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Im Rahmen einer Doktorarbeit in Psychologie wurde auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse über das alternde Gedächtnis und bisher erforschter Gedächtnistrainingsmöglichkeiten, unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse blinder und stark sehbehinderter Senioren ein Gedächtnistrainingsprogramm auf Tonbandkassetten (5 x 90 Minuten) entwickelt.
Das Trainingsprogramm besteht aus je drei kurzen Trainingseinheiten von zehn bis 15 Minuten (+ Hausaufgaben) pro Woche über drei Monate.
Die Inhalte der Trainingseinheiten umfassen abwechselnd:
- Informationen über das Gedächtnis, seinen Aufbau, seine Altersveränderungen, Beeinflussungsmöglichkeiten durch Sport, Ernährung, Entspannung etc.
- Übungen, vor allem zu den Bereichen: Informationsverarbeitung, Merkfähigkeit, Abruf von Informationen, Konzentration und räumliches Vorstellungsvermögen,
- die Erläuterung und Erprobung von Mnemotechniken (Gedächtnishilfen)
Dieses Trainingsprogramm wurde von 94 blinden und schwer sehbehinderten Senioren ausprobiert ( 5 % Sehkraft), die sich jeweils drei Gedächtnistests unterzogen (zwei vor der Trainingsphase, einer danach). Die Versuchspersonen waren zwischen 65 und 95 Jahre alt ( 77 Jahre), und das Erblindungsalter reichte von Geburtsblindheit bis zur Späterblindung ( 58 Jahre, max. 87 Jahre). Die Versuchspersonen kamen aus verschiedenen Lebensbedingungen (alleine lebend, Heim, Familie), verschiedensten Berufen und waren zu 3/4 Frauen, zu + Männer.
59 Personen wurden zufällig der Versuchsgruppe zugeordnet, die über drei Monate das Trainingsprogramm durchführten und 35 Personen der Kontrollgruppe, die während der gleichen Zeit kein Training erhielten.
Die Teilnehmer der Versuchsgruppe konnten sich nach dem Training signifikant verbessern (.28 z), während die Kontrollgruppe in der Interventionsphase (um.02 z) abbaute. 85 % aller Versuchsgruppenteilnehmer konnten während des Trainings ihr Leistungsmittel absolut verbessern. Besonders stark konnten die geschwindigkeitsabhängigen, alterssensiblen und alltagsrelevanten Leistungen verbessert werden (um.47 z).
Für die Trainingsteilnehmer war aber vielmehr Ausschlag gebend, ob die Alltagsbewältigung durch das Training erleichtert wurde. Denn Testleistungen spiegeln nicht immer die im Alltag erlebten Probleme wider. 93 % der Trainingsteilnehmer gaben in den Fragebögen an, dass sie das, was in dem Trainingsprogramm vermittelt wurde, auch im Alltag anwenden können.
Vor dem Gedächtnistraining wandten nur 10 % der Teilnehmer der Versuchsgruppe Mnemotechniken (z. B. Eselsbrücken) an. Nach dem Gedächtnistraining gaben 90 % der Teilnehmer der Versuchsgruppe an, im Alltag aktiv Mnemotechniken anzuwenden. Die am häufigsten im Alltag angewendeten Mnemotechniken waren die Visualisierung (Verwendung geistiger Bilder: 31 %), Techniken zum Namensmerken (20%) und Techniken zum Merken von Zahlen (20 %).
Die stärkere Nutzung von Gedächtnishilfen ist natürlich nur dann von Bedeutung, wenn sie sich in einer größeren Zufriedenheit mit dem eigenen Gedächtnis niederschlägt. Im Vorher-Nachher-Vergleich der Versuchsgruppe zeigte sich, dass die Zufriedenheit mit dem eigenen Gedächtnis nach der Trainingsphase größer war als vorher. Außerdem hat sich die korrekte Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit durch das Training messbar verbessert.
Im letzten Fragebogen wurden die Versuchspersonen noch direkt nach ihrer Zufriedenheit mit dem Trainingsprogramm befragt. 90 % der Versuchsgruppenteilnehmer gaben an, zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Trainingsprogramm gewesen zu sein, und 92 % fanden die Inhalte interessant oder sehr interessant. 34 % der Teilnehmer gaben unaufgefordert an, die Einheiten mehrmals angehört und durchgearbeitet zu haben.
Es war kein Zusammenhang zwischen dem Alter der Versuchspersonen und ihrem Trainingsgewinn nachweisbar oder zwischen der ursprünglichen Leistungsfähigkeit (vor dem Training) und dem Trainingsgewinn. Auch Beruf, Familienstand, Geschlecht, Grad der Sehbehinderung, Lebensbedingungen, subjektive Gesundheit, Lebenszufriedenheit oder die Zufriedenheit mit dem eigenen Gedächtnis (vor dem Training) hatten keinen messbaren Einfluss auf den Trainingsgewinn.
Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Training in jedem Alter, unabhängig von Vorkenntnissen und sonstigen Bedingungen mit vergleichbarem Erfolg durchgeführt werden kann. Auch wenn die Selbstständigkeit in der Lebensführung nicht explizit untersucht werden konnte, zeigten viele verbale Bemerkungen und Dankesbriefe, dass das Trainingsprogramm bei einigen Teilnehmern nicht nur die Testleistungen verbesserte, sondern den Alltag wesentlich erleichterte ("Ich verlege nie mehr meine Schlüssel.") und sogar oft eine soziale Beziehung zwischen den Teilnehmern und der "Tonbandstimme" entstand.
Die Gedächtnistrainingskassetten sind für 100,00 DM (+ Porto und Versand) bei der Autorin erhältlich. Zum gleichen Preis ist auch ein Fortsetzungskurs für weitere drei Monate verfügbar, und es gibt auch Lizenzen mit Übungskarten zur Durchführung von Gruppentrainings.
Wenn Sie mehr über das Trainingsprogramm erfahren wollen oder die Kassetten bestellen möchten, rufen Sie einfach an: Sonja Bernard: 0941/99 87 35.
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