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Marburg (kik) Eliza Doolittle babelt hessisch! Mit diesem interessanten Experiment begann am 01.09.1999 das 2. Jugendtheaterfestival des Marburger Jugendtheaterclubs "Act Easy". Nah am Drama von Georg Bernard Shaw und mit vielen Liedern aus dem Musical "My fair Lady" bot die Gruppe "Nachtsicht" der Carl-Strehl-Schule die Mitglieder sind blind oder sehbehindert - witzig-absurde Unterhaltung mit dem Stück "Pygmalion und die Lady".
Einer Wette wegen will Professor Higgins aus dem einfachen Blumenmädchen Eliza Doolittle eine Herzogin machen, denn seiner Meinung nach macht die Sprache einen Menschen zu dem, was er ist. Die Herkunft ist völlig unerheblich. Eliza ist für ihn das, was er in seiner ihm eigenen Herzlichkeit die "Fleisch gewordene Beleidigung der Muttersprache" nennt. Zum Schluß aber wird doch noch alles gut, denn Eliza eröffnet ihren eigenen Blumenladen und schickt ihrem alten Lehrer eine Einladung, was dieser jubelnd zur Kenntnis nimmt.
Der Gegensatz zwischen den beiden Menschen könnte nicht größer sein und lebt vor allem vom hervorragenden Spiel der Darsteller. Ein blasierterer Higgins als Thorsten Büchner wird schwer zu finden sein, doch Marion Peterreins steht ihm als Eliza in nichts nach. Sowohl als einfaches Blumenmädchen als auch als feine Dame kann sie überzeugen.
Die witzige Ausstattung des Stücks trägt viel zur Wirkung bei. Schon die Kostüme machen deutlich, daß es sich um keine alltägliche Aufführung handelt: So trägt Melanie Egerer als Haushälterin Pearce Katzenohren, Hakan Yücel als skurriler Alfred P. Doolittle gar einen Wikingerhelm mit Hörnern.
Die hervorragenden musikalischen Einlagen - Begleitung Ralf Rohmann und Mohamed Mettwalli - bescherten den Darstellern Zwischenapplaus, und vor allem der Rap des Henry Higgins riß die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin - nicht zuletzt wegen des Hüftschwungs bei der Tanzeinlage. (aus: Marburger Neue Zeitung vom 4. September 1999)
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