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Karl-Albert Eßer: Neue Ausbildung: EDV-Dozent für blinde und sehbehinderte Comuteranwender

Die technologische Entwicklung hat nahezu jeden Arbeitsplatz verändert, wenn nicht sogar revolutioniert. Kaum ein Büroarbeitsplatz ist mittlerweile ohne Computer mit entsprechenden Softwarelösungen. Die notwendigen Konsequenzen für die meisten Mitarbeiter: sie müssen sich immer öfter weiterbilden. Für Normalsehende stehen in aller Regel gut geschulte EDV-Dozenten und entsprechende Ausbildungsprogramme in Weiterbildungseinrichtungen zur Verfügung.

Blinde und sehbehinderte Arbeitnehmer konnten bisher auf ein solches personelles und inhaltliches Angebot nicht zurückgreifen. Dies soll nun anders werden. Ein Jahr lang haben die zuständigen Mitarbeiter des Berufsförderungswerkes Düren intensiv gearbeitet, jetzt kann sich das Projekt "MEBUS", das von der Europäischen Union und dem NRW- Arbeitsministerium finanziert wird, in der Praxis bewähren. Auf einem Workshop mit den Kooperationspartnern - dazu zählen der Radiosender Deutsche Welle, das Dürener Softwarehaus AnNoText, das Blindenbildungsinstitut Wien, das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum Linz und die Stiftung Blindenanstalt Frankfurt - wurden die notwendigsten Vorbereitungen und Planungen für eine möglichst praxisnahe Ausbildung abgeschlossen.

Mit dem Projekt MEBUS - Abkürzung für: modulares EDV- Ausbildungswesen für blinde und sehbehinderte Computeranwender - wurde ein standardisiertes Programm für die Ausbildung von EDV-Dozenten für blinde und sehbehinderte Computeranwender entwickelt.

Ziel ist es, eine optimale Ausbildung von Blinden und Sehbehinderten an Programmen mit graphischer Oberfläche zu gewährleisten. Dazu wurden Handbücher und Lernprogramme erstellt, in denen die Ausbildungsmodule dokumentiert sind. Unterschieden wird zwischen Grundlagen- und Fortgeschrittenenmodulen.

Die Ausbildung zum EDV-Dozenten für blinde und sehbehinderte Computeranwender erstreckt sich - je nach Vorkenntnissen - über einen Zeitraum von zwei bis zehn Tagen. Am Ende steht eine schriftliche Prüfung und eine praktische Lehrprobe. Bis zum Jahresende werden die ersten 20 EDV-Dozenten nach dem neuen Plan im BFW Düren ausgebildet sein.

Jürgen Hüllen, Leiter des Bereichs "Forschung und Entwicklung" in dieser Einrichtung, zeigt sich sehr zufrieden über die Resonanz auf den bisherigen Verlauf des Projektes: "Der große Zuspruch, den wir von anderen Weiterbildungseinrichtungen erhalten, zeigt, daß es einen großen Bedarf sowohl an speziell ausgebildeten Dozenten als auch an einer nachvollziehbaren, qualitativ hochwertigen Ausbildung gibt."

(Aus: Die Gegenwart 7/8/99, S. 18)

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