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U. Zeun

Arbeitsraum für Sehgeschädigte an der Universität Dortmund Am 24. Juni 1992 wurde an der Universität Dortmund, im Rahmen einer Feier mit Sekt, Kaffee und Kuchen, der Arbeitsraum für sehgeschädigte Studierende offiziell eröffnet, nachdem er bereits einige Monate in Benutzung ist. Wie bei einigen anderen Arbeitsraumeinrichtungen in der Bundesrepublik, wurden die Hilfsmittel für den Raum von der Kniese-Stiftung aus Berlin finanziert. In Nordrhein-Westfalen ist er aber erst der zweite seiner Art. Damit ist an der Universität Dortmund wieder ein Schritt zur Verbesserung der Studiensituation für blinde und sehbehinderte Studierende aller Fachrichtungen getan und etwas mehr Chancengleichhet gegeben. Blinde und sehbehinderte Studierende können nunmehr Texte selbständig einlesen und lesen, am Computer bearbeiten und in der für sie lesbaren Form ausdrucken.

Die Ausstattung mit Geräten ist recht umfangreich. Folgende Hilfen stehen zur Verfügung:

konventionelle Hilfsmittel:

2 Blindenschrift-Schreibmaschinen

1 Stenoblindenschriftschreiber

2 Kassettenrecorder mit Signaltongeber

1 Bildschirmlesegerät für Sehbehinderte

1 Elektronische Schreibmaschine mit Schnittstelle zur Benutzung als Typenraddrucker (inkl. Großdrucktypenrad)



EDV-Hilfsmittel:

2 Rechner mit größeren Monitoren,

einer Braillezeile und Sprachausgabe und Schriftvergrößerung

einer mit Großbilddarstellungssystem

1 Brailledrucker

1 Tintenstrahldrucker

1 elektronisches Notizgerät für Blinde

1 Scanner mit blindenspezifischer Texterkennungs-Benutzeroberfläche

Ergonomische Hilfen:

1 höhenverstellbarer Arbeitstisch und -stühle

2 höhenverstellbare Computertische

2 Tageslichtleuchten

1 Vorlagenhalter

Gerät zur Herstellung ertastbarer Grafiken:

Quellpapierbrenngerät (Fuser)

Ergänzend sollen in den nächsten Monaten noch ein weiterer Vorlagenhalter, ein CD-ROM-Laufwerk mit Lexika, ein Laptop mit Großschriftsoftware und die neueste Version der HBS-Blindenschrift-Konvertierungssoftware beschafft werden.

Es kann von morgens 7.00 bis 22.00 Uhr abends im Raum gearbeitet werden. Für die Textberarbeitung steht Word 5.0 bzw. Word 5.5 zur Verfügung. Weitere Utilities, wie der Norton Commander oder das Hagen-Züricher Blindenschrift-Übersetzungsprogramm sind installiert. Alle drei Drucker können von beiden Rechnern aus benutzt werden. Beliebig großer Großdruck kann auf dem Tintenstrahldrucker mit einer Postscript-Emulationssoftware erreicht werden.

Einige transportable Geräte können ausgeliehen werden, um im Seminar Mitschriften machen zu können.

Die Betreuung und Einweisung findet derzeit durch die Mitarbeiter des Projektes "Aufbereitung hochschulinterner Materialien für Sehgeschädigte" des Faches "Theorie der Sondererziehung" und durch studentische Hilfskräfte für den Arbeitsraum aus Mitteln der Hochschule statt.

Mit Hilfe der Projektmitarbeiter und entsprechender Zeichenprogramme ist es im Arbeitsraum auch möglich, taktile Grafiken für die blinden Benutzer mittels des Quellpapierverfahren herzustellen.

Eine Art Datenbank in Diskettenform mit Informationen, wie aktuelles Vorlesungsverzeichnis, Uniadressen, Telefonverzeichnis, die aktuellen Ausgaben der Hochschulzeitschriften, Mensaplan etc., werden vom obigen Projekt bereitgestellt und weiter ausgebaut. Gedacht ist dabei an den Bestandkatalog der Bibliothek - ein EDV-Zugang ist bislang für Sehgeschädigte nicht möglich - sowie die Disketten-Kataloge der Umsetzungsdienste wissenschaftlicher Studienliteratur.

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