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Nachschlagewerk für Frauen mit Behinderung - Erste umfassende Informationsbroschüre vom Hessischen Ministerium für Frauen, Arbeit und Sozialordnung herausgegeben.
Über die Lebenssituationen und Alltagserfahrungen von Frauen mit Behinderungen berichtet ein Ringbuch, herausgegeben und dieser Tage der Öffentlichkeit vorgestellt vom Hessischen Ministerium für Frauen, Arbeit und Sozialordnung. Aber nicht nur individuelle Schicksale, sondern zusätzlich eine Fülle von Hinweisen, Tips, Adressen, Anlaufstellen, Kontaktpersonen und Seminarangeboten findet sich in diesem in der gesamten Bundesrepublik bisher einmaligen Nachschlagewerk, deren Verfasserin die ebenfalls schwerstbehinderte Journalistin und Medizinerin Sigrid Arnade ist.
"Jede zehnte Frau in Deutschland lebt mit einer körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderung", so die zuständige Ministerin Ilse Stiewitt (SPD) im Vorwort. Die Zahl erstaune, "so viele-" werde gefragt, wahrzunehmen seien im öffentlichen Bild nur sehr viel weniger. Das liege zum einen daran, daß Behinderungen nach wie vor von seiten der Betroffenen so weit wie möglich verschwiegen und kaschiert werde, zum anderen habe die Gesellschaft noch ein großes Maß an Bewußtseinsarbeit zu leisten, um Behinderungen als einen "normalen" Teil menschlicher Existenz zu akzeptieren. Man nehme offensichtlich nur das wahr, was man sehen wolle.
Die Broschüre ist als ein Arbeitsergebnis auf das Werkstattgespräch des Hessischen Ministeriums für Frauen, Arbeit und Sozialordnung im April 1992 unter dem Titel "Frauen und Behinderungen - eine doppelte Benachteiligung-" zurückzuführen. Das Ergebnis damals war eindeutig: behinderte Frauen sind noch stärker als behinderte Männer Diskriminierungen und Benachteiligungen ausgesetzt, es wird für sie auf praktischer und rechtlicher Ebene nachprüfbar weniger getan.
Ihr Haus, so Ilse Stiewitt, habe die Konsequenz aus dieser Erkenntnis gezogen und erste praktische Erfolge vorzuweisen. 1992 konnte das "Hessische Netzwerk behinderter Frauen" in Marburg gegründet werden, finanziell und organisatorisch unterstützt von der Landesregierung. Der zweite Schritt war die Einrichtung des "Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen" in Kassel. Beide Einrichtungen, so die betroffenen, Rat und Hilfe suchenden und gebenden Frauen, seien nicht mehr wegzudenken aus Hessen.
Im Arbeitsmarktbereich habe das Frauen- und Arbeitsministerium ebenfalls eigene frauenrelevante Schwerpunkte für Behinderte gesetzt, z. B. Wiedereingliederungsprogramme Schwerbehinderter mit Frauenförderkriterien, u. a. der Frauenquote versehen. so Stiewitt.
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