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In der heutigen zweiten Information über neue Literatur zum Behindertenwesen aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg möchte ich Ihnen drei weitere Kurzdarstellungen anbieten und Sie anregen zur weiterführenden Lektüre:
Der erste Beitrag ist verfaßt von Dr. Hasso von Henninges, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, und trägt den Titel "Arbeitsmarktrelevante Statistiken über Schwerbehinderte".
Analysen über die Arbeitsmarktsituation von Schwerbehinderten bedürfen eines differenzierten und aussagefähigen statistischen Informationssystems. In diesem Artikel wird aufgezeigt, welche Arbeitsmarktstatistiken Auskunft über Schwerbehinderte geben und mit welchen Merkmalen Schwerbehinderte darin beschrieben werden. Sodann werden die gewichtigsten Lücken der Statistiken benannt und Vorschläge zur Verbesserung der Informationslage unterbreitet. Der Artikel ist gegliedert in:
1. Arbeitsmarktrelevante Sachverhalte
2. Die Statistiken und ihre Erhebungsmerkmale
2.1 Bevölkerung
2.2 Arbeitsplätze/Erwerbstätigkeit
2.3 Arbeitslosigkeit/Arbeitslose
2.4 Ausbildung/Fortbildung/Umschulung
3. Aussagewert und Erweiterungen der Statistik
Der Beitrag ist abgedruckt in den Mitteilungen zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nummer 2/1997, Seiten 474 - 478.
Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit der "Beruflichen Rehabilitation psychisch Kranker" und stammt aus der Feder von Dr. Gerhard Längle, Arzt an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen und Leiter der Tübinger Forschungsgruppe Sozialpsychiatrie, Diplom-Pädagoge Wolfgang Welte, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Tübinger Forschungsgruppe Sozialpsychiatrie und Mitarbeiter für Sozialplanung beim Landkreis Tübingen und Manuela Niedermeier-Bleier, Diplom-Pädagogin, Mitarbeiterin im Sozialdienst der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Mitglied der Tübinger Forschungsgruppe Sozialpsychologie.
Arbeit und Beschäftigung sind innerhalb unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung für die Gestaltung des menschlichen Lebens, die weit über Aspekte der materiellen Existenzsicherung hinausgeht. Umgekehrt stellt dementsprechend der Mangel an Arbeit für den einzelnen eine Einschränkung in den verschiedensten Lebensbereichen dar. Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung beruflicher (Wieder-)Eingliederung chronisch kranker und behinderter Menschen für den Rehabilitationserfolg beschrieben. Aktuelle Vorgehensweisen in der beruflichen Rehabilitation psychisch Kranker werden aufgezeigt und Ergebnisse der Evaluationsforschung dargestellt.
Gliederung
1. Einführung - Bedeutung von Arbeit
2. Besonderheiten der beruflichen Rehabilitation psychisch Kranker
3. Ergotherapie und therapeutischer Arbeitsversuch als Maßnahmen der Rehabilitationsvorbereitung für psychisch Kranke
4. Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation psychisch Kranker
5. Ambulante Hilfen zur Wiedereingliederung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
6. Wirksamkeit von Rehabilitationsmaßnahmen
Der Artikel ist abgedruckt in den Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nummer 2/1997, Seiten 479 - 490.
Im dritten Beitrag schließlich geht es um die "Probleme der beruflichen Wiedereingliederung von Suchtkranken", mit der sich Dr. Hendrik Faßmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für empirischer Soziologie in Nürnberg, befaßt.
Im Rahmen des Rehabilitationsprozesses von Suchtkranken sind viele Möglichkeiten gegeben, berufliche Rehabilitationsmaßnahmen frühzeitig einzuleiten und durchzuführen. Allerdings vermittelt die verfügbare Literatur den Eindruck, daß diese Chancen bisher noch zu selten genutzt werden. Dies wird im wesentlichen auf das vorwiegend medizinisch-psychologisch ausgerichtete Behandlungskonzept, die unzureichende Sensibilisierung der eingebundenen Akteure für berufliche Bedarfslagen und Möglichkeiten der Klienten sowie die defizitäre Kooperation zwischen Therapeuten und Leistungsträgern (insbesondere Rentenversicherung und Arbeitsverwaltung) zurückgeführt, die wiederum durch die institutionelle und rechtliche Trennung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation bedingt sind. Bemängelt wird in diesem Zusammenhang insbesondere die unzureichende Berufsförderung von Arbeitslosen und in der Psychiatrie behandelten Suchtkranken.
Die zur Verfügung stehenden Informationen signalisieren, daß Berufsförderungsmaßnahmen bei Abhängigen verhältnismäßig selten durchgeführt werden. Zudem wird deutlich, daß weder über die Zahl noch über die Erfolge der betreffenden Aktivitäten Daten in quantitativ und qualitativ ausreichendem Maße vorhanden sind, um diese adäquat beurteilen zu können. Aufgrund der immensen volkswirtschaftlichen Schäden, die sich infolge nicht, zu spät oder unzureichend erfolgter Rehabilitation Suchtkranker ergeben können, erscheint die Kontrolle der Bemühungen um berufliche Rehabilitation aber besonders dringlich, auch wenn dies wegen der Vielfalt potentieller Aktivitäten und Akteure mit erheblichen Schwierigkeiten bei Dokumentation und Evaluation der Maßnahmen verbunden sein dürfte.
Vor diesem Hintergrund wird dafür plädiert, die wissenschaftlich fundierte Evaluationsforschung auch auf das Gebiet der beruflichen Rehabilitation Suchtkranker auszudehnen. Voraussetzung ist allerdings ein verbesserter Zugang zu Informationen über die verschiedenen Aktivitäten von Leistungsträgern und Leistungserbringern in diesem Bereich. Diese Daten wären dann vorzugsweise von neutralen Dritten - und nicht wie bisher vorwiegend von den Rehabilitationseinrichtungen - auszuwerten, um so zu verläßlichen Aussagen über die Struktur -, Prozeß- und Ergebnisqualität der Maßnahmen kommen zu können. Ansatzpunkte böten Qualitätssicherungssysteme wie sie in jüngster Zeit etwa im Bereich der medizinischen Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt wurden.
Gliederung:
1. Dimensionen der Suchtproblematik
1.1 Ausmaß der Suchtprobleme in Deutschland
1.2 Zur wirtschaftlichen Relevanz des Suchtproblems
1.3 Individuelle Probleme Suchtmittelabhängiger
1.4 Zusammenhänge zwischen Sucht und sozialen Risiken
2. Ziele der Rehabilitation Suchtmittelabhängiger
3. Besonderheiten der beruflichen Rehabilitation von Suchtmittelabhängigen
3.1 Aktivitäten zur beruflichen Rehabilitation in der Kontaktphase
3.2 Aktivitäten zur beruflichen Rehabilitation in der Behandlungsphase
3.2.1 Entgiftungsphase
3.2.2. Entwöhnungsphase
3.2.3. Adaptionsphase
3.3 Nachsorgephase
4. Erfolgsbeurteilung beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen
5. Resümee
Quelle: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nummer 2/1997, Seiten 491 - 502.
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