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Blinde geben Gas

Wer sich an den Film mit Al Pacino als blinden Offizier erinnert, fühlt, der in einem Ferrari mit Höchstgeschwindigkeit durch die verlassenen Seitenstraßen New Yorks rast, liegt falsch. Im Gegenteil, die Verkehrswacht begrüßt und unterstützt diese Veranstaltung, deren Schwerpunkt auf Sicherheit und Geschicklichkeit liegt. Die blinden und hochgradig sehbehinderten Schülerinnen und Schüler des Carl-Strehl-Gymnasiums hatten am 26. Oktober 1996 die einzigartige Möglichkeit, sich selbst hinters Steuer zu setzen und ein Auto zu fahren - ein sonst versagtes Erlebnis, das für gleichaltrige Sehende selbstverständlich ist. Mit dem Führerschein beginnt für viele Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt; die neu erworbene Mobilität steht für mehr Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Auch für Blinde und Sehbehinderte, die gewohnt sind, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, ist das Selbstfahren ein bereicherndes Erlebnis. So spürten sie am eigenen Leib, wie das Zusammenspiel von Körper und Maschine funktionierte, das zum Beispiel ein so abstrakter Begriff wie Bremsweg auszudrücken versucht. Dank der Initiative und dem Engagement von sechs Fahrlehrern der Teamfahrschule machten sie den Parkplatz am Afföller an diesem Tage zu einem außergewöhnlichen Übungsfeld. Ein Slalomparcours, die Simulation einer Vollbremsung im Gurtschlitten, eine Auffahrtrampe und die Fahrt in einem Motorradbeiwagen vermittelten abwechslungsreiche, spannende und intensive Eindrücke. Ganz nebenbei, so hofften die Veranstalter, wird das gegenseitige Verständnis und die Rücksichtnahme im Straßenverkehr gefördert.

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