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A. Bayer: Sportliche Erfolge der SSG - Paralympics in Atlanta/USA

Wie im letzten Artikel schon erhofft, setzte sich der Erfolg der Sportlerinnen und Sportler der SSG Blista Marburg weiter fort. Bei den Schwimmern wurde Carsten Werth über 50 m Brust Anfang Mai 1996 Deutscher Meister. Im nicht paralympischen Torball gewann eine gemischte Jugendmannschaft in der Besetzung Daniel Schmid, Tanja Vonrüden, Susanne Aatz, Daniela Schmidtmann und Melanie Egerer ein Einladungsturnier in Zollikofen (Schweiz) souverän. Ende Juni belegte die erste Mannschaft der Herren unter der Betreuung von Stefan Rudnick beim 2. Jugend-Euro-Cup in Belgien den 2. Platz. Diese Mannschaft spielte in der Besetzung Lars Bosselmann, Thomas Horn, David Georgi, Udo Rzepka und Tobias Straub.

Bei den Goalballern lief die gesamte Vorbereitung für die Paralympics. Diese fanden vom 16. bis 25. August in Atlanta USA statt. Während sich die Nationalspieler mit einem 2. Platz in Gravesend vorbereiteten, belegte eine gemischte Mannschaft aus Bonn und Marburg (Burghard Hautow, Bernhard Claus, Barbara Rubin und Christian Kappler sowie Trainer Achim Bayer) nach schwachem Turnierstart am selben Wochenende doch noch den 1. Rang. Das paralympische Turnier begann für die Deutsche Nationalmannschaft, in der die Marburger Michael Bussewitz, Michael Kriesten, Andreas Bethke und Jens Hellenschmidt spielten, zunächst recht unglücklich. Man verlor knapp mit 2:3 gegen Slowenien. In den nächsten beiden Spielen gab es jedoch hohe Siege gegen Tschechien (7:2) und die Niederlande (6:2). Am entscheidenden Tag, der über den Einzug in die Zwischenrunde entschied, spielte die Mannschaft zunächst 3:3 gegen Australien und verlor dann nach einer krassen Fehlentscheidung, die zum 1:1 Ausgleich der Italiener führte, doch noch mit 1:3. Somit war man mit den Italienern zwar punktgleich, aber hier zählte der direkte Vergleich, so daß man sich letztlich mit Rang Sieben begnügen mußte und nicht, wie erhofft, in die Zwischenrunde kam.

Bei den Hessenmeisterschaften der Leichtathleten wurde die Form getestet: die Sportlerinnen und Sportler kamen mit 7 Titeln von den Deutschen Meisterschaften aus Schleswig zurück. Diese Erfolge setzten sich in Atlanta fort. Klaus Meyer lief den Marathon in 2:57,45 Stunden und belegte den 4. Platz mit 1,32 Minuten Rückstand auf die Bronze-Medaille. Uli Striegel, der im Dezember vorigen Jahres einen Bänderriß erlitten hatte, belegte im Weitsprung den 5. Platz. Im Dreisprung kam er wieder an vergangene Leistungen heran und schaffte mit 13,29 m den ersehnten 3. Platz.

Der herausragendste Leichtathlet der SSG in Atlanta war Thomas Validis. Im Fünfkampf mußte er sich mit dem undankbaren 4. Platz (2714 Punkte) zufrieden geben. In den beiden Staffeln (4x100-m und 4x400-m) wurde Thomas ebenfalls eingesetzt und errang mit beiden Staffeln die Silbermedaille. Im Speerwurf übertraf er seine bis dahin stehende persönliche Bestleistung fast um 3 m und warf den Speer auf 48,54 m. Diese Leistung reichte souverän für die Bronze-Medaille.

Mit diesen Erfolgen war im Vorfeld der Paralympics nicht zu rechnen, denn gerade im Behindertensport vollzieht sich permanent eine Leistungssteigerung. Das Erreichen von Medaillen wird immer schwieriger, so daß man schon sehr hart und viel trainieren muß, um Medaillen-Ziele zu erreichen. Schade ist hierbei, daß die Medien den Leistungen nicht den Tribut zollten, den die Athletinnen und Athleten verdient haben. Wenn man bedenkt, daß im Fernsehen Berichte über die Paralympics von nur einer Gesamtlänge von etwa 4 Stunden kam, finde ich dies doch sehr wenig. Auch die Printmedien hätten meiner Ansicht nach mehr Informationen veröffentlichen müssen. Insgesamt wurden doch nur die Goldmedaillen von Atlanta mitgeteilt; die Informationen über die anderen Plazierungen waren unzureichend. Aber ich habe Hoffnung, daß der Behindertensport in Zukunft die Resonanz erfährt, die er verdient hat, wenn man hart genug und professionell dafür arbeitet.

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