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- Beratung von an Regelschulen integrierten Schülern durch Lehrer der CSS
Seit 1985 werden in Hessen blinde und sehbehinderte Schüler an Regelschulen betreut, und zwar anfänglich nur von Lehrern der Hermann-Herzog-Schule (Schule für Sehbehinderte) in Frankfurt. Zum Schuljahr 1986/87 wurden auch der CSS im Rahmen des Modellversuchs "Fördermaßnahmen für seh- und hörgeschädigte Schüler an Regelschulen in Hessen" Stunden zugewiesen. In den vergangenen 12 Jahren ist die Zahl der bewilligten Stunden von 12 auf 48 Wochenstunden angestiegen, während sich die Anzahl der betreuten Schüler von anfänglich 10 auf inzwischen 44 erhöht hat.
Die Fördermaßnahmen gelten
- für CSS-Schüler, die bestimmte Leistungskurse an Marburger Gymnasien besuchen und
- für sehgeschädigte Schüler, die Regelschulen an ihrem Wohnort besuchen.
Von den betreuten 44 Schülern besuchen einige Leistungskurse in den Fächern Musik, Physik und Französisch am Gymnasium Philippinum bzw. Russischkurse an der Martin-Luther-Schule Marburg. Die anderen Schüler besuchen Schulen aller Schulformen im Umkreis von ca. 70 km von Marburg, also von Langgöns bei Gießen bis Dillenburg oder Bad Wildungen. Die Beratungsaufgaben haben 10 Kollegen der CSS übernommen, wobei jeder Kollege eine unterschiedliche Anzahl an Schülern betreut und daher eine unterschiedliche Anzahl an Entlastungsstunden erhält.
In der Koordinationssitzung des Integrationsteams wird beraten, wer welchen Schüler übernehmen wird. Sinnvoll ist natürlich eine regionale Aufteilung, um die Fahrten zu den einzelnen Schulen bzw. Familien verbinden zu können. Andererseits haben sich Kollegen auch bestimmte Schwerpunkte hinsichtlich der Schulform oder eines Unterrichtsfachs erarbeitet.
Schülertreffen
Neben der individuellen Beratung der Lehrer, des Schülers und der Familie gehören auch die Vorbereitung von Schülertreffen zu den Aufgaben des Beratungsteams. Diese sollen den sehbehinderten Schülern die Gelegenheit bieten, andere Kinder und Jugendliche kennenzulernen, denen es ähnlich ergeht wie ihnen. Oft sind sie in der Klasse, wenn nicht sogar an der ganzen Schule, die einzige Person, die eine Sehbehinderung hat. Nicht jeder ist an der Regelschule voll in die Klasse integriert und fühlt sich zeitweise durch seine Sehbehinderung auch isoliert. Auf den Schülertreffen können sie dann Erfahrungen über ihre Augenerkrankungen, Probleme mit sehenden Mitschülern und Lehrern usw. austauschen und vielleicht auch neue Bekanntschaften oder sogar Freundschaften knüpfen.
Die CSS hat in den letzten sieben Jahren regelmäßig und mit großem Erfolg solche Schülertreffen durchgeführt - teilweise auch mit Parallelprogramm und Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch für die Eltern.
Auch die Hermann-Herzog-Schule Frankfurt, die seit längerem Schülerwochenenden organisiert, hat seit 1997 ihre Schülerwochenenden nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Marburg durchgeführt. Damit hatten die Schüler die Chance, in den Genuß des reichhaltigen Sportangebots der BLISTA zu kommen. Für so manch einen Jugendlichen brachte das Wochenende in Marburg neue Kontakte, war aber auch vielleicht Anlaß, um über einen Wechsel evtl. nach der 10. Klasse an die CSS als Sonderschule nachzudenken.
Am 30. Januar 1999 fand nun zum ersten Mal ein Schülertreffen in Kooperation mit allen fünf Förderzentren in Hessen - Frankfurt, Friedberg, Kassel, Marburg und Wiesbaden - an der BLISTA Marburg statt. Hierzu wurden alle hessischen sehbehinderten Schüler an Regelschulen der Sekundarstufe I eingeladen. Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 17 Jahren nahmen teil und genossen zwei Tage mit Spielen, Reiten, Trampolinspringen, Schwimmen, Selbstbehauptung mit Worten etc.
17 Schüler übernachteten in der Jugendherberge Marburg. Einige kannten sich schon von vorherigen Schülerwochenenden. Trotz der Altersspanne gab es zum Schluß nur positive Stimmen und manche Schüler machten sogar Termine aus, um sich privat treffen zu können.
Gleichzeitig bieten solche Treffen den Schülern die Möglichkeit, einen kleinen Einblick in die Carl-Strehl-Schule als Sonderschule mit ihrem breitgefächerten Sportangebot zu geben. Hier könnte man sicherlich das Angebot noch ausweiten.
Der 30.1.99 war ein voller Erfolg für die hessischen Beratungszentren. Wir stehen am Anfang einer sicherlich guten Kooperation und Ausweitung des Angebots für sehbehinderte Schüler in Hessen.
Die Situation in Hessen
Hessenweit gibt es 4 mal pro Jahr Treffen von allen Kollegen, die als Ambulanzlehrer (auch genannt Beratungs- oder Integrationslehrer) tätig sind und sich seit 1988 zu der "Arbeitsgemeinschaft der Sonderschulen für Sehgeschädigte zur Betreuung sehgeschädigter Schüler an Regelschulen in Hessen" zusammengeschlossen haben. Dies sind Lehrer der überregionalen Förderzentren und Sonderschulen für Sehbehinderte und Blinde in Frankfurt, Friedberg, Wiesbaden, Kassel und Marburg.
Die BLISTA ist seit 1995 überregionales Beratungs- und Förderzentrum.
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