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Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. am 12. Dezember 1992 wurde der in der Mitgliederversammlung am 4. April 1992 gefaßte Beschluß umgesetzt und der Große Konferenzraum der Einrichtung Am Schlag 8 nach ihrem Mitbegründer und ersten Direktor Professor Dr. Alfred Bielschowsky benannt.
Alfred Bielschowsky wurde am 11. Dezember 1871 in Namslau bei Breslau geboren. Er besuchte das Gymnasium in Glatz, studierte Medizin an den Universitäten Berlin, Heidelberg, Breslau und Leipzig und wurde Schüler und Assistent bei Professor Hubert Sattler an der Leipziger Augenklinik. Im Jahr 1900 erhielt er seine Zulassung als Privatdozent der Leipziger Medizinischen Fakultät. 1907 schrieb er sein Hauptwerk "Die Motilitätsstörungen der Augen nach dem Stande der neuesten Forschungen" als Beitrag für das "Handbuch der gesamten Augenheilkunde" von Graefe-Saemisch. Danach erhielt er die Ernennung zum außerordentlichen Professor.
1912 kam er als Ordinarius nach Marburg, 1918 wurde er dort - als Leiter der Abteilung für Ophthalmologie - von Wilhelm II. zum Geheimrat ernannt. Als Leiter der Marburger Universitäts-Augenklinik richtete er 1915 Kriegsblindenkurse ein, mit deren Durchführung er den Mitbegründer des Vereins blinder Akademiker Deutschlands Carl Strehl beauftragte. Nach der Gründung der "Hochschulbücherei, Studienanstalt und Beratungsstelle für blinde Studierende e.V." (Blindenstudienanstalt) 1916 war Bielschowsky bis zum 1.4.1923 deren ehrenamtlicher Direktor. Von 1923 bis 1934 war er Ordinarius und Direktor der Augenklinik der Universität Breslau; auf eigenen Antrag ist er am 30.9.1934 von seinen amtlichen Verpflichtungen dort entbunden worden. Es gab einige antisemitische Studenten-Demonstrationen gegen ihn, und sein Name wurde von der Liste der Herausgeber von Graefes Archiv für Ophthalmologie und dem Zentralblatt der gesamten Ophthalmologie gestrichen.
Auf Einladung besuchte Bielschowsky die USA, hielt Vorträge in New York, Chicago und anderen Städten. 1937 wurde er Direktor des Dartmouth Augeninstitutes. Am 5. Januar 1940 ist er in New York gestorben.
Bielschowsky war - bis sein Name von der Liste gestrichen wurde - Mitherausgeber der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde seit 1912 sowie Mitbegründer und Mitherausgeber des Zentralblattes für Ophthalmologie; mit dem 34. Band verschwand sein Name von der Titelseite.
Bei der Gründungsveranstaltung der "Bielschowsky-Gesellschaft" (1985) in Göttingen wurde Bielschowsky in der Würdigung einer seiner letzten noch lebenden Schüler Prof. Harms als "der bedeutendste Schielforscher in diesem Jahrhundert" bezeichnet, dessen "Denk- und Arbeitsweise Vorbild für die Gesellschaft sein sollte".
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