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Bayer. Blindenbund: Broschüre "Hilfen zur beruflichen Eingliederung Blinder und Sehbehinderter"

Rezession - Einstellungsstop - Personalabbau - Arbeitslosigkeit

Immer weniger Rezepte für blinde Masseure, neue blinde Telefonisten werden nicht mehr gebraucht, nur keine Experimente mit der Beschäftigung blinder Akademiker. Das sind Symptome einer Arbeitsmarktsituation, auf die jetzt der Bayer. Blindenbund reagiert.

Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierte der Blindenbund am 12. November 1993 im Nürnberger Queens-Hotel seine neue Schrift "Hilfen zur beruflichen Eingliederung Blinder und Sehbehinderter".

In Bayern leben rund 18.500 blinde Menschen. 5.169 von ihnen waren zum 31. Dezember 1992 im berufsfähigen Alter von 18 bis 65 Jahren. Wiederum nur 25% dieser Gruppe (1.266 Blinde) sind dem Bayer. Blindenbund als wirklich berufstätig bekannt.

"Alarmierende Zahlen", erläuterte Gustav Doubrava, Vorsitzender des Bayer. Blindenbundes, "denn die berufliche Eingliederung ist maßgeblich für die gesellschaftliche Eingliederung - gerade für Menschen, die blind und deshalb in ihrem Freizeitbereich so eingeschränkt sind." Er betonte, daß auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Grundsatz Rehabilitation vor Rente seine Gültigkeit behalten müsse.

Mit der neuen Broschüre faßt der Bayer. Blindenbund seine Hilfsangebote zur beruflichen Eingliederung Blinder und Sehbehinderter zusammen und zeigt die Leistungsfähigkeit blinder Berufstätiger auf:

- Textservice: Ein spezieller Auftragsservice des Bayer. Blindenbundes stellt blinden Berufstätigen benötigtes Textmaterial rasch in Blindenschrift oder auf Kassette zur Verfügung.

- Ambulante Rehadienste: Flächendeckend in ganz Bayern stehen Fachkräfte zur Verfügung, die mit Blinden den Weg zur Arbeit einüben und Orientierungshilfen an der Arbeitsstelle geben.

- Fachgruppen: Blinde Berufstätige bilden im Bayer. Blindenbund Berufsfachgruppen. Die selbst betroffenen und erfahrenen Fachgruppenleiter beraten Arbeitgeber, Personalchefs und blinde Berufskollegen bei der Einstellung oder bei sich ergebenden Problemen.

- Arbeitsassistenten: Externe Arbeitsassistenten helfen blinden Berufsanfängern und ihren Arbeitgebern beim Übergang von der Ausbildung in das Berufsleben.

- Technische Hilfen: EDV am Arbeitsplatz ist heute kein Argument mehr gegen die Einstellung von Blinden und Sehbehinderten. Neu entwickelte Spezialgeräte kehren dieses Argument sogar um.

In ihrem Vorwort zur Broschüre schreibt Staatssekretärin Barbara Stamm: "Mit dieser Informationsschrift des Bayer. Blindenbundes verbinde ich die Hoffnung, daß öffentliche und private Arbeitgeber unseren blinden und sehbehinderten Mitbürgern auch in Zukunft eine Chance zur beruflichen Eingliederung geben."

In Vertretung für den Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, würdigte während der Präsentation Dr. Kurt Schall, Vizepräsident des Landesarbeitsamtes Nordbayern, die neue Broschüre, die der Bayer. Blindenbund in Zusammenarbeit mit der Delphinwerbung erstellt hat. Finanziell möglich wurde dieses Projekt durch Inserate von Hilfsmittelherstellern, Blindeneinrichtungen und Geschäftspartnern des Bayer. Blindenbundes.

Bayerischer Blindenbund e.V.

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