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Vom 26. bis 30. August 1996 tagte in Toronto (Kanada) die vierte Generalversammlung der Weltblindenunion (WBU). Gegründet wurde dieser mittlerweile einzige weltweit tätige Dachverband von Blinden- und Sehbehindertenorganisationen 1984 in Rhiad (Saudiarabien). Einer kleinen Gruppe von Initiatoren war es damals gelungen, zunächst in Europa und schließlich auch weltweit zwei bis dahin nebeneinander bestehende Dachverbände zusammenzuführen. So erloschen 1984 der Weltrat für die Blindenwohlfahrt und die Internationale Blindenföderation. An ihre Stelle traten die Europäische Blindenunion (EBU) und die Weltblindenunion. Mitinitiator dieser Entwicklung war Horst Stolper (1982 bis 1986 Vorsitzender des Deutschen Blindenverbandes). Für seine Initiative bedankte sich in Toronto die vierte Generalversammlung der WBU und verlieh Horst Stolper die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit. Wir gratulieren herzlich.
Heute ist Horst Stolper Richter i.R. und Mitglied unserer Fachgruppe "Ruhestand". Wir danken ihm für sein Engagement.
"WBU in action"
Rund 300 Delegierte reisten aus allen Erdteilen nach Toronto an, um dem aktuellen Motto "WBU in Action" Leben zu verleihen. In zehn Veranstaltungsblöcken diskutierten sie Themenbereiche, die maßgeblich sind für die Arbeit der WBU.
So standen beispielsweise im Mittelpunkt:
- die Entwicklung der UN-"Standard Rules" zur Gleichstellung Behinderter, - Menschenrechtsfragen,
- Alphabetisierung,
- Zugang zu neuen Technologien und
- "Frauen in einer Gesellschaft für alle".
Der Gleichstellung blinder und sehbehinderter Frauen widmete die WBU in diesem Jahr ihre besondere Aufmerksamkeit. So wurde der Generalversammlung ein Frauenforum vorangestellt. Dieses beleuchtete die aktuelle Situation behinderter Frauen in kulturell unterschiedlichen, in armen und reichen Regionen. Als Ergebnis wurden Thesen und Forderungen zur künftigen Arbeit der WBU verfaßt. Ein erster Erfolg des Frauenforums wurde noch während der Generalversammlung erzielt, denn mit Kicki Nordström (Schweden) wurde erstmals eine Frau in das WBU-Präsidium gewählt.
Einen zukunftsweisenden Schritt unternahm die Weltorganisation in diesem Jahr zur Sicherung ihrer finanziellen Resourcen. Sie gründete die WBUFoundation, deren Mittel künftig die Arbeit der Organisation absichern sollen.
Als neues Präsidium wurde gewählt:
- Euclid Herie, Kanada (Präsident)
- Kicki Nordström, Schweden (Vizepräsidentin) - William Rowland, Südafrika (Vizepräsident) - Geoffrey Gibbs, Neuseeland (Schatzmeister) - David Blyth, Australien (Vorgänger als Präsident)
- Pedro Zurita, Spanien (Generalsekretär)
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