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30. Internationaler Tag des weißen Stockes: Bisher Erreichtes macht Mut für die Zukunft

Anläßlich des 30. Internationalen Tages des weißen Stockes, der erstmals 1964 vom damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson weltweit ausgerufen wurde, bedankte sich die Deutsche Blindenstudienanstalt e. V. bei der Marburger Bevölkerung und der Stadt für ihre Aufgeschlossenheit gegenüber den Problemen blinder und sehbehinderter Mitbürger. Dr. Ernst-August Koch, Vorsitzender der Deutschen Blindenstudienanstalt, erinnerte bei der Übergabe eines weißen Langstockes an den Oberbürgermeister Dietrich Möller daran, daß die städtische Verwaltung in den letzten 20 Jahren viel dafür getan hat, daß sich Blinde in Marburg selbständig und unabhängig bewegen können. So habe Marburg als erste Stadt in Deutschland Ampeln mit akustischen Signalen eingeführt und die Deutsche Blindenstudienanstalt bei der Erstellung eines tastbaren Stadtplans unterstützt. Besonders erfreut zeigte sich Dr. Koch über die vielen privaten Initiativen. Als Beispiel nannte er den ersten in Deutschland aufgestellten Geldautomaten, der für Blinde selbständig zu bedienen sei, die "Oberhessische Presse" auf Diskette und die Selbstverständlichkeit, mit der man in vielen Marburger Gaststätten als Blinder eine Punktschriftspeisekarte vorfinde. Obwohl Blinde mit weißem Stock inzwischen zum Marburger Stadtbild gehören, müsse man jedoch immer wieder betonen, wieviel systematisches Training notwendig sei und wieviel Konzentration es von einem blinden Menschen erfordere, sich alleine in der Stadt zu bewegen. Er könne deshalb nur an alle appellieren, egal ob sie als Fußgänger, Fahrrad- oder Autofahrer unterwegs seien, durch rücksichtsvolles Verhalten Blinden ihre Orientierung und Mobilität im Verkehr zu erleichtern.

Praktische Hinweise hierzu gaben die Deutsche Blindenstudienanstalt und der Blindenbund in Hessen in vielen Gesprächen und auf Handzetteln. An zwei Informationsständen in der Marburger Innenstadt wurden außerdem Hilfsmittel für den Alltag gezeigt und weiße Stöcke in Form von selbstgebackenen Plätzchen verteilt, die besonders bei Kindern großen Anklang fanden.

Für die Zukunft erhofft sich die Deutsche Blindenstudienanstalt, daß die vielen positiven Ansätze weiter ausgebaut werden und man sich nicht mit dem bisher Erreichten zufrieden gibt.

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