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Dr. Pilar Baumeister: Dr. Thomas Maurenbrecher: Songül, die letzte Rose

"Songül, die letzte Rose" ist ein Werk des sehbehinderten Autors Dr. Thomas Maurenbrecher aus Bielefeld, ab jetzt im Aufsprachedienst des DVBS erhältlich. Es ist acht Kassetten lang und unter der Nummer 4606 zu bestellen.

Die Geschichte einer in Deutschland lebenden jungen Türkin wird erzählt, die den herrschsüchtigen und uneinsichtigen Vater verläßt, um zu ihrem kurdischen Freund zu ziehen. Sie hat keine klare Vorstellung, was sie eigentlich will, und schwebt in einem Zustand von Labilität, Schwäche, Sinnlichkeit und Ziellosigkeit. Durch negative Erlebnisse: Schläge zu Hause, Monate im Gefängnis und eine verfrühte Schwangerschaft, als sie nur 17 Jahre alt ist, verwickelt sie sich immer mehr in eine rettungslose Tragik. Die Erzählweise ist keine direkte Wiedergabe, sondern eher verfremdend, denn Songül erscheint nicht als eine Begegnung des Ich-Erzählers oder als Gestalt seiner Erinnerung, sondern lediglich als verstreute Romanfragmente. Die Passagen über ihr Leben wechseln mit den Tagebuchnotitzen des Ich-Erzählers ab. Dieser ist ein Soziologe, der den unveröffentlichten Roman Rosalindes, einer Sozialarbeiterin, zu lesen beginnt. Er reflektiert über seine eigenen Erfahrungen mit Türken und dem Land Türkei, über die Verfasserin des Romans, die wie er Deutsche ist, und vor allem über das unbekannte Mädchen im Buch. Er versucht, Parallelen zwischen seinem eigenen Schicksal und dem der zwei Frauen zu ziehen. Seine spätere Arbeitslosigkeit und seine seelischen Schwierigkeiten bringen uns den Hintergrund, das Gastarbeiterkind mit allen seinen existenziellen Problemen, trotz der Indirektheit der Schilderung noch mehr ins Bewußtsein.

Warum wurde gerade die sehr poetische Überschrift: "Die letzte Rose" gewählt, die im besonderen Kontrast zu diesem nüchtern geschriebenen Werk steht- Die Lektüre lohnt sich, um es herauszufinden.

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