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Andreas Bethke: Sehbehindert - und trotzdem ein Ziel vor Augen

Anläßlich der bundesweiten Sehbehinderten-Aktionstage am 5. und 6. Juni in Bonn erklärt der DVBS-Vorsitzende: "Anerkennung erwerben sich Menschen in unserer Gesellschaft in einem maßgeblichen Umfang durch ihren Stand in der Arbeitswelt. Für Menschen mit Behinderung ist es besonders wichtig, die Chance zu haben, sich berufliche Anerkennung zu erarbeiten. Bei der Beurteilung durch Mitmenschen tritt die Behinderung oft zurück, ist beruflicher Erfolg vorhanden. An wesentlicher Stelle müssen wir deshalb Bedingungen in unserer Gesellschaft erhalten oder schaffen, die es Menschen mit Behinderungen ermöglichen, sich beruflich einzugliedern. Wichtig für Sehbehinderte - und davon gibt es in Deutschland über eine halbe Million - ist die Umsetzung folgender Forderungen, mit denen wir uns an Politik und Öffentlichkeit wenden":

1. Unsere Gesellschaft muß ausreichend zweckgebundene Mittel zur Verfügung stellen, um individuelle berufliche Eingliederungshilfen geben zu können. Zu diesem Zweck ist die Schwerbehindertenquote festzuschreiben und die Ausgleichsabgabe anzupassen.

2. Zur Sicherung ihrer beruflichen Eingliederung müssen Menschen mit Sehbehinderungen die Möglichkeit haben, nach individuellem Bedarf aus Mitteln der Ausgleichsabgabe dauerhaft Assistenz am Arbeitsplatz zu erhalten.

3. Um insbesondere den Berufseinstieg zu erleichtern müssen die Verfahren zur Beantragung technischer Hilfsmittel und von Assistenz vereinfacht und vor allem beschleunigt werden.

4. Bei Arbeitslosigkeit müssen sehbehindertenspezifische Qualifizierungsmöglichkeiten geschaffen und finanziert werden (zum Beispiel: EDV-Kurse mit geeigneten Computerhilfsmitteln).

5. Die Einführung niedriger Festbeträge für Sehhilfen durch die Krankenkassen benachteiligt Menschen mit Sehbehinderungen. Sie ist deshalb einzuschränken oder aufzuheben.

6. Menschen mit Sehbehinderungen brauchen Rat und Hilfe. Ein flächendeckendes Netz von Beratungsstellen, Low Vision Trainern, qualifizierten Optikern und Kliniksangeboten ist dafür zu schaffen.

7. Menschen mit Sehbehinderungen wissen selbst am besten, was sie brauchen. Dazu gehört die finanzielle Förderung ihrer Selbsthilfeorganisationen.

(Pressemitteilung des DVBS vom 5. Juni 1998)

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