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Reisen nach China sind noch immer mit dem Flair von Abenteuer und Entdeckerlust verbunden. Um so spannender wird es, wenn eine Blinde von Eindrücken aus dem Land der Mitte erzählt. Einen dieser seltenen Berichte über China hat Cordelia Scharpf verfaßt, nachdem sie im Mai und Juni 1995 Taiwan, Hong Kong und China besucht hat. Unterwegs mit der Frage, wie die schulische und berufliche Situation blinder Chinesinnen aussieht, hat sie eine Fülle an Material zusammengetragen, durch das Kultur und Lebensweise Chinas äußerst lebendig werden.
Zwar benötigen bundesdeutsche Individualreisende keine Einladungen aus China, um ein Visum zu bekommen. Doch für die Autorin, die als Halbchinesin in den USA und der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen ist, gehörte es zur sorgfältigen Reiseplanung, sich um Besuchseinladungen chinesischer Blindenschulen zu bemühen. Finanziell unterstützt durch ein Stipendium im Rahmen des American/Chinese Adventure Capital Programs, konnte sie Blindenschulen in Guangzhou, Nanjing, Shanghai, Wuhan, Qindao, Tianjing und Beijing besuchen. Sie nahm am Unterricht teil, führte viele Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern und traf sich mit Vertreterinnen und Vertretern von Interessensgruppen Blinder oder für die Blindenbildung Zuständiger.
Da Blinde in chinesischen Städten nur äußerst selten wahrnehmbar sind und blindenspezifische Hilfen, wie akustische Signale oder taktile Wegweiser, kaum existieren, gibt ihr Bericht einen weit intimeren Einblick in die Verhältnisse Chinas, als ihn Reisende aus der westlichen Welt üblicherweise gewinnen können.
Wie breit die Palette an Eindrücken aus dem modernen China sein kann, auf welche organisatorischen Besonderheiten sich Reisende in China einstellen müssen, und welche Bildungschancen vor allem - blinde Frauen in einem Land haben, das sowohl für seinen Pragmatismus als auch für die Relikte tabureicher Weltbilder bekannt ist, schildert die Autorin in ihrem sehr persönlichen Bericht für die Durfee Foundation in Los Angeles. Die bisher unveröffentlichte deutsche Übersetzung ist nun für den DVBS auf zwei C-90 Kassetten aufgelesen und zu den üblichen Bedingungen erhältlich (Bestell-Nr. 9356).
Sabine Hahn
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