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Michael Herbst: Finalkrimi mit Überlänge gegen Königs Wusterhausen. Goalball: SSG Blista wird in Marburg zum 6. Mal Deutscher Meister

Am 19.04.1997 fanden in Marburg die 7. Deutschen Meisterschaften im Goalball für Sehgeschädigte statt. Die gastgebende SSG Blista Marburg richtete das Tournier nach 1991 bereits zum 2. Mal aus. 8 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich gemeldet, um in den Sporthallen der Kaufmännischen Schulen im Georg-Gassmann- Stadion den diesjährigen nationalen Titelträger zu ermitteln.

Thomas Bärz, Übungsleiter Goalball beim Gastgeber, konnte personell aus dem Vollen schöpfen. Mit Michael Kriesten, Michael Bussewitz und Andreas Bethke bot er drei aktuelle Nationalspieler auf und hatte überdies mit Michael Richter, Burkhard Hautow und Michael Herbst drei weitere, jederzeit einsetzbare Spieler zur Verfügung. 5 Mal bereits, zuletzt 1996 in Bonn, hatte der Club den Titel an die Lahn geholt. Als klarer Favorit starteten die Marburger daher in diesem Jahr das Unternehmen Titelverteidigung vor heimischer Kulisse. Doch spätestens nach dem 5. Spiel der Vorrunde gegen den späteren Finalgegner war klar, ein Spaziergang würde es nicht werden. Mit 3:5 hatte man das 1. Mal seit dem Finale 1994 bei der DM wieder verloren. Vorausgegangen waren zwei Arbeitssiege gegen Bremen (4:3) und München (2:1), sowie deutliche Erfolge gegen Leipzig und Bonn. Zwar fing sich das Marburger Sextett nach der Niederlage gegen Königs Wusterhausen, aus Zeitgründen schlicht KW genannt, wieder und setzte sich im folgenden klar gegen Berlin und Langenhagen durch, doch landete das Team nach der Vorrunde hinter KW nur auf Platz 2. Statt München hieß der Halbfinalgegner nun Bonn. Der Vorjahres-Finalist um den Top-Scorer des Nationalteams, dem Ex-Marburger Jens Hellenschmidt, unterlag überraschend klar mit 3:12, holte sich gegen München im kleinen Finale aber immerhin noch Bronze. KW, 3. der letzten beiden Meisterschaften, war nun der Gegner der SSG im Finale 1997. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Match stand es nach Ende der regulären Spielzeit 6:6. Erst in der Verlängerung setzten sich die Marburger denkbar knapp mit 9:8 gegen die junge Truppe aus der Kleinstadt vor den Toren Berlins durch.

Trotz einstündig verspätetem Beginn ließ es sich der Schirmherr der Veranstaltung, Marburgs OB Dietrich Möller, nicht nehmen, die Siegerehrung selbst vorzunehmen. Er versprach dabei, den Behindertensport in Marburg auch künftig tatkräftig zu unterstützen. Und, obwohl Nicht-Goalballer, wußte Möller, wo Königs Wusterhausen liegt. Er habe dort einmal übernachtet und wegen zu lauter S-Bahnen kein Auge zugetan, erzählte er den Silbermedailliengewinnern, die wohl auch im nächsten Jahr zu den Favoriten zählen werden.

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