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C. Trappiel: Windots - das Tor zu einer neuen Welt. Ein Erfahrungsbericht

Ich arbeite in Hamburg für eine japanische Großreederei und 1994 war es auch für mich soweit, denn mein Arbeitgeber stellte sein System auf "Windows" um. Nun stand ich vor dem Problem, welches System soll ich nehmen- Es sollte ein System sein, das auch von sehenden Mitarbeitern benutzt werden kann. Dieses zu beurteilen, ist für jemanden, der von "Windows" nicht sehr viel Ahnung hat, nicht so ganz einfach. Nach einigen Tests habe ich mich für "Windots" von F. H. Papenmeier entschieden, denn es entspricht der Oberfläche der PC-Systeme meiner sehenden Kollegen.

Ich bekam im Februar 1995 endlich mein Equipment, das mit einer "Windows/Winword/Excel-Schulung" bei AFB in Hamburg gekoppelt war.

Seit Anfang März arbeite ich nun mit "Windots" und habe meine Erfahrungen damit gemacht. Man kann wirklich sagen "aller Anfang ist schwer", denn er war es auch.

Schon in der Schulungsphase erfuhr ich, daß viele Funktionen nicht so liefen wie geplant. Das setzte sich auch bei uns in der Firma fort, denn als ich ans Netz kam, konnte ich so gut wie gar nicht mit "Winword" arbeiten. Die Dialogboxen funktionierten nur manchmal, genau so wie die Maus. Die Cursorverfolgung stimmte am Anfang immer, aber, wenn man etwas länger geschrieben hatte, dann wußte man eigentlich nicht mehr richtig, wo man sich befand. Man wurde von der Zeile irgendwo ins Gelände geschickt und mußte sich mühsam erst einmal wieder zurechtfinden.

Das größte Problem aber war, daß man ein Dokument, das man mit "Winword" erstellt hatte, nur selten richtig abspeichern konnte. Es kam dann immer die Meldung "Datenträger ist schreibgeschützt - Winword kann das Dokument nicht Speichern". Da blieb mir nichts anderes übrig, als alles zu schließen und von vorn zu beginnen. Während die "Windows-Anwendungen" liefen, stürzte der PC auch öfter ab, ohne daß man die Fehlermeldung mitbekam.

Wir haben auch ein firmenspezifisches Programm, das für meinen Job als Sales Representative von großer Wichtigkeit ist. Dieses konnte ich leider überhaupt nicht benutzen, da "Windots" nicht angepaßt war.

Ich stand in ständigem Kontakt mit Papenmeier, wo man wirklich versuchte, mir mit Rat und Tat zu helfen.

Mitte Juni konnten ich und sicherlich auch die Entwickler von Papenmeier, die sehr viel Arbeit in die Behebung der Fehler investiert hatten, und natürlich auch mein Arbeitgeber aufatmen, denn es kam die neue Version.

Man sagte mir auch, daß man eine Überraschung für mich hätte.

Papenmeier hat es geschafft, unser firmenspezifisches Programm anzupassen und es funktionierte sofort.

Das Problem mit den Dialogboxen ist jetzt gelöst. Das Maus-Routing funktioniert wesentlich besser, und der PC ist sehr viel stabiler geworden.

Ich kann innerhalb "Windows" auch in der "Systemsteuerung" sämtliche Menüpunkte anfahren und selber den virtuellen Speicher verändern, einen neuen Drucker installieren, und bei der Maus-Einstellung den Maus-Zeiger verschieden einstellen. Den Bildschirmschoner kann ich jetzt auch definieren. Da gab es zu Anfang doch sehr viele Probleme, da diese Aufklappmenüs oft sehr schlecht oder teilweise gar nicht dargestellt waren. Das gilt auch für solche Menüpunkte in "Winword" und "Excel" wie Schriftart und -größe, Seiteneinteilung, Spalten markieren und verschieben, etc.

Auch das "Microsoft"-E-Mail-Programm kann sehr gut benutzt werden, denn es wird von "Windots" ebenso unterstützt; somit werde ich noch mehr integriert und kann am täglichen Geschehen teilhaben.

Es gibt immer noch kleinere Fehler, aber die Fa. Papenmeier ist ständig dabei, das System weiterzuentwickeln.

Um "Windots" richtig betreiben zu können, benötigt man einen PC 486, mindestens 60 MHZ getaktet, und mehr als 8 MB Speicher. Es läuft auch mit weniger Speicher, aber dann doch sehr langsam. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, denn ich habe leider noch einen 486 PC mit 8 MB Speicher und 40 MHZ getaktet.

Ich habe schon mehrere Systeme zur Benutzung grafischer Oberflächen für Blinde mir angesehen, aber komme doch immer wieder auf "Windots" zurück, denn es ist das System, das denen von sehenden Benutzern am ähnlichsten ist. Ich finde es sehr wichtig, das es ein System gibt, bei dem Blinde und Sehende zusammen an einem PC arbeiten können. So kann der Arbeitsplatz immer gut genutzt werden, und der blinde Mitarbeiter wird integriert und nimmt voll am Geschehen teil.

Man sagt ja "aller Anfang ist schwer", das kann ich nur bestätigen, aber trotzdem bin ich davon überzeugt, daß "Windots" für mich das Richtige ist.

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