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B. Schopmans

Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen gegründet Das Hessische Ministerium für Frauen, Arbeit und Sozialordnung hat zum 01.05.1993 ein Modellprojekt zur Förderung behinderter Frauen in Hessen eingerichtet. Das "Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen" ist beim Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter - fab e.V. - in Kassel angesiedelt. Dort ist Birgit Schopmans beschäftigt, eine sehbehinderte Sozialarbeiterin/-pädagogin, die beim fab e.V. seit 11/2 Jahren Beratungsarbeit und politische Interessenvertretung für behinderte Frauen leistete. Das "Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen" soll in erster Linie als hessenweite Kontakt- und Informationsstelle für die Belange behinderter Frauen und zur Koordination von Selbsthilfeaktivitäten dieses jahrelang vernachlässigten Personenkreises dienen. Entstehungsgeschichte Rund 300.000 behinderte Frauen leben in Hessen. Bisher standen diese Frauen jedoch weder im Blickpunkt der Frauenpolitik, noch wurden sie in der Behindertenpolitik und -arbeit als spezielle Gruppe berücksichtigt. Ihre zweifache Benachteiligung bzw. ihre Lebensbedingungen, die sich in vielen Bereichen von behinderten Männern und nichtbehinderten Frauen unterscheiden, wurden bisher nicht genügend an die Öffentlichkeit gebracht. Behinderte Frauen werden kaum gehört; sie haben keine Lobby.

Mit am härtesten trifft sie die Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt. Da verhältnismäßig wenige behinderte Frauen verheiratet sind und die wenigsten eine Hausfrauen- und Mutterrolle ausüben, sind sie im besonderen Maße auf eine soziale Sicherung durch Erwerbsarbeit angewiesen. Die berufliche Situation ist jedoch sowohl für Frauen wie auch für behinderte Menschen besonders ungünstig, so daß behinderte Frauen auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben.

In Hessen wurden inzwischen einige Aktivitäten von behinderten Frauen initiiert, durch die diese ihre Situation verändern wollen. So existieren z.B. Selbsthilfegruppen behinderter Frauen in Marburg und Kassel. Zudem wurden auf Initiative des Hessischen Ministeriums für Frauen, Arbeit und Sozialordnung letztes Jahr zwei Werkstattgespräche mit den Titeln: "Frauen und Behinderung - eine doppelte Benachteiligung-" und "Vom erdrückenden Schweigen befreien - sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen mit Behinderung" durchgeführt.

Aufgrund des zuerst genannten Werkstattgesprächs wurde im August 1992 das "Hessische Netzwerk behinderter Frauen" gegründet, welches hessenweit ein Forum zum Austausch und die Möglichkeit einer gemeinsamen Interessenvertretung bieten soll. Da es sich im Rahmen der Arbeit des "Hessischen Netzwerkes behinderter Frauen" als sehr schwierig bzw. zeitaufwendig erwiesen hat, behinderte Frauen zu erreichen und hessenweit die Aktivitäten zu koordinieren, entstand die Idee, für diese organisatorischen Arbeiten sowie für zusätzliche Bereiche ein "Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen" aufzubauen. Angebote des "Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen"

1) Kontakt- und Informationsstelle

Nach der Erstellung eines hessischen Verteilers von Frauen- bzw. Behindertenorganisationen sowie -institutionen und von interessierten Einzelpersonen wird eine Expertinnenliste zum Thema "behinderte Frauen" zusammengestellt. Zudem ist ein nationales und internationales Verzeichnis von speziellen Organisationen und Projekten behinderter Frauen geplant.

Der Aufbau eines Archivs über Veröffentlichungen zum Thema "behinderte Frauen" soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich umfassend über die Situation behinderter Frauen zu informieren. Zudem bietet die Erstellung einer Bibliographie aktuelle Informationen über Artikel, Broschüren und Bücher zum Thema "behinderte Frauen".

Mit dem "Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen" soll eine Kontakt- und Informationsstelle zu unterschiedlichen Fragestellungen, die behinderte Frauen betreffen, aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang besteht neben dem Angebot telefonischer sowie persönlicher Informationsgespräche die Möglichkeit, Birgit Schopmans in Selbsthilfegruppen, Frauen- bzw. Behindertenorganisationen und Institutionen einzuladen. Dadurch kann auch vor Ort Unterstützung für geplante Aktivitäten geleistet, über die Lebensbedingungen behinderter Frauen berichtet, sowie die Arbeit des "Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen" vorgestellt werden.

2) Vernetzung

Nach der Kontaktaufnahme zu engagierten behinderten Frauen, Initiativen etc. sollen die in Hessen bereits bestehenden Aktivitäten im Bereich behinderter Frauen koordiniert werden. Daraus können gemeinsame überregionale Aktivitäten behinderter Frauen entstehen. In diesem Zusammenhang ist die Zusammenarbeit mit dem "Hessischen Netzwerk behinderter Frauen" sehr wichtig.

3) Projekte und Bildungsarbeit

Zur Verbesserung der konkreten Lebensbedingungen behinderter Frauen ist die Unterstützung bei der Initiierung und Durchführung von speziellen, auf die Bedürfnisse behinderter Frauen abgestimmte Projekte, unbedingt notwendig. Darüber hinaus wird das "Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen" Fort- und Weiterbildungsangebote sowie Tagungen und Veranstaltungen organisieren, die dazu beitragen sollen, die doppelte Benachteiligung behinderter Frauen stärker bekannt zu machen und Handlungsalternativen aufzuzeigen.

4) Öffentlichkeitsarbeit

Auch Veröffentlichungen in Presse, Funk und Fernsehen sollen dazu beitragen, die Situation behinderter Frauen stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen. In diesem Zusammenhang plant das "Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen" die Erstellung aktueller Informationsbroschüren.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht jedoch auch die Interessensvertretung für die Rechte behinderter Frauen in politischen Gremien und Initiativen. Insgesamt sollen die Aktivitäten des "Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen" einen Beitrag zur Verbesserung der Situation behinderter Frauen leisten.

Nähere Informationen erteilt Birgit Schopmans vom Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen, Werner-Hilpert-Straße 8, 34117 Kassel. Tel.: (0561) 18667 und Fax: (0561) 713132.

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