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Cordula von Brandis-Stiehl
Verbesserung der Lesbarkeit von Beipackzetteln bei Arzneimitteln
Die Pro-Retina-Vereinigung Deutschland e.V. hat eine Kampagne zur besseren Lesbarkeit von Beipackzetteln gestartet. Dabei hat sie u.a. Kontakt zum Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie aufgenommen. Hier fand sie Unterstützung, damit Beipackzettel auf einem dickeren, nicht durchscheinenden Papier sind mit einer Schrift ohne Schnörkel. Die Gesamtgröße der Verpackung begrenzt die Schriftgröße ganz erheblich. Trotz dieser Bemühungen sind viele der Hersteller von einem optimalen Kompromiß leider noch immer weit entfernt.
Könnten blinde oder sehbehinderte Menschen über einen nicht durchscheinenden Beipackzettel mit gerader Schrift ohne Schnörkel verfügen, könnte die Apotheke z.B. durch Fotokopieren in individueller Vergrößerung diesen Patienten helfen, die Information auch zu Hause entweder per eigener Sehkraft, per Bildschirmlesegerät oder per Scanner jederzeit zu lesen und in einem zweiten Schritt auch zu verstehen.
Für ein derartiges Pilotprojekt hat sich spontan der Apotheker der Einhorn-Apotheke, Dr. Claus Böttrich, in Marburg/Lahn bereit erklärt. Nach mehrfachen Versuchen verfügt er über einen Fotokopierer mit Vergrößerung, so daß seine Kundinnen und Kunden viele der existierenden Beipackzettel je nach individuellem Bedürfnis "lesegerecht" mit nach Hause nehmen können.
Als sehgeschädigte Medizinerin wünsche ich mir, daß dieses Projekt nicht einzigartig in Deutschland bleiben soll, sondern viele Nachahmungen finden möge! Da die Apothekerinnen und Apotheker nur selten etwas von unseren Bedürfnissen ahnen, sollten wir als sehgeschädigte Menschen auf sie zugehen und ihnen unser Anliegen verdeutlichen. Selten bin ich persönlich dabei auf taube Ohren gestoßen.
Für möglichst viele interessierte Nachahmer dieses Projektes stehe ich gerne zur Verfügung:
Cordula von Brandis-Stiehl, Gabelsbergerstr. 28 B, 35037 Marburg; Tel.: 06421/68.60.08
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