der Computereinsatz methodisch-didatisch zu konkreten Vorstellungen führen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, sie reichen von einfachen topographischen Übungsprogrammen, die der Schüler individuell absolviert, über die Interpretation von Statistiken von Ökosystemen, die in arbeitsteiliger Gruppenarbeit durchgeführt werden können, bis zu Planspielen im raumplanerischen Bereich. Darüber hinaus können auch Daten oder Statistiken in Kartenbilder umgesetzt werden. Kommerzielle Firmen bieten bereits spezielle Softwareprogramme für den Geographieunterricht an. Der Einsatz solcher Programme (z. B. Geolab, PC-Globe) im Unterricht für Blinde wird derzeit von der Fachkonferenz Geographie der Carl-Strehl-Schule der Deutschen Blindenstudienanstalt überprüft, die eng mit dem Fachbereich Geographie der Philipps-Universität Marburg zusammenarbeitet. Die Adaption dieser Programme würde eine Hardware erfordern, die in der Lage wäre, thematische Karten, Blockdiagramme und Rasterkarten haptisch gut nachzubilden. Eine solche Hardware existiert noch nicht, doch wer hätte noch vor zehn Jahren an die Möglichkeit piezokeramischer taktiler Zeilen gedacht, die aus der modernen Blindenpädagogik nicht mehr wegzudenken sind.

Zusammenfassung

1. Unterricht mit Blinden muß soweit als möglich auf eigener Wahrnehmung beruhen. Nur so entstehen Vorstellungen, die im Gedächtnis haften bleiben und eine Erinnerungs- und Gedankenwelt entstehen lassen. Bloßer "Wort"unterricht leistet einem leeren Verbalismus Vorschub.

2. Nur über konkrete Wahrnehmung und daraus folgernde Vorstellungen können kognitive Prozesse in Gang gesetzt werden.

3. Unterricht mit Blinden erfordert eigene didaktisch-methodische Konzepte, die vor allem aufgrund des Zeitfaktors exemplarisches Lernen notwendig machen.

4. Technische Hilfsmittel ermöglichen zunehmend unmittelbare Wahrnehmung mit den restlichen Sinnen. Die Wahrnehmungsprozesse sind anders, sie führen zu andersartigen, aber vergleichbaren Vorstellungen. "Begriffe" entstehen durch "begreifen".

5. Technische Hilfsmittel sind Hilfsmittel. Nur in der Hand des erfahrenen blindenpädagogisch und blindenpsychologisch geschulten Lehrers können sie helfen, eine Vorstellungswelt beim blinden Schüler aufzubauen, die ihn in die Lage versetzt, sich kompetent mit auf Erfahrung beruhenden Wissen mit anderen auseinanderzusetzen.

Die Schule soll auf das Leben vorbereiten. Wir leben in einem technischen Zeitalter. Die Schule muß sich darauf einstellen, in besonderem Maße auch die Blindenschule, denn gerade die elektronische Kommunikationstechnologie ermöglicht dem Blinden den Einstieg in die Berufswelt. Ein selbstverständlicher Einsatz aller technischen Möglichkeiten im Unterricht bereitet den Schüler auf eine Berufsbildung oder ein Studium vor. Einer unserer ehemaligen Schüler hat Biologie studiert. Er hat vor wenigen Tagen sein Examen mit einem ausgezeichneten Ergebnis bestanden. Dies war nur möglich durch den Einsatz modernster elektronischer Kommunikationstechnlogie. Die Blindenschulen müssen dem Rechnung tragen; die Regelschulen, in denen blinde Schüler beschult werden, müssen sich darauf einstellen und sich mit wahrnehmungspsychologischen didaktischen und methodischen Erkenntnissen der Blindenpädagogik in gleicher Weise auseinandersetzen, wie dies von den Blindenbildungseinrichtungen erwartet wird.

Gibson, James J.: Wahrnehmung und Umwelt. Der ökologische Ansatz in der visuellen Wahrnehmung. München, Wien, Baltimore 1982, S. 270

Junker, Hans: Adaption von Karten für den Geographieunterricht bei Blinden. Heidelberg 1982 (Examensarbeit)

Liese, Werner: Computereinsatz zur Meßdatenerfassung im Chemieunterricht schafft neue Möglichkeiten für blinde und sehbehinderte Schüler.- In: Elektronische Kommunikationshilfen. Hrsg. Klaus-R. Fellbaum, Berlin 1987, S. 129 ff.

Neisser, Ulric: Kognition und Wirklichkeit. Prinzipien und Implikationen der kognitiven Psychologie (Orginal 1976), Stuttgart 1979

Rollenske, Peter: Darstellung und Erprobung eines didaktischen Konzepts zum Erlernen von Vogelstimmen für Blinde und Sehbehinderte. Heidelberg 1986 (Examensarbeit)

Schiff, William and Foulke, Emerson (Hrsg.): Tactual perception: a sourcebook. Cambridge 1982

Vogel, Christiane: Darstellung des Ansatzes von Ulric Neisser "Kognition und Wirklichkeit" als Grundlage für Überlegungen zur Wahrnehmungsschulung von Blinden. (Examensarbeit)

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