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Pressekonferenz anläßlich der Übergabe von Tonträgern zur Vita und mit Reden des Herrn Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog

Die Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. in Marburg produzierte im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung zwei Hörbücher, die den Lebensweg, die Aufgaben und das Wirken des Herrn Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog sowie einige ausgewählte Reden zum Gegenstand haben.

Die Hörbücher wurden am 5. Juli 1996 der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Der Leiter des Bundespräsidialamtes, Herr Staatssekretär Staudacher, betonte in seiner Ansprache, daß Blinde und Sehbehinderte eine wichtige Gruppe unserer Gesellschaft seien. Sie nähmen mit großem Engagement an den Ereignissen unserer Republik teil.

Blinde und Sehbehinderte benötigten Information in einer für sie eigens aufbereiteten Form. Ein erster Schritt sei von seiten seines Amtes die Herausgabe der beiden Hörbücher. Die akustische Form solle eine Informationslücke schließen helfen. Sie solle authentische Information liefern und so einen Baustein für ein selbstbestimmtes Leben darstellen.

Blinde und Sehbehinderte haben ein Recht auf Information. Der Herr Bundespräsident wolle mit diesem Hörbuch ein Zeichen, ein Signal setzen und zugleich auch andere motivieren, sich in ähnlicher Weise zu engagieren.

Die Herausgabe seiner Vita und seiner Reden sollten zugleich eine Wertschätzung an alle sein, die sich für Behinderte einsetzen, sei es haupt- oder ehrenamtlich.

Herr Staatssekretär Staudacher dankte vor allem dem blinden Journalisten Bernd Rose für seinen Einsatz bei der Herausgabe dieses Kassettenwerkes. Er dankte ebenso der Deutschen Blinden-Hörbücherei für die Herstellung und der Bundeszentrale für politische Bildung für die Finanzierung.

Direktor Jürgen Hertlein betonte, daß die Herausgabe der Kassettenausgabe von besonderer Bedeutung ist, da zu erwarten sei, daß die Kürzungsbestrebungen bei den öffentlichen Haushalten auch die Blindenbildungseinrichtungen treffen werden. Besonders gefährdet seien vor allem alle Programme, die sich mit der blinden- und sehbehindertengerechten Umsetzung von Büchern, Zeitschriften und sonstigen gedruckten Materialien befassen. Blindenschriftübertragung und Aufsprache auf Tonträger seien kostenintensiv. Die Finanzierung sei in Zeiten des knappen Geldes meist zuerst in Frage gestellt. Aus diesem Grunde setzt die Aktivität des Herrn Bundespräsidenten wirklich ein Zeichen. Er dankte Herrn Prof. Dr. Roman Herzog für seine Initiative, auch im Namen der Blindenhörbüchereien.

Die Verbreitung der Kassetten geschehe über die zwölf Hörbüchereien der Bundesrepublik, über die Blinden- und Sehbehindertenschulen, die Rehawerke und die Blindenselbsthilfeorganisationen.

Herr Witte, Leiter der Bibliotheken der Deutschen Blindenstudienanstalt, wies ergänzend darauf hin, daß häufig auch von ausländischen Blindenbibliotheken und - einrichtungen nach deutschsprachigen akustischen Informationen gefragt werde. Die Initiative des Herrn Bundespräsidenten erlaube es, künftig deutsche Politik in vielen Ländern der Erde in die Blindenbildung einfließen zu lassen, denn es sei geplant, weitere Reden des Herrn Bundespräsidenten, aber auch Reden anderer Repräsentanten unseres Landes, auf Hörcassette zu produzieren.

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