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Im Heft 11/1992 der DOZ hatte ich Gelegenheit, auf das Spektrum optischer Sehhilfen hinzuweisen, auf das die von der Augenkrankheit "Retinitis Pigmentos" (RP) betroffenen Menschen zurückgreifen können beziehungsweise müssen. Dabei ergab sich unter anderem die Frage, wie diese Sehbehinderten den Zugang zu speziellen Hilfsmitteln finden: Informationen, Erprobung, Klärung der Finanzierung und anderes.
Diese Problematik trifft natürlich nicht nur RP-Betroffene, sondern alle Sehbehinderten. Die weitaus größte Gruppe Sehbehinderter bildet die der altersbedingt Sehschwachen (Makuladegeneration und andere), und gerade diese Menschen brauchen oft besondere Unterstützung beim Herausfinden und Beschaffen geeigneter Hilfsmittel. Dazu kommen verschiedene andere Erkrankungen mit irreversiblen und optisch nicht voll ausgleichbaren Sehschäden.
Zur begrifflichen Abgrenzung: Wer (trotz optischer Korrektur) einen Visus von höchstens 0,3 hat, gilt als "sehbehindert", mit einem Visus von nicht mehr als 0,05 ist man "hochgradig sehbehindert", mit einem Visus unter 0,02 wird man - im Sinne des Sozialrechts - als "blind" eingestuft. Aber auch andere Sehstörungen als die des Visus können zu entsprechenden Einstufungen führen.
Obwohl Augenoptiker die Sehfehler ihrer Kunden meistens voll ausgleichen (mit Brille oder Kontaktlinsen), fällt ihnen auch die Unterstützung Sehbehinderter bei der Optimierung ihres Restsehvermögens zu. Allerdings ist dies eine ungleich schwierigere Aufgabe, die spezielle Kenntnisse und Ausstattung mit Hilfsmitteln erfordert und daher nicht von jedem Augenoptiker in gleichem Maße geleistet werden kann.
Es sind Spezialisten für Sehschwache erforderlich, sogenannte "Low-Vision-Optiker", wie es im internationalen Sprachgebrauch heißt.
Der Zugang Sehbehinderter zu optischen Hilfsmitteln klappt nicht gut
Als Hilfsmittel-Referent der DRPV (Deutsche Retinitis-Pigmentosa-Vereinigung) berate ich natürlich nicht nur RP-Betroffene, sondern auch andere Sehbehinderte. Dabei stellt sich immer wieder heraus, daß diese Menschen oft nur zufällig oder gar keinen Augenoptiker finden, der diese Spezialkompetenz hat. Das liegt einfach daran, daß es in Deutschland - im Gegensatz zur Schweiz und anderen europäischen Ländern - keine anerkannte Spezialausbildung zum Low-Vision-Optiker gibt (und daher auch keine Kennzeichnung von deren Geschäften).
Ich möchte das Problem an (realen) Beispielen deutlicher machen, um dann der Frage nachzugehen, wie denn diese Spezialisierung genauer zu beschreiben sei, ob dies ein auch für Deutschland sinnvolles Ziel sei und ob die Spezialisierung für einen Augenoptiker wirtschaftlicher sein kann.
Beispiel 1
Frau Jenny G. aus W., einem kleinen Ort nordwestlich von Schweinfurt, hat einen Visus knapp unter 0,1 und ist außerdem schwerhörig; daher kann sie manche Situationen nur schwer erfassen und reagiert entsprechend unsicher. Sie leidet darunter, daß die Dorfbewohner dies als geistige Behinderung auffassen und ihr sogar aus dem Weg gehen. So ist sie durch ihre Behinderung auch sozial isoliert. Sie ist ratlos und unglücklich.
Ihr Augenarzt im Nachbarort (der Name soll anonym bleiben) hatte nicht einmal die Augenkrankheit RP erkannt; auch ihr Augenoptiker bot ihr kaum Hilfe an. Durch Zufall erfuhr Frau G. aus der DRPV-Zeitschrift "RPAktuell", daß es spezielle Nahgläser ("Hyperoculare") mit guten optischen Eigenschaften gäbe.
Sie wandte sich an mich mit der Frage, wo sie diese Gläser ausprobieren könne. Ich verwies sie an ihren Augenoptiker. Der meinte, so was gäbe es nicht, Hyperoculare seien nichts anderes als Plusgläser. Darauf gab ich ihr den Hersteller (Coil) und eine Bezugsquelle (Fa. Schultze, Hannover) an. Der Augenoptiker weigerte sich darauf, solche Gläser zur Probe zu bestellen, da er das Kostenrisiko nicht tragen wolle. Eine Bestellung ohne Erprobung (auch zum Beispiel der erforderlichen Vergrößerung) war aber sinnlos.
Frau G. Stieß auch bei anderen Augenoptikern auf kein Entgegenkommen. Dazu trug vermutlich eine differenzierte Beratung durch mich bei: sie solle sich auch Fernrohrbrillen zeigen lassen (sie malt gern, und da stört der kurze Arbeitsabstand von Hyperocularen), auch ein Fernsehlesegerät käme als Lesehilfe in Frage, für die Ferne vermutete ich, daß ihr ein Monokular - noch - eine wichtige Hilfe sein könne.
Das ist jetzt ein Jahr her. Heute (28.02.93) rief ich sie an. Sie wartet seit Monaten auf einen Arzttermin in der Augenklinik Würzburg (die Ärztin war mal im Urlaub, mal auf Tagung, und die Fristen sind lang). Sie hofft dabei, auch endlich einen geeigneten Augenoptiker genannt zu bekommen...
Beispiel 2
RP-Betroffene sind meist nachtblind und sehr blendempfindlich. Durch sogenannte Kantenfiltergläser wird die Blendempfindlichkeit herabgesetzt, und meist wird auch eine Kontraststeigerung empfunden. Die Gläser werden als Hilfsmittel für RP anerkannt.
Da die Absorptions-"kante" des UV-Lichtanteils bei verschiedenen Gläsern unterschiedlich verläuft und auch eine unterschiedliche gleichmäßige Verdunkelung hinzugefügt ist, müssen RP-Betroffene die Gläser vergleichen können - oft schaffen sie sich sogar mehrere an.
Viele Augenoptiker kennen Kantenfiltergläser überhaupt nicht. Andere haben vielleicht eins da, aber kaum jemand führt eine Auswahl.
Die DRPV ergriff Selbsthilfe: Sie beschaffte mehrere Sätze fast aller lieferbaren Gläser (drei von Corning, acht von Essilor, drei von Rodenstock, drei von Younger Optics und fünf von Zeiss; überwiegend von den Firmen gespendet) und verteilte sie auf Regionalgruppen. Die Probesätze sind rege im Umlauf und ermöglichen den Betroffenen nun eine ruhige und sorgfältige Auswahl.
Diese beiden Beispiele machen das Problem deutlicher:
Wohl gibt es einige wenige Spezialisten, die den Hilfsmittelbereich von der medizinischen und optisch/technischen Seite voll überblicken (zum Beispiel Frau Prof. Blankenagel aus Heidelberg), aber diese Stellen sind total überfordert, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen.
Die Bemühungen der DRPV um eine (anerkannte) Zusatzausbildung zum "Low-Vision-Optiker" sind daher leider erfolglos verlaufen. Insbesondere hat sich der ZVA dagegen ausgesprochen, weil er damit eine Zweiteilung des Berufsbildes befürchtet, und dies mit weiteren Konsequenzen. Wir glauben aber, daß dies nicht das letzte Wort dazu gewesen sein darf.
Im Moment betreibt die DRPV auch Selbsthilfe bei der Vermittlung spezialisierter Augenoptiker, indem sie gute Erfahrungen von DRPVMitgliedern sammelt, so daß bei Anfragen die Adressen weitergegeben werden können. Ob das auf Dauer eine Lösung des Problems ist, ist allerdings zu bezweifeln.
Ein anderer Sehbehindertenverband (BFS, Bund zur Förderung der Sehbehinderten, Kassenberg 37, 4300 Mülheim) veranstaltet inzwischen in eigener Regie jährlich mehrere Wochenendveranstaltungen zur Fortbildung im Low-Vision-Bereich, auch für Augenoptiker (zuletzt in Chemnitz, vom 19. - 21.03.1993). Dabei werden unter anderem Konzepte von Fritz Buser verwandt, der auf diesem Gebiet für das Schweizer Sehbehinderten- und Blindenwesen Vorbildliches geleistet hat.
Wir Betroffenen hoffen natürlich letztlich auf eine systematische Unterstützung durch den Staat oder die Verbände. Vielleicht muß auch erst einmal bei den vorhandenen Augenoptikern das Interesse einer Spezialisierung geweckt werden. Zur Verdeutlichung der Situation noch ein Beispiel:
Beispiel 3
Ich suchte für Sehbehinderte in einer norddeutschen Großstadt nach einem Low-Vision-Optiker. Der einzige mir bekannte Spezialist hatte vor kurzem aus Altersgründen sein Geschäft abgegeben; der Nachfolger zeigte nur wenig Interesse. So sprach ich den Obmann der zuständigen regionalen Augenoptikerinnung an und bat um Mithilfe. Dieser fing nach einem zweistündigen Gespräch buchstäblich Feuer für den Low-Vision-Bereich, ließ aber dann monatelang nichts mehr von sich hören. Als ich ihn wieder ansprach, sagte er, er habe sich inzwischen viele Gedanken gemacht und etliche Leute befragt und sei zu dem Ergebnis gekommen: "Das rechnet sich nicht" (für auch nur einen Spezialisten für die ganze Region!).
Ich finde dieses Ergebnis deprimierend. Von seiten der Augenoptikerinnung wird mehr oder weniger offiziell zugegeben, daß es für ganz Ostwestfalen (fast eine Million Menschen) keinen auf Sehbehinderung spezialisierten Augenoptiker gibt - und das könne auch immer so bleiben, weil es den Aufwand nicht lohne...
Wir sehen das anders. In Berlin (ursprünglich sogar nur Westberlin) gibt es eine "Arbeitsgruppe Vergrößernde Sehhilfen" aus ca. zwölf Augenoptikern, die sich gemeinsam fortbilden, eine eigene Übersicht (Ringordner) mit Spezialhilfsmitteln herausgebracht haben und so weiter. Für sie lohnt es doch offenbar auch noch in enger Konkurrenz. Und entsprechend könnte es eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft von "Low-Vision-Optikern" geben.
Die Erwartungen Sehbehinderter an einen "Low-Vision-Optiker"
Nach so vielen Klagen darüber, was "nicht so recht läuft", ist mit dem reinen Etikett "Low-Vision-Optiker" noch nicht viel erreicht. Es reicht auch nicht, auf das Konzept und die Broschüre "Der spezialisierte Augenoptiker" von Fritz Buser (Leiter des Schweizerischen Zentralvereins für das Blindenwesen (SZB), Dornacherstr. 10, CH-4600 Olten) zu verweisen. Vielmehr möchte ich nachfolgend gleich einige vorläufige Anmerkungen machen, was zu diesen Fähigkeiten und Aufgaben gehören kann, um Interessenten anzusprechen (vielleicht vergrößert sich ja so auch die Liste der von uns empfohlenen Augenoptiker).
Ein Low-Vision-Optiker darf seine sehbehinderten Kunden nicht aus der (Berufs-)"Brille" des Augenoptikers ansehen, sondern muß noch mehr als bei den anderen Kunden deren Probleme "ganzheitlich" erfassen, da diese meist nicht einfach durch eine Brille, Kontaktlinsen oder Lupe zu lösen sind.
Ein Low-Vision-Optiker sollte nach den Vorstellungen Sehbehinderter
1. einen Überblick über die Vielfalt der möglichen Sehschädigungen und die Vielfalt der möglichen, auch nicht-optischen Hilfsmaßnahmen haben;
2. eine gute Grundausrüstung an Hilfsmitteln selber besitzen und hier gut beraten sowie bezüglich andersartiger Hilfen die Kunden weitervermitteln;
3. das Umfeld der Beratungs- und Versorgungsstrukturen kennen, um die Kunden außerhalb seiner eigenen Zuständigkeit richtig weiterzuverweisen;
4. für seine Kunden Zeit haben und sie bei ihren Problemen "ganzheitlich" beraten und bedienen.
Zu 2. (Arten von Sehschäden und mögliche Hilfsmittel)
Ein Low-Vision-Optiker muß zunächst einmal einen guten Überblick über die Vielfalt der Sehprobleme Sehbehinderter haben (zum Beispiel herabgesetzter Visus, Farb- und Kontrast-Sehschwächen, Gesichtsfeldeinschränkungen, unterschiedlichster Art, Nachtblindheit, Blendungsempflindlichkeit usw.), denn nur dann ist auch eine differenzierte Beratung und Hilfsmittelauswahl möglich.
Wenn jemand zum Beispiel einen Visus von 0,1 hat, dann reicht es nicht aus, ihm eine Brille oder Lupe mit 4facher Vergrößerung zu "verpassen", damit rechnerisch die Lesefähigkeit wieder erreicht wird, sondern es gehören zahlreiche Aspekte dazu, an die ein "normaler" Augenoptiker vielleicht gar nicht denkt. Auf das breite Spektrum der Seh- und Leseprobleme kann man sehr verschiedenartig eingehen; einige Beispiele:
- Erprobung ganz verschiedener optischer Vergrößerungsmethoden (Bifokalgläser, prismatische Lupenbrillen, Fernrohrbrille (Kepler- oder Galilei-System), Hyperokulargläser, Stand-, Hand- oder Taschenlupe, Leuchtlupe usw.);
- Abtönung der Gläser, insbesondere spezielle Kantenfiltergläser;
- Seiten- bzw. Reflexionsschutz der Brille;
- Optimierung der Beleuchtung nach Helligkeit und Kontrast (Lampen);
- Ergonomie (Körperhaltung, Auflagefläche usw.);
- Optimierung des Schriftgutes (Papier- und Druckqualität, gegebenenfalls auch Vergrößerung mit Kopieren oder anderem EDV-Schrifttyp);
- Übung von Lesetechniken (zum Beispiel bei Betroffenen mit kleinen Sehrestinseln, die nicht das Erfassen ganzer Wörter ermöglichen);
- Erwägung und Erprobung alternativer Hilfsmittel (Fernsehlesegeräte, EDV-Textlesesysteme = Scanner + EDV-Sprachausgabe und andere);
- Anleitung und Betreuung bei der Nutzung hochwertiger Hilfsmittel;
- Beratung und Ermutigung Betroffener, auch auffällige Hilfsmittel (wie Nahbrille oder stark getönte Gläser) zu nutzen, wenn sie nützen.
Zur Vermeidung von Mißverständnissen: Der Low-Vision-Optiker soll nicht in die Kompetenzen des Augenarztes sowie anderer Berufsgruppen und Institutionen eingreifen, sondern mit diesen gut zusammenarbeiten.
Zu 2. (Ausstattung mit Hilfsmitteln)
Ich möchte mich an dieser Stelle nicht in materielle Details verlieren; auch möchte ich hier nicht festlegen, was denn nun zur Mindestausstattung eines Low-Vision-Optikers gehört (auch wenn sich einiges schon offenkundig aus dem oben Gesagten ergibt).
Denn es kommt wohl zunächst gar nicht so sehr darauf an, erst einmal den vollständigen optischen Anpassungssatz der Fa. XY anzuschaffen, sondern eine Grundsatzentscheidung zu treffen, sich intensiver - durchaus auch idealistisch - für Sehbehinderte einzusetzen und die dafür erforderlichen Kompetenzen zu verbessern.
Zu 3. (Umfeld der Beratungs- und Versorgungsstrukturen)
Der Low-Vision-Optiker muß die Versorgungs- und Beratungssituation des Sehbehinderten kennen, um seine Probleme abzuschätzen und ihn gegebenenfalls weiterverweisen zu können.
Durch einige kurze Stichworte soll dieses Wissensgebiet eines kompetenten Low-Vision-Optiker umrissen werden:
- Berufe, die mit Sehbehinderten zu tun haben (...);
- Kostenträger für Hilfsmittel beziehungsweise Maßnahmen und deren Strukturen (...);
- Selbsthilfe-Vereinigung (DBV, DRPV, DVBS, BFS, ISCB, VzFB,...);
- übergeordnete Behörden (BAR, BAGH,...);
- soziale Rechte beziehungsweise Nachteilsausgleich für (Seh-)Behinderte; - Spezialfirmen für Sehbehinderten- und Blindenhilfsmittel (...);
- Quellen für "sonstige Hilfsmittel" (Beleuchtung...).
Zu 4. (Zeiten haben...)
Die Vielfalt der Sehschädigungen und die kompliziert ineinandergreifenden Zuständigkeitsstrukturen machen es erforderlich, daß der Low-Vision-Optiker neben seinen eigenen Leistungen auch als Mittler tätig wird und gelegentlich andere Ansprechpartner beziehungsweise Informationen weitervermittelt. Der "ganzheitliche Zugang zu den Sehbehinderten als Menschen kostet manchmal Zeit, die sich nicht unmittelbar in Geld ausdrückt.
Dennoch macht sich die persönliche Beratung und Hilfe langfristig nicht nur durch persönliche Erfolgserlebnisse und Dankbarkeit der Kunden bemerkbar, sondern durch zufriedene Kunden, deren Angehörige und Freunde auch gern diesen Augenoptiker aufsuchen.
Es ist mir am Beispiel einiger weniger Spezialisten bekannt - auch außerhalb Berlins -, daß sich diese Spezialisierung zum Low-Vision-Optiker durchaus "rechnet", nicht nur wegen der Befriedigung im Beruf, sondern letztlich auch wirtschaftlich.
Zusammenfassung in Thesen
Abschließend fasse ich die Wünsche Sehbehinderter zur strukturellen Verbesserung des Zugangs zu optischen Hilfsmitteln in drei Thesen zusammen.
These 1
Es muß dezentral einige Spezial-Augenoptiker geben (der Bedarf wird grob auf 1:100.000 bis 1:200.000 Einwohner geschätzt),
- die eine besonders ausgewiesene und staatlich anerkannte "Low-Vision-Qualifiaktion und Hilfsmittelausstattung haben,
- die durch ein standardisiertes Zeichen leicht zu erkennen sind und
- die in diesem Bereich besonders eng mit Augenärzten, Krankenkassen, Betroffenenverbänden usw. sowie den Sehbehinderten selbst zusammenarbeiten.
These 2
Aus Sicht der Betroffenen ist es wünschenswert, wenn darüber hinaus die Beratung, Versorgung und Integration Sehbehinderter durch weitere Berufsbilder unterstützt wird. Dazu gehören nach ausländischen Vorbildern (Schweiz, Niederlande, Großbritanien, Skandinavien und andere) neben dem Low-Vision-Optiker auch zum Beispiel Low-Vision-Trainer, Optometristen und andere. Diese helfen dabei, die technischen und sonstigen Hilfen optimal zu nutzen im Hinblick auf den individuellen visuellen Defekt und auf die Bewältigung konkreter Probleme im Alltag.
These 3
Die Ausbildung der (das heißt aller) Augenoptiker im Themenbereich "Sehbehinderungen und die möglichen Hilfsmittel" muß verbessert und abgesichert werden.
Wer befaßt sich mit vergrößernden Sehhilfen- Der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) hat einen Arbeitskreis "Vergrößernde Sehhilfen" installiert, dessen Vorsitz ZVA-Vorstandsmitglied Peter Weiß (Hamburg) innehat.
Ziel des Arbeitskreises ist es, Augenoptikerinnen und Augenoptikern Hilfestellung für die Anpassung vergrößernder Sehhilfen zu geben. Darüber hinaus sollen den Personen und Institutionen, die vergrößernde Sehhilfen benötigen beziehungsweise sich hiermit im Interesse von Sehbehinderten befassen, Informationen über die Berufsangehörigen gegeben werden, die Kenntnisse bei der Anpassung vergrößernder Sehhilfen haben oder sich möglicherweise hierauf sogar spezialisiert haben.
Der ZVS bittet die Augenoptikermeisterinnen und Augenoptikermeister, die sich mit vergrößernden Sehhilfen befassen, diesen dem ZVA (Zentralverband der Augenoptiker, Alexanderstr.25a, 4000 Düsseldorf, Tel. 0211/32. 06.97, Telefax 0211/32.44.53) mitzuteilen. In der Mitteilung sollten auch besondere Kenntnisse, bestehende Kontakte und Spezialisierungen auf ein bestimmtes System aufgeführt werden. Der ZVA wird eine entsprechende Liste erstellen und für deren Weitergabe Sorge tragen. Gedacht ist auch an einen gegenseitigen Informationsaustausch.
Der interessierte Leser kann sich aber auch direkt an den Autor dieses Beitrags werden unter Tel. 0521/10.54.33 oder per Fax 0521/16.32.13.
Anschrift des Autors:
Dr. Konrad Gerull, Kreuzberger Str. 14, 4800 Bielefeld
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