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J. Holletz: Der sonnige Süden animierte

Leichtathletik: Heimisches Team beim "Internationalen" der Sehbehinderten

Mailand. Sportler aus drei Nationen trafen sich bereits zum achten Mal in italienischen Gefilden zu einem freundschaftlichen Vergleichskampf.

Mit vier Sportlern und Trainerin Heike Tillacke trat das Team der SSG Blista für Deutschland in die Leichtathletikarena. Neben den gastgebenden Italienern und zwei Teams aus Österreich gaben sie eine gute Figur ab.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Bemühungen, den Behindertensport weiter zu integrieren und publik zu machen. Die Videoaufnahmen dieses Schauwettkampfes sollen Sponsoren anlocken, die den Sport der Behinderten aus dem stillen Kämmerlein holen und für den Zuschauer attraktiver gestalten. Für die Sportler auch ein Ansporn, alles zu geben.

So sprintete Anette Burger über die 100 m auf den zweiten Platz, Achim Bayer holte auf gleicher Strecke die Bronzene. Auf der doppelten Distanz ließ er alle anderen hinter sich. Der dritte im Bunde, Thomas Validis, wurde im Weitsprung Zweiter und beim Diskuswurf Dritter.

Die Nummer vier im Blista-Team, Uli Striegel, konnte aufgrund einer Zerrung aus dem vorbereitenden Trainingslager nur die Bank drücken. Am Sonntag mußte sich auch Anette zu ihm gesellen, da sich ihre Verletzung aus dem Sommer wieder zu Wort meldete. Auch für Achim begann der offizielle Wettkampf mit einem kleinen Handicap. Die Läufe der verschiedenen Sehbehinderten-Kategorien B2 und B3 fanden zwar getrennt statt, wurden am Ende aber zusammen gewertet. Das bedeutete für den Marburger, daß er seinen Lauf souverän gewann, mangels ernstzunehmender Konkurrenz in diesem mit seiner Zeit aber nur auf dem undankbaren vierten Platz landete. Mit seinem Ergebnis über 200 m war er schon zufriedener, kratzten die 25,0 doch fast an seiner Bestzeit und brachten ihm Rang zwei.

In persönlicher Bestzeit spurtete auch Thomas über die 100-m-Ziellinie und der Diskus flog so weit wie noch nie, jeweils Rang drei. Bleibt noch zu erwähnen, daß einige Sponsoren den Behindertensport schon für sich entdeckt haben. So stiegen die Sieger nicht mit Medaillen und Pokalen vom Treppchen, sondern nahezu neu gekleidet. aus: Oberhessische Presse vom 29. April 1993

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