



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Von 1985 bis 1997 bot die Deutsche Blindenstudienanstalt neben ihren Schulzweigen die berufliche Erstausbildung für Datenverarbeitungskaufleute (DVK) an.
Diese Ausbildung vereinigte kaufmännische und datenverarbeitungsbezogene Inhalte und bildete so eine solide Basis für den beruflichen Einstieg, insbesondere für Blinde und Sehbehinderte. Dies zeigt die hohe Beschäftigungsquote von weit über 90 % der Absolventinnen und Absolventen der Blindenstudienanstalt.
Durch die Zunahme der Datenverarbeitung in der modernen Arbeitswelt hat sich die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt nach qualifizierten Fachkräften noch weiter verstärkt.
Die rasante Entwicklung der Datenverarbeitung und die Differenziertheit der Anwendung in den Betrieben hat nun zu Konsequenzen im Hinblick auf das Berufsbild des DVK geführt:
Nach längerer konzeptioneller Arbeit wurden von den entsprechenden Gremien umfangreiche Veränderungen eingeführt, die sich folgendermaßen charakterisieren lassen: Der DVK ist tot und lebt gleichzeitig in vier neuen Nachfolgeberufen, den Informations- und Kommunikationstechnischen Ausbildungsberufen (IuK), weiter:
1. IT-System-Elektroniker(in)
2. Fachinformatiker(in) mit den Fachrichtungen Systemintegration und Anwendungsentwicklung
3. IT-Systemkaufmann/frau
4. Informatikkaufmann/frau (IK)
Jede dieser spezialisierten Ausbildungen gliedert sich in eine gemeinsame Kern- (Integration von elektrotechnischen, DV-technischen und betriebswirtschaftlichen Qualifikationen) und eine spezielle Fachqualifikation. Die dreijährige Ausbildung ist von der IHK anerkannt. Zugangsvoraussetzung ist die mittlere Reife, wobei nach den bisherigen Erfahrungen hohe Maßstäbe an die Vorqualifikation zu setzen sind.
Die Blindenstudienanstalt hat sich aus der oben beschriebenen Palette der Nachfolgeberufe für den des Informatikkaufmanns (IK) entschieden, da dieser den Anforderungen an den beruflichen Einsatz von blinden und sehbehinderten Absolventen am ehesten entspricht. In einer Informationsbroschüre des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), des Zentralverbandes der Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) und der IG Metall wird das neue Berufsfeld des IK sehr attraktiv beschrieben:
"Informatikkaufleute sind zum einen Spezialisten der betriebswirtschaftlichen Prozesse ihrer Branche, zum anderen Experten für informations- und kommunikationstechnische Systeme. Als Mittler zwischen den Fachanforderungen des betrieblichen Leistungsprozesses und der spezifischen Einsatzmöglichkeiten von IuK-Systemen sind sie Ansprechpartner in den Fachabteilungen und gegenüber Herstellern und Anbietern von IuK-Systemen. Sie analysieren branchentypische Geschäftsprozesse und transformieren sie in IuK-Lösungen, führen Standardanwendungssysteme ein und entwerfen individuelle Lösungen unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit. Informatikkaufleute koordinieren und administrieren IuK-Systeme, sie beraten und betreuen Anwender und führen Schulungen durch."
Seit dem 01.09.97 bildet die Blindenstudienanstalt pro Ausbildungsjahr 6 Blinde und Sehbehinderte nach dem neuen Berufsbild aus. Die begonnenen DVK-Ausbildungsgänge werden noch nach der alten Ausbildungsordnung zu Ende geführt.
Die Ausbildung wird größtenteils in einer Übungsfirma durchgeführt und der Berufsschulunterricht wird von der Carl-Strehl-Schule angeboten. In der Regel ist keine Internatsunterbringung vorgesehen. Zur beruflichen Orientierung erfolgt vor Aufnahme eine einwöchige Arbeitserprobung.
Der nächste Aufnahmetermin ist der 01.09.1998.
Interessenten und Interessentinnen wenden sich an:
Ausbildung zum Informatikkaufmann
Deutsche Blindenstudienanstalt, Abt. Rehabilitationseinrichtung für Sehgeschädigte (RES), z. H. Frau Rausch, Am Schlag 8, 35037 Marburg; Tel.: Frau Rausch: 06421/12139, Sekretariat RES: 06421/16988-0, Telefax: 06421/12130
Zurück zum Inhalt von 3/1998 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe