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So oder so ähnlich müssen Blinde oder Sehbehinderte immer wieder Passanten auf der Straße oder im Supermarkt ansprechen, um nach dem Weg oder zum Beispiel nach dem Inhalt einer Konservendose zu fragen. Dabei gilt es nicht nur, die eigene Unsicherheit zu überwinden, sondern auch den richtigen Ton zu treffen und die Fragen ganz gezielt zu stellen. Dies ist besonders schwer, wenn man sein Gegenüber nicht sieht und somit nicht einschätzen kann, ob er einem überhaupt zuhört oder vielleicht gerade gehetzt oder schlecht gelaunt ist. Als Blinder oder Sehbehinderter, und da spreche ich aus eigener Erfahrung, muß man erst lernen, mit solchen Situationen selbstbewußt und angemessen umzugehen.
Diese Erfahrung machen auch wieder die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausbildung zum Rehabilitationslehrer an der Blista. Denn wesentlicher Bestandteil ihrer 18-monatigen Zusatzausbildung ist die Selbsterfahrung unter der Augenbinde und mit der Simulationsbrille.
In mehreren hundert Stunden erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am eigenen Leibe, sowohl draußen unterwegs mit dem weißen Langstock als auch im Haushalt, zum Beispiel am Herd oder am Bügelbrett, wie es ist, nichts oder nur sehr eingeschränkt zu sehen.
Diese intensiven Erfahrungen sind, so wie für Blinde und Sehbehinderte auch, oft mit sehr viel Streß verbunden. Daneben ist der theoretische Unterricht in medizinischen, psychologischen und pädagogischen Fächern ebenso Bestandteil, wie die eigene Lehrpraxis mit blinden und sehbehinderten Schülern und Erwachsenen.
Nach bestandenen Prüfungen und der obligatorischen Examensarbeit ging im Oktober 1997 wieder ein Kurs mit sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Ende.
Die Deutsche Blindenstudienanstalt gratuliert Joachim Bartling, Anke Borchert, Ines Hübschmann, Uwe Klose, Gregor Köwing, Ulrike Schade und Wiebke Zapkau zum erfolgreichen Abschluß und wünscht ihnen auf ihrem weiteren Weg viel Erfolg.
Noch ein Tip: In den Examensarbeiten werden oft sehr interessante und praxisnahe Themen behandelt. Wer sich hierfür näher interessiert, kann diese Arbeiten in der Dokumentationsstelle der Blista (Aidos) einsehen.
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