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Auszeichnung durch die Astronomische Gesellschaft

Die Astronomische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland hat am 17.09.1996 auf ihrem diesjährigen internationalen Kongreß in Tübingen zum ersten Mal den "Hans-Ludwig-Neumann-Preis" zur Förderung des astronomischen Schulunterrichts verliehen. Der Preis - er besteht aus einer Urkunde und einem Geldbetrag in Höhe von 3.000,- DM - wurde von dem Preisrichterkollegium, das aus einem Vertreter der Astronomischen Gesellschaft, einem Mitglied des Physikalischen Vereins sowie einem im Astronomieunterricht erfahrenen Kollegen bestand, an Hans Junker für die Idee und das Engagement beim Aufbau des ersten Planetenlehrpfades der Welt für Blinde vergeben.

In seiner Laudatio führte Professor Hanns Ruder, Lehrstuhlinhaber für Astrophysik an der Universität Tübingen und Vorsitzender der Astronomischen Gesellschaft aus, Hans Junker habe es "in hervorragender Weise verstanden, mit zum Teil blinden Schülern ein astronomisches Thema fachdidaktisch und fächerübergreifend vorzubereiten und es anschließend unterrichtlich so zu behandeln, daß das Ergebnis auch der Stadt Marburg als bleibendes Werk übergeben werden konnte. Das Projekt des Planetenweges für Blinde ist somit auch für die astronomische Allgemeinbildung von dauerhaftem Nutzen. Darüberhinaus bringt es die Arbeit der Schule einer breiten Öffentlichkeit nahe. Die Astronomische Gesellschaft und die Vereinigung der Sternerfreunde möchten mit der Verleihung des Hans-Ludwig-Neumann-Preises diesen astronomie-didaktisch wichtigen Beitrag zur Schulastronomie und zur Popularisierung unserer Wissenschaft würdigen."

Hans Junker ging in seinem Vortrag als Preisträger am 22.09.1996 auf die wahrnehmungspsychologischen Aspekte der Raumwahrnehmung bei Blinden und die daraus resultierenden Probleme bei der Vermittlung kosmologischen Wissens ein. Im Mittelpunkt stand dann die Darstellung des Planetenlehrpfad-Projektes. Sein Vortrag, den er anhand einer Dia-Serie illustrierte, gab den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern auch einen Einblick in wichtige Arbeitsfelder der Deutschen Blindenstudienanstalt.

Neben dem Hans-Ludwig-Neumann-Preis vergab die Astronomische Gesellschaft noch weitere Auszeichnungen. Die "Schwarzschild-Medaille" der Astronomischen Gesellschaft wurde an den Professor Kip Thorne vom Pasadena-Institut für Weltraumforschung (Kalifornien) für die Erforschung des Gravitationsfeldes entfernter Galaxien verliehen. Die deutschen Astrophysiker Dr. Matthias Bartelmann vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching sowie Dr. Eva Grebel von der Universität Würzburg erhielten zu gleichen Teilen den "Ludwig-Biermann-Preis", der für den wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen wird. Ihre Forschungsarbeiten erstrecken sich ebenfalls auf das Gebiet entfernter Sternenformationen.

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