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Texte und Ornamente nordamerikanischer Indianer aus Vergangenheit und Gegenwart. Ausgewählt und zusammengestellt von Siegfried Schröder.
In seiner Reihe "Das andere Buch" hat der Verlag der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg als Band 4 eine Publikation vorgelegt, die ganz besondere Beachtung verdient.
In den Texten begegnen uns Indianer, die so ganz anders sind als die Klischees gewisser Westernfilme und antiquierter Jugendbücher, die wir schnellstens über Bord werfen sollten. Wir erfahren etwas von ihrer Weltanschauung, die den Menschen nicht als Krone, sondern als Teil der Schöpfung sieht. Wir nehmen teil an allen Facetten ihres Lebens, dem der weiße Mann in den letzten Jahrhunderten viel Leid zugefügt hat, das bis in unsere Tage fortwirkt. Er muss sich denn auch viel Spott und herbe Kritik gefallen lassen, die aus scharfer Beobachtung hervorgeht. Vor allem unsere Habsucht wird immer wieder aufs Korn genommen. Es werden aber auch sehr versöhnliche Töne angeschlagen. Gerade heute, da wir auf dem besten Wege sind, unsere Welt für unsere Kinder unbewohnbar zu machen, haben uns diese Texte einiges zu sagen. Schon vor über 130 Jahren formulierte Häuptling Seattle vor dem amerikanischen Kongress den prophetischen Satz: "Wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen ist, wird man merken, dass man Geld nicht essen kann."
Die zwei Bände dieses Buches enthalten außerdem Reliefbilder von Ornamenten und Symbolen dieser Völker. Ein Quellenverzeichnis am Schluss des Buches gibt Auskunft darüber, was die einzelnen Bilder darstellen. Zusätzliche Orientierungshilfen bei einigen Bildern halte ich für sehr nützlich. Für den Sehenden wäre es allerdings hilfreich, wenn er am oberen Rand jeder Abbildung ihre Nummer und die Angabe, was sie darstellt, fände, was sich ganz leicht verwirklichen ließe.
Damit die einzelnen Texte oder Bilder schneller aufzufinden sind, wünschte man sich ein Inhaltsverzeichnis am Schluss eines jeden Bandes und die fortlaufende Nummerierung aller Seiten des Buches. Da die Bilder oft bis zum unteren Rand gehen, müsste bei ihnen die Seitenzahl ganz links unten stehen.
Dieses Buch sollten ja nicht nur Insider lesen. Deshalb sollte es Informationen darüber geben, in welchem Teil Nordamerikas die hier erwähnten Indianerstämme leben. Auf je einer Punkt- und Schwarzschriftseite müsste das realisierbar sein.
Dass die Texte auch in Schwarzschrift abgedruckt sind, mag manchem zunächst befremdlich erscheinen. Dadurch ist aber ein Buch entstanden, das wir auch unseren sehenden Freunden und Angehörigen zeigen und zusammen mit ihnen lesen können. Schließlich ist ja nicht jeder von uns ein so versierter Punktschriftleser, dass er anderen vorlesen kann.
Bleibt noch die sehr schöne und repräsentative Ausstattung zu erwähnen. Schon der Einband aus naturbelassenem, grobem Stoff und die beiden Lederbändchen jedes Bandes zum Einmerken lassen das Buch zu einem ästhetischen Genuss werden.
Dass ein solches Prachtbuch auch seinen Preis hat (DM 120,00), wird verständlich, wenn man bedenkt, dass auch ein Bildband für Sehende sehr viel mehr kostet als ein normales Buch. Dieses Buch ist eine gute und wertvolle Geschenkidee und man kann ihm nur von ganzem Herzen eine gute Resonanz wünschen.
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