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B. Lang: Slowenien - Erste Basisfortbildung in O & M und LPF an Einrichtungen für Sehgeschädigte

Ende des Jahres 1994 besuchte eine Gruppe von Lehrkräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des "Center Slepih in Slabovidnih Dr. Antona Krzisnikar" und der "Elementar- und Mittelschule Ljubljana" die Deutsche Blindenstudienanstalt. Während der Vorstellung unserer Institution kamen auch die Fortbildungsangebote im Bereich der Rehabilitationseinrichtung (RES) zur Sprache, und es entstand die Idee einer Basisfortbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser beiden Einrichtungen in Slowenien.

Im März 1995 bekam die Deutsche Blindenstudienanstalt von Herrn Direktor B. Koprivnikar und dem Schulleiter Herrn J. Dolenec die Einladung, diese Fortbildung im Center Slepih in Slowenien durchzuführen.

Die Fortbildung fand vom 15. bis 19. Mai 1995 im Center Slepih in Slabovidnih, in Skofia Loka, in der Nähe von Ljubljana, statt.

Das Center Slepih ist eine Einrichtung:

- der ein Altersheim mit 240 meist blinden und sehgeschädigten Bewohnerinnen und Bewohnern - eine Telefonistenausbildung - eine kleine Werkstatt für sehgeschädigte, z. T. mehrfachbehinderte Erwachsene - eine blindentechnische Grundausbildung (ähnlich der in der Deutschen Blindenstudienanstalt) angehören.

Die Elementar- und Mittelschule in Ljubljana betreut ca. 50 Schülerinnen und Schüler und einen Kindergarten. Diese beiden Einrichtungen sind einzigartig in Slowenien. Viele Lehrerinnen und Lehrer dieser Einrichtungen arbeiten zudem als Betreuungslehrerinnen und Betreuungslehrer im integrativen Bereich. Dieser umfaßt die Betreuung sehgeschädigter Kinder, Jugendlicher und Studenten und ist im ganzen Land sehr gut ausgebaut.

Die Versorgung mit Rehabilitationsunterricht ist dagegen mit jeweils einer Lehrkraft nur unzureichend gewährleistet. Eine Ausbildung für Rehabilitationsfachkräfte gab es im ehemaligen Jugoslawien nicht und auch im heutigen Slowenien existiert bislang kein solches Projekt. Mittlerweile wird der Bedarf immer größer, zumal durch Informationen aus dem Ausland ersichtlich ist, wie zunehmend flächendeckender die Versorgung mit Rehabilitationsmaßnahmen beispielsweise in der BRD ausgebaut wird.

Der Wunsch nach mehr gezieltem Wissen, nach Literatur und fachlicher Ausbildung ist bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort sehr groß. Bisher beruht die Arbeit auf meist mühsam zusammengetragenen Erfahrungen und sehr viel Eigeninitiative.

Die Vorstellungen zur Fortbildung waren sehr breit gefächert. Es wurden Themen aus dem Bereich Orientierung und Mobilität in ländlicher wie auch in städtischer Umgebung gewünscht. Daneben bestand das Bedürfnis, grundlegende Aspekte der Lebenspraktischen Fertigkeiten zu bearbeiten. Unter Berücksichtigung dieser Wünsche entstand das Programm der Basisfortbildung für sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei der Komplex O & M im Vordergrund stand.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten als gemeinsame Voraussetzung die Erfahrung in der Arbeit mit sehgeschädigten Kindern und Jugendlichen. Sie arbeiten in den Bereichen Frühförderung, Sportpädagogik und als Betreuungslehrerinnen und Betreuungslehrer. Zu den Teilnehmern zählten auch die beiden O & M-Kollegen aus Skofja Loka Frau Hasnar und Herr Florjancic aus Ljubljana. Sie führten die praktischen Teile der Fortbildung mit mir gemeinsam durch. Wir besprachen jeweils die Inhalte und Vorgehensweisen, so daß eine reibungslose Kleingruppenarbeit stattfinden konnte.

Im Vorfeld der praktischen Inhalte wurde dann mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern theoretisch, unter Einsatz verschiedener Medien jede Einheit erarbeitet. Während der theoretischen Veranstaltungen stand eine Dolmetscherin zur Verfügung, bei den praktischen Anteilen übersetzte der Schulleiter, Herr Dolenec. Die Inhalte gingen von der Entwicklung des Körperschemas hin zur Anbahnung der Orientierungsfähigkeiten bei kleinen Kindern, z. B. im Gruppenalltag, im Klassenzimmer oder im Sportunterricht, sowie bis hin zur Förderung der Begriffsbildung.

Die praktischen Teile der Fortbildung fanden als Selbsterfahrung unter der Augenbinde statt. So gab es z. B. gezielte Hörschulungen in Räumlichkeiten und im Verkehr sowie das Erlernen der Techniken der sehenden Begleitung. Ein weiteres Thema betraf die Arbeit mit dem Langstock.

Leider war es in der Kürze einer Woche nicht möglich, den Bereich der Lebenspraktischen Fertigkeiten näher zu behandeln; es ließen sich nur hin und wieder Querverweise einflechten. Bisher wird dieser komplexe Inhalt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schule und im Heimbereich, also im Alltag abgedeckt, Unterricht gibt es selten.

Hieraus entstand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den Schulleitern, Herrn Dolenec und Herrn Florjancic, die Idee und der Wunsch, im nächsten Jahr für eine ähnliche oder die gleiche Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine LPF-Fortbildung, wiederum im Center Slepih in Slowenien durchzuführen.

Das Interesse an weiterer Zusammenarbeit spiegelt wider, daß diese erste Fortbildung der RES in Skofja Loka auf beiden Seiten viele Erwartungen erfüllte und gleichzeitig neue Wünsche Weckte.

Birgit Lang Rehabilitationslehrerin im RES

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