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Die "ELOP" wird vom Verlag mit der Tageszeitung ausgeliefert
Seit dem 1. Dezember 1993 ist auch die Oberhessische Presse als elektronische Tageszeitung für Blinde erhältlich. Die "ELOP" wird innerhalb des Verbreitungsgebietes der OP - dem Landkreis Marburg-Biedenkopf - von deren Zeitungsträgern morgens zwischen den gedruckten Zeitungen mit ausgeliefert. Für das Abonnement erhebt der Verlag Johann August Koch mit 35 DM monatlich nur geringfügig mehr als für die Schwarzschriftausgabe der OP.
Bis auf die Werbung und einen Teil der Kleinanzeigen sowie die Wochenendbeilagen erhalten die sehgeschädigten Leser die komplette Hauptausgabe der OP auf einer 3,5-Zoll-Diskette. Dabei ist jede Zeitungsseite als eigene Datei im allgemein lesbaren ASCII-Code abgespeichert. Diese Dateien tragen den Namen des jeweiligen Ressorts sowie gegebenenfalls eine Seitenzahl. Innerhalb einer Datei ist jede Überschrift mit einer Sprungmarke gekennzeichnet, so daß der Leser mit einem Suchbefehl von Artikel zu Artikel weitergehen kann. Damit wird es auch für Blinde und Sehbehinderte ohne größeren Aufwand möglich, die Tageszeitung an ihrem sprechenden Computer, am Großbildschirm oder mit Hilfe der Braillezeile selektiv zu lesen.
Im Gegensatz zur Frankfurter Rundschau, die seit 1990 als "Elektronische Tageszeitung für Behinderte" (ETAB) erscheint, benötigen die Bezieher der ELOP kein besonderes Bedienungsprogramm, sondern lediglich einen blindengerechten Computer mit 3,5-Zoll-Laufwerk. Die Dateien auf der ELOP- Diskette können in praktisch jedes gängige Textverarbeitungsprogramm eingeladen und damit dann auch gelesen werden.
Neben der ETAB gibt es seit Sommer auch das Hamburger Abendblatt über eine Mailbox als Blindenzeitung. Ansonsten können Blinde bei der Aktion Tonbandzeitung (ATZ) in Holzminden zahlreiche regionale Tageszeitungen sowie eine Auswahl unterschiedlicher Zeitschriften und Zusammenstellungen auf Tonkassette beziehen.
Die elektronische OP war von der Deutschen Blindenstudienanstalt im Rahmen des Kongresses der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen im Juli angeregt und erstmals drei Tage lang getestet worden. Daraufhin meldeten sich bei der Blista insgesamt 30 Interessenten, die der Verlag am 19. November zu einem Gespräch über ihre Wünsche und Anforderungen an die neue ELOP einlud. Im März soll in einem zweiten Gespräch zwischen den sehgeschädigten Lesern und der Verlagsleitung endgültig entschieden werden, wie das Projekt dauerhaft fortgesetzt wird.
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