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R. F. V. Witte: Es braucht nur einen Autor ...

Ein Leserbrief von Herrn Günther Schmohl über den Mangel an "brauchbaren" Braille-Biographien" veranlaßte mich, die folgende kurze Bibliographie zusammenzustellen. Sie belegt zumindest, daß es eine "brauchbare" Anzahl" von Veröffentlichungen gibt, - sogar in dieser Zeitschrift, die ja auch in Braille erscheint und als Hörbuch zur Verfügung steht. Um den von Herrn Schmohl beabsichtigten Anstoß zu eigener Recherche und zu weiterführenden Publikationen zu unterstützen, wird das Titelverzeichnis hier abgedruckt. Es ist chronologisch geordnet und wurde mit Hilfe von aidos zusammengestellt. Die Liste führt nur die deutschsprachige Literatur auf, läßt französische und englische Veröffentlichungen außer acht, um den Rahmen dieses Hinweises nicht zu sprengen. Die Aufstellung ist ein Beleg für Herrn Schmohls Aussage, daß sich viel Ephemeres in der Literatur befindet. Doch wird gerade ein künftiger Biograph nicht umhinkönnen, auf diese Mosaiksteine zurückzugreifen, um ein neues, heute gültiges, Gesamtbild von Louis Braille zusammenzufügen. Die meisten Titel sind in der Dokumentation (aidos), der wissenschaftlichen Präsenz-Bibliothek zum Blindenwesen der DBStA, vorhanden und einzusehen. Eine Ausleihe ist leider nicht möglich; Monographien lassen sich oft aber über die öffentlichen Bibliotheken am Ort besorgen.

Deutschsprachige Literatur zu LOUIS BRAILLE



Mell, Alexander: Louis Braille In: Encyklopädisches Handbuch des Blindenwesens Wien, Leipzig 1900, S. 123 - 125.

Lang, Paul: Louis Braille In: Paul Lang: Den Kopf hoch! Ein Ratgeber und Trostbuch für Erblindete und deren sehende Umwelt. Würzburg 1918 - s. 36 - 38.

LOUIS BRAILLE: * 4.1.1809 + 6.1.1852 Gedenkblatt herausgegeben vom Verein der blinden Geistesarbeiter e. V., Marburg/Lahn o. J. (1952).

LOUIS BRAILLE - 1809 - 1852 In Coupvray auf den Spuren Louis Brailles (Faltblatt) Paris o. J. (1952).

Strehl, Carl: Louis Braille zum Gedächtnis anläßlich seines 100. Todestages In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 1952, Bd 121, H. 1, S. 90 - 92. In Punktschrift erschienen in: Beiträge zum Blindenbildungswesen 1952, Januar/Februar-Heft.

Otto, Karl: Louis Braille, der Mann, der den Blinden das Tor zur Welt geöffnet In: Beiträge zum Blindenbildungswesen 1952, März/April-Heft. (Nur in Punktschrift)

Hacker, Wenzel: Zum Gedenken Louis Braille In: Beiträge zum Blindenbildungswesen 1952, Mai/Juni-Heft. (Nur in Punktschrift)

LOUIS BRAILLE - Schöpfer der Punktschrift und damit Begründer der Blindenbildung der Welt Gedenkschrift zu seinem einhundertsten Todestag Hrsg.: Arbeitsausschuß für Blindenfragen in der DDR; bearbeitet von Max Schöffler Sonderausgabe der Zeitschrift "Die Gegenwart" 1952.

Vethake, Kurt: Sehende Hände. Der 16jährige Braille erfindet die Blindenschrift. Murnau usw. 1958 (Lux-Lesebogen Nr. 255).

Roblin, Jean: Lesende Finger. Das Leben des Louis Braille 1809 - 1852. Aus dem Französischen übersetzt nach der abgekürzten englischen Version von Alfredo Baeschlin St. Gallen: Ostschweizerische Blindenfürsorge 1959 (In Punktschrift)

Scholler, Heinrich: Louis Braille, seine Zeit und die Entwicklung der Blindenschrift Berlin, Allgemeiner Blindenverein (o. J.) (Informationsblatt)

Müller, Alois: Louis Braille - der Schöpfer der Blindenschrift Berlin, Allgemeiner Blindenverein (o. J.) (Informationsblatt)

Nicolle, André: Leben und Werk von Louis Braille In: Horus 37 (1975) H. 2, S. 2 - 6.

Heimers, Wilhelm: Louis Braille. Sein Leben und Werk. In: Der Blindenfreund (Sonderheft) 95 (1975) Nr. 1, S. 5 - 61.

Pielasch, Helmut und Brigitte Wick: 150 Jahre Braille-Schrift Wie das System der sechs Punkte entstand und wie es heute von den Blinden genutzt wird. Leipzig 1975.

Kaden, Reinhardt: Historische Notizen über Louis Braille und die Blindenschrift In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 1977, Bd 170, H. 1, S. 154 - 158.

Kaden, Reinhardt: Lilienwasser, Blutegel und sechs Punkte Louis Braille, Erfinder der Blindenschrift In: Deutsches Ärzteblatt - Ärztliche Mitteilungen 75 (1978) H. 14, S. 852 - 856.

Sendling, Peter: Wie liest man in ewiger Nacht- - Der Franzose Louis Braille erfand die Blindenschrift In: Badische Zeitung vom 11./12. August 1979.

Kutzli, Joerg: Leben und Werk von Louis Braille St. Gallen 1982.

Stoeckel, Alfred: Louis Braille In: Alfred Stoeckel: Von Homer bis Helen Keller. Berühmte und bedeutende blinde Persönlichkeiten aus drei Jahrhunderten. Bonn 1983, S. 41 - 47.

Becker, Bernhard: Der Unbekannte aus Coupvray In: "Die Gegenwart" 38 (1984) H. 1, S. 14 - 15.

Kaden, Reinhardt: Louis Braille zum 175. Geburtstag In: Zeitschrift für praktische Augenheilkunde 5 (1984) H. 1, S. 29 - 30.

Witte, Rainer: Louis Braille In: Lexikon des gesamten Buchwesens, Bd. 1, S. 525 Stuttgart 1988.

Jaedicke, Martin: Louis Braille - 4.1.1809 - 6.1.1852 In: "Die Gegenwart" 43 (1989) H. 4, S. 19. siehe auch in: Unser Schaffen 35 (1990) S. 28.

Davidson, Margaret und André Dahan: Louis Braille. Der Junge, der die Blindenschrift erfand. Buxtehude 1994

Schmohl, Günther: Geistiger Notstand: Keine brauchbare Braille-Biographie. In: Horus 56 (1994) H. 3, S. 123 f.

Schmohl, Günther: Viel Rührschmalz gibt"s und wenig Information In: DZB-Nachrichten (1994) Nr. 3)

Von dem Australier Lennard Bickel erschien als eine letzte umfassende Biographie 1988: Triumph over Darkness: The Life of Louis Braille. - Sidney: Allen & Unwin. Der Münchner Kösel-Verlag wollte eine deutsche Übersetzung davon herausbringen. Sie kam aber bis heute nicht zustande, obwohl man in diesem renommierten Hause sehr wohl um die Bedeutung des "Gutenberg der Blinden" weiß. Wirtschaftliche Zwänge gestatten es immer seltener Bücher herauszugeben, denen jeder zwar die Wichtigkeit attestiert, nicht jedoch den auch notwendigen materiellen Erfolg zu garantieren vermag. Unterstützungswünsche des Verlages innerhalb des Blindenwesens erbrachten leider keine substantielle Hilfe (Abnahmegarantie; direkte finanzielle Zuwendung). Vielleicht schafft es ja der Aufruf von Herrn Schmohl, jemanden zu motivieren, die Lücke für den deutschen Sprachraum zu füllen.

Jeder am Thema interessierte Autor findet die Unterstützung von aidos, ("Archiv und internationale Dokumentationsstelle zum Blinden- und Sehbehindertenwesen") in der DBStA. Als bibliographisches Zentrum weist aidos auch die Bestände anderer Institute (wenigstens zum Teil) nach und kann so als Ausgangspunkt für eigene Forschungen dienen.

aidos ist von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet, zusätzlich Montagnachmittag von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr; besondere Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich. Telephonische Auskünfte erhalten Sie unter 06421/606-241.

Also: "zu brauchendes Material" ist vorhanden und wenn eine motivierte Person die Zeit findet, rechten Gebrauch davon zu machen, könnte daraus durchaus eine "brauchbare Louis-Braille-Biographie" entstehen - denn die brauchen wir tatsächlich - da kann man Herrn Schmohl nur zustimmen -, vor allem auch im Hinblick auf die Wirkungsgeschichte von Louis Braille innerhalb des deutschen Blindenbildungswesens.

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