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Symposium "Sehschädigung": IV. Interdisziplinäre Fachtagung im Rahmen der Städtepartnerschaft Marburg-Poitiers

Die Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. veranstaltete unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Pätzold der Universitätsstadt Marburg vom 15. bis 18. Oktober 1992 ein Symposium zum Thema "Sehschädigung". Diese Tagungsreihe, die alle zwei Jahre stattfindet, entstand aus der Städtepartnerschaft zwischen Marburg und Poitiers und wurde 1984 anläßlich des Besuchs einer Delegation der Deutschen Blindenstudienanstalt in Frankreich ins Leben gerufen. Die bisherigen Tagungen fanden in Poitiers statt und wurden vom Leiter der dortigen Augenklinik und der Stadtverwaltung organisiert. An der Tagung in Marburg nahmen 120 Teilnehmer teil, von denen etwa 50 aus Frankreich anreisten.

Inhaltlich zeichnen sich diese Fachtagungen durch den intensiven Gedankenaustausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen aus. Das Spektrum der behandelten Themen reicht von der Ophthalmologie über Fragen der Rehabilitation bis hin zur Stadt- und Verkehrsplanung für Blinde und Sehbehinderte. Bei der Tagung in Marburg wurden insbesondere Themen aus folgenden Bereichen behandelt:

- Ophthalmologie

- Rehabilitation Sehgeschädigter

- Gestaltung von öffentlichen Räumen und Verkehrsflächen für Blinde und Sehbehinderte

- Gymnasiale Bildung Sehgeschädigter

- Hilfsmittel

- Arbeit der Blindenselbsthilfe.

Bei der inhaltlichen Gestaltung dieser Tagungsreihe wird über das wissenschaftliche Interesse hinaus stets darauf geachtet, den speziellen Einrichtungen und Anliegen der beiden Städte Rechnung zu tragen. So pflegt das Medizinische Zentrum für Augenheilkunde der Philipps-Universität Marburg, das sehr eng mit der Deutschen Blindenstudienanstalt kooperiert, den wissenschaftlichen Austausch mit den Fachkollegen aus Poitiers.

Priv.Doz. Dr.Dr. Wiegand von der hiesigen Augenklinik referierte zum Thema "Prävention schwerer Augenverletzungen im Kindesalter", Prof.Dr. Risse, Leiter der Augenklinik von Poitiers, stellte die neuesten Untersuchungen zum "Usher-Syndrom" vor. Auf viel Interesse stieß ein Vortrag von Dipl.Psych. Ricardo Küpfer, der seine Auseinandersetzung mit der Eigenidentifikation als Blinder schilderte. Alle Vorträge dieser Fachtagung werden in einer Broschüre, über deren Erscheinen in dieser Zeitschrift berichtet wird, veröffentlicht.

Erfreut über das Resultat der Veranstaltung zeigte sich Prof. Risse und der stellvertretende Bürgermeister Jean-Jaques Dumiot. Es seien Brücken gebaut worden. "Nicht gegenseitige Geschenke zählen bei einer Städtepartnerschaft, sondern Veranstaltungen wie die Fachtagung Sehschädigung", meinte der Vizebürgermeister von Poitiers.

Bei dem gemeinsamen Empfang des Magistrats der Stadt Marburg und der Deutschen Blindenstudienanstalt im historischen Rathaus der Stadt wurde der einhellige Wunsch bekräftigt, diese Veranstaltungen weiterzuführen, um die gewachsenen Kontakte weiter auszubauen und zu nutzen.

Esch/Mittelberg/Rust

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