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Jürgen Hertlein: DAISY - Digital Audiobased Information System

Im August 1996 gründete sich, basierend auf einer Entwicklung in Schweden (TPB = talboks - och punktskriftsbiblioteket) ein internationales Konsortium zur Entwicklung einer für Blinde geeigneten Hard- und Software für die Nutzung von auf CD ROM gespeicherten Büchern und Texten.

Gründungsmitglieder des Konsortiums waren

- die japanische Vereinigung der Blindenbüchereien

- die Studien- und fachbibliothek der Niederlande (SVB)

- der Spanische Blindenverband (ONCE)

- das Royal National Institute for the Blind (RNIB) in England

- die Schweizer Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS)

- die schwedische Hör- und Punktschriftbibliothek (TPB) und

- der schwedische Blinden- und Sehbehindertenverband (SRF)

Die Arbeitsgemeinschaft der Blindenhörbüchereien e.V. trat im Oktober 1996 in Cambridge dem Konsortium als siebtes Mitglied bei. Sie vertritt die in ihr organisierten Mitglieder. Seit April 1997 sind auch Australien und Dänemark Vollmitglieder des Konsortiums.

In Cambridge entschied sich das Konsortium, auch assoziierte Mitglieder zuzulassen. Diese sind nicht stimmberechtigt, erhalten aber die Möglichkeit, an den Tests der Hard- und Software teilzunehmen.

Aufgaben des Konsortiums sind:

- das DAISY-Konzept als für alle gültige Standardversion für Hörbüchereien als Konzept einzuführen und zwar für all die, die Normalschrift nicht lesen können. Das Konzept soll auch bei der Produktion von kommerziellen Hörbüchern Anwendung finden.

- das Projekt zu managen und geeignete Hard- und Software zu entwickeln sowie das Projekt zügig voranzutreiben

- die Nutzung und die Lizensierung des DAISY-Konzepts sowie die Durchsetzung der Eigentumsrechte zu verfolgen mit dem Ziel, es allen blinden Menschen verfügbar zu machen.

Die Entwicklungskosten sind erheblich. Durch die Einrichtung des Konsortiums verteilen sie sich auf mehrere Schultern.

Im folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über die Struktur des Konsortiums und die Aufgabenstellungen geben:

DAISY-KONSORTIUM (9 Vollmitglieder, 5 assoziierte Mitglieder)

- Exekutivkomitee

- Manager

- DAISY Foundation

- Technisches Komitee

- Koordination des weltweiten Feldtests

- Komitee "Editierfunktionen"

- PR Komitee

- Testorganisationen

Vorsitzende des Konsortiums ist Frau Ingar Beckman-Hirschfeld von der schwedischen Blindenbibliothek.

Mitglieder des Exekutivkomitees sind neben dem Geschäftsführer Herrn Kawamura die Herren Koen Krikhaar (Niederlande), Kjell Hannson (Schweden) und Christopher Day (England).

Herr Kawamura (Japan) wurde vom Konsortium bis einschließlich Juli 1997 als Geschäftsführer bestellt. Die Stelle sollte dann ausgeschrieben werden, da Herr Kawamura ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung steht.

Im Rahmen der Entwicklung der Hardware hat die Firma Plextor ein Gerät (Plextalk) entwickelt, das komfortable Möglichkeiten des Abspielens einer CD ROM als Hörbuch bietet. Zur Zeit läuft ein internationaler Feldtest, bei dem alle Mitglieder des Konsortiums ihre Kritik an diesem Gerät anmelden und Vorschläge zur Verbesserung machen können. Der Feldtest sollte spätestens im Juli abgeschlossen sein. Die mit der Entwicklung der Software beauftragte Firma wird dann die Vorschläge im Auftrag des Konsortiums umsetzen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Hörbüchereien hat insgesamt 15 Testgeräte erhalten, die an die Mitglieder ausgegeben wurden. Die Testergebnisse werden im Juni erwartet.

Parallel zum Test der Plextalkgeräte wurden von Zürich, Hamburg, Bonn und Marburg mit Hilfe der speziell entwickelten DAISY Software Hörbücher zu Testzwecken auf CD ROM aufgenommen. Durch die spezielle Software wird es möglich sein, komfortable Zugriffsmöglichkeiten zu haben, z. B. auf Kapitel, auf Fußnoten, auf Seiten. Dies wird besonders für wissenschaftliches Arbeiten von großem Vorteil sein. Wir werden in dieser Zeitschrift weiter über den Fortgang der Entwicklung berichten.

Jürgen Hertlein, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Blindenhörbüchereien

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