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wo die Bushaltestelle ist-" So oder so ähnlich mußten sicherlich auch Sie sich schon auf der Straße durchfragen. In Marburg gehört es eher zum alltäglichen Stadtbild als anderswo, daß Blinde mit dem Langstock unterwegs sind und manchmal Sehende ansprechen, um sich Informationen über die nähere Umgebung zu verschaffen. Dennoch wundern sich immer noch viele Passanten, wenn der Fragende außer dem weißen Stock auch noch eine Augenbinde trägt. In diesem Fall handelt es sich um Teilnehmer der Ausbildung zum Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte, die seit den 70er Jahren von der Abteilung RES der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V. angeboten wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet für 1 1/2 Jahre nach Marburg.
Obwohl der Bedarf an Rehalehrern noch lange nicht gedeckt ist, können immer nur wenige Interessenten ausgebildet werden, da der Unterricht sehr personalintensiv ist. Inzwischen haben nahezu hundert Personen diese Zusatzausbildung für Pädagogen erfolgreich abgeschlossen.
"In der ersten Ausbildungshälfte wird im Simulationsunterricht all das mit Augenbinde, dem Langstock und der Simulationsbrille, die das Sehen einschränkt, gelernt, was später den Betroffenen im Einzelunterricht vermittelt werden soll, damit sie sich möglichst selbständig im Straßenverkehr bewegen können", sagt Ausbildungsleiter Jürgen Nagel. Neben dem Ausbildungsteil "Orientierung und Mobilität" wird in Simulationseinheiten im Bereich "Lebenspraktische Fertigkeiten" gelehrt, was in den eigenen vier Wänden von Bedeutung ist, um ein selbständiges Leben führen zu können, z. B. einen Knopf anzunähen, das Essen am Herd zuzubereiten oder die Schuhe zu putzen. Daneben stehen theoretische Fächer aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Pädagogik auf dem Ausbildungsplan. Erst nach 520 Unterrichtsstunden unter der Augenbinde und der Simulationsbrille beginnt die eigentliche Lehrpraxis unter Anleitung.
Im Februar 1996 war für weitere sechs Rehabilitationslehrer die Ausbildungszeit zu Ende. Uschi Bek, Manuela Schubert, Ingrid Thöne-Spangenberg, Michael Ernst, Edi Ritter und Detlef Zabkar haben ihre Prüfungen erfolgreich abgeschlossen. Im April beginnt bereits der nächste Kurs und auch diese Kursteilnehmer werden lernen: Im Ernstfall muß man sich durchfragen. Jürgen Nagel, Rudi Ullrich
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