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Dr. S. M. Leitner

Informatikstudium für Blinde und Sehbehinderte an der Johannes-Kepler-Universität Linz Linz ist eine Industriestadt, die Hauptstadt des Bundeslandes Oberösterreich, an der Donau gelegen. Eine Stadt mit pulsierendem Leben, die Stadt, in der Johannes Kepler längere Zeit gelebt hat und in der Persönlichkeiten wie Anton Bruckner und Adalbert Stifter gelebt und gewirkt haben. Im Herbstsemester 1966/67 öffnete die Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ihre Pforten. In der Folge wurde eine technisch-naturwissenschaftliche Fakultät angeschlossen und heute bietet die Johannes-Kepler-Universität Linz ein umfangreiches Angebot verschiedenster Studienrichtungen.

Seit dem Herbstsemester 1991 gibt es an der Johannes Kepler Universität Linz die Möglichkeit des Studiums der Informatik für Blinde und Sehbehinderte. Insidern ist alles selbstverständlich, der Laie weiß soviel, daß Informatik etwas mit dem Computer zu tun hat. Das Wort Informatik setzt sich zusammen aus Information und Technik. Es geht um die Problemlösung durch den Computer. Dank der Technik ist diese Wissenschaft nun auch Blinden und Sehbehinderten zugänglich. Jede Information kann in Braille-Schrift übersetzt werden. Unterlagen in Normalschrift können mittels Scanner auf Diskette aufgenommen werden, die der Student dann auf seinem PC weiterbearbeitet. Wer keine Matura hat, beginnt mit dem Studienvorbereitungslehrgang für die Studienberechtigungsprüfung. Sechs Studenten, drei Burschen und drei Mädchen sind bereits emsig damit beschäftigt, in die Geheimnisse der Informatik einzudringen.

Die Initiativen zu diesem Modellversuch hat o. Univ.-Prof.Dr. Roland R. Wagner gesetzt. Es handelt sich nicht um ein eigenes Studium, sondern nur um Studienbegleitung. Organisatorischer Leiter ist der selbst von Geburt an blinde 30jährige Univ.-Ass. Dipl. Ing. Bernhard Stöger. Einen solchen Versuch gab es schon an der Universität Karlsruhe. Linz will teilweise neue Wege gehen. Mündliche Prüfungen sind für Blinde und Sehbehinderte, die es ja auch in anderen Studienrichtungen gibt, kein Problem. Dank der Technik können sie sich jetzt alle Wissensstoffe aneignen.

Wie Dipl. Ing. Stöger erklärt, klappt es reibungslos, daß die Studierenden ihre Disketten erhalten, auf Grund derer sie studieren können und es erlernen, selbständig Programme, also Anweisungen für einen bestimmten Ablauf im Computer, zu verfassen. Es ist gelungen, das Institut entsprechend auszustatten. Speziell für Blinde ist das Versa-Braille und das Optacon schon seit einiger Zeit bekannt. Es gibt aber auch Geräte mit Sprachein- und -ausgabe, Geräte mit Brailleein- und -ausgabe, Großbildprozessoren, Graphiktablett, Blindenschriftdrucker und vieles andere mehr. Zu Hause hat jeder Studierende einen PC-Arbeitsplatz. Neue Interessenten für Informatik oder das Kurzstudium Datentechnik sind jederzeit willkommen, auch aus dem Ausland, da für Studierende aus dem süddeutschen Raum unter Umständen Linz leichter zu erreichen ist als Karlsruhe, wo, wie erwähnt, ein solches Projekt bereits läuft.

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