horus

Startseite > horus & Broschüren > 3/1997

horus & Broschüren

Suche

Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:

Suchbegriff:

Suchen in:


Manfred Rauch: Rezension des Buches: Dr. Wolfgang Rost / Angelika Schulz "Unsere alltäglichen Ängste"

(erschienen in der Reihe "Gesund im Alltag", Südwest-Verlag, München 1993, 96 Seiten, kartoniert, 19,80 DM)

"Du Angsthase!" ist auch in unserer, sich so aufgeklärt dünkenden Zeit noch ein beliebtes Schimpfwort im Erziehungsprozeß. "Sei kein Feigling!" eine andere Version problematischer Motivation.

Demgegenüber tritt die lebenserhaltende Funktion der natürlichen Angst als gesunder Reflex des vegetativen Nervensystems in den Hintergrund; insofern ist es kein Wunder, daß man sich eigener Angstgefühle eher schämt und sie vielleicht dann im Verborgenen wuchern, bis sie schließlich - etwa als Phobien oder Panikgefühle - bedrohliche Ausmaße annehmen. So gebührt den Marburger Psychologen Dr. Wolfgang Rost und Angelika Schulz das Verdienst, der darüber natürlich schon bestehenden Literatur ein gut lesbares Büchlein hinzugefügt zu haben. Dabei ist es den beiden Autoren gelungen, auf dem schmalen Grat zwischen fachwissenschaftlicher Analyse und volkstümlichem "Rateonkelstil" der Regenbogenpresse zu wandeln. Insofern kann sich der Leser einerseits fachlich zuverlässig beraten wissen, andererseits braucht er zur Lektüre kein Fremdwörterlexikon. Ein weiterer Vorzug des Bändchens besteht darin, daß man es sowohl von Anfang bis Ende durchlesen kann - die glänzend ausgesuchten Fotos bieten dabei Ruhe zum Verweilen und Nachdenken - man kann aber auch einzelne Kapitel "herauspicken", sie sind in sich verständlich.

Als besonders angenehm ist es zu vermerken, daß es sich bei dem Buch nicht um eine listige Werbeschrift für eine psychotherapeutische Praxis (es könnte ja auch die von Rost/Schulz sein) handelt; auch wird nicht jeder, der "mal ein bißchen ängstlich ist, in dem Glauben bestärkt, er müsse umgehend dorthin rennen. Andererseits werden schwere psychische Störungen natürlich der Behandlung durch kundige Fachleute anempfohlen. Das müssen nicht immer nur Therapeuten sein, auch organische Ursachen übertriebener Ängste sind gegebenenfalls aufzuspüren (S. 87 f.). Was aber ist übertrieben- Nicht zuletzt um dieser Frage nachzugehen, empfehlen sich Rost/Schulz als Ratgeber im individuellen Vorfeld, auf dem man sozusagen im stillen Kämmerlein einmal prüfen kann, wieweit einem Ängste verschiedenster Art "das Leben vermiesen"...

Spezifische Ängste, dunkle Ahnungen, die die Lebensqualität mildern, scheinen das Autorenduo so sehr zu beschäftigen, daß sie darüber ein eigenes Buch geschrieben haben: "Warum immer das Schlimmste befürchten-" fragen sie in einem ähnlichen "Ratgeber" ein Jahr später ... Ja warum eigentlich-

Zurück zum Inhalt von 3/1997 |horus im Überblick

[Startseite]  Startseite  | [Kontakt]  Kontakt  | [Impressum]  Impressum | [Hilfe]  Hilfe