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Bericht über die Schülerakademie vom 04. bis 20. Juni 1996: St. Peter-Ording liegt mitten in China

Ni hao ma- Nein, das sind keine Tippfehler, das ist die chinesische Lautschrift. Das und noch viel, viel mehr habe ich in der Schülerakademie in St. Peter-Ording gelernt. Vom 04. bis 20. Juni 1996 nahm ich dort an dem Kurs "China - Kultur, Land und Sprache" teil, der von einer Chinesin und einem Chinesen geleitet wurde. In St. Peter-Ording fanden noch weitere fünf Kurse mit jeweils 15 Teilnehmern statt, also waren wir insgesamt 90 Schüler/innen aus ganz Deutschland.

Vormittags hatten wir immer Sprachunterricht. Es fiel uns anfangs allen sehr schwer, uns in die fremde Sprache einzuhören, aber von Tag zu Tag wurde sie uns vertrauter. Sprachübungen und einfache Konversation gehörten ebenso zum Unterricht wie das Lesen und Schreiben einiger Schriftzeichen. Am Ende der zwei Wochen konnten wir schon richtige kleine Unterhaltungen auf Chinesisch führen.

Am Nachmittag fand der landeskundliche Teil des Kurses statt. Durch Vorträge der Kursleiter und Referate einzelner Kursteilnehmer erfuhren wir sehr viel über die alte und neueste Geschichte Chinas, über seine Philosophie und deren wohl bekanntesten Vertreter Meiter Kung (Konfuzius) und auch über die Kultur Chinas, wie die chinesische Küche, das Schachspiel oder die Flugdrachen. Einmal unterhielten wir uns auch über die aktuelle politische Lage, es war sehr interessant, das alles mal aus chinesischer Sicht zu hören.

Durch den intensiven Kontakt mit diesem Thema ging unser Interesse an China auch über die Kursstunden hinaus, alles wollten wir über China wissen. Die beiden Kursleiter wurden ständig mit Fragen überschüttet, selbst in der Kneipe oder beim Essen hatten sie keine Ruhe vor uns. In der zweiten Woche veranstalteten wir einen chinesischen Abend, an dem wir erst für alle chinesisch kochten, dann die Bremer Stadtmusikanten auf chinesisch vorführten und am Ende noch ein altes Volkslied sangen. Die Proben für das alles waren zwar sehr schwierig und zeitaufwendig, aber dafür wurde der Abend ein riesen Erfolg.

Überhaupt war die Atmosphäre unter den Schülern und Kursleitern und in der gesamten Akademie ganz toll. Das intensive Lernen wurde nicht als Belastung empfunden, sondern als Freude. Der Stress war nicht schlimm, weil er freiwillig war. Wir lernten aus eigener Motivation und Interesse und nicht aus Pflicht. Wir hatten sogar noch die Kraft, zu wirklich interessanten Vorträgen am Abend zu gehen, nicht weil wir es mußten, sondern weil es uns wirklich interessiert hat.

Auch die Kreativität und Produktivität der Schüler außerhalb der Kurse war wirklich erstaunlich. Es kam so viel zustande in so kurzer Zeit: Eine Theatergruppe, eine Tai-Chi-Gruppe, Volleyball-, Fußball- und Basketballgruppen; es wurden T-Shirts bemalt, ein Volleyballturnier mit Cheerleader-Wettbewerb wurde veranstaltet, fast spontane Theater-, Musik- und Opernaufführungen kamen zustande, und das alles in nur 16 Tagen. In dieser sehr ausgefüllten Zeit entstanden auch viele Freundschaften, die noch immer halten. Es ist auch schon ein Nachtreffen geplant.

Diese Akademie war wirklich ein ganz, ganz tolles Erlebnis! Schon alleine die Effizienz des Lernens und die Freude daran war eine neue Erfahrung, aber auch das reiche Freizeitangebot, das von den Schülern selbst geschaffen wurde, und die Schüler selbst waren super. Jeder, der die Gelegenheit hat, an einer solchen Sommerakademie teilzunehmen, sollte sie wirklich nutzen, denn das ist eine Erfahrung, die man sein ganzes Leben nicht vergessen wird.

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