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Frankfurt a. M.: Fischer, 1995.
Phantasien, Körperbilder, soziale Beziehungen, Macht und Widerstand: all dies spielt eine große Rolle, wenn Wolfgang Schivelbusch die Kulturgeschichte der Genußmittel ab dem Beginn der Neuzeit zeigt. Denn Aromen und Geschmack der Stimulantien zeigen nur eine, quasi die physiologische Seite ihrer Popularität. Die andere Seite von Gewürzen und Opium, Schokolade und Schnaps - um nur einige der Genußmittel zu nennen - erschließt sich, wenn ihr symbolischer Gehalt entschlüsselt wird: "Die Vorgänge, die die Genußmittel im menschlichen Organismus bewirken, vollenden sozusagen chemisch, was geistig, kulturell und politisch schon vorher angelegt war", meint Schivelbusch.
So begrüßt etwa das Bürgertum des ausgehenden 17. Jahrhunderts den Kaffeegenuß wegen der wachhaltenden, ernüchternden Wirkung und integriert das Getränk damit reibungslos in die protestantische Ethik. Und können die heute noch geltenden Verbote der Rauschdrogen nicht etwa interpretiert werden als Rückzugsgefechte bürgerlicher Rationalität und Selbstdisziplin-
Die anregenden Analysen des Autors jedenfalls lassen auch sein Buch zum Genuß werden.
Bestellnummer 5057, 6 C-90 Kassetten (DM 72,- für Berufstätige/ DM 45,- für Studierende)
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